Bodnegg hat große Pläne im neuen Jahr

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 Sie ließen es sich am Neujahrsempfang der Gemeinde Bodnegg gut gehen (von links): Lotte und Karl Kohr, Bürgermeister Christof F
Sie ließen es sich am Neujahrsempfang der Gemeinde Bodnegg gut gehen (von links): Lotte und Karl Kohr, Bürgermeister Christof Frick mit Gattin Monika und Gemeinwesenarbeiterin Christa Gnann. Im Vordergrund der Dirigent der Musikkapelle Bodnegg Nicolas Köb mit seiner Tochter Laura (Foto: Bettina Musch)
Bettina Musch

Traditionell am Dreikönigstag lädt die Gemeinde Bodnegg ihre Bürger ins Dorfgemeinschaftshaus zum Neujahrsempfang. Knapp 200 Gäste waren gekommen, um noch einmal ein ereignisreiches Jahr Revue passieren zu lassen und um zu erfahren, was sie im neuen Jahr erwartet. Dabei machte Bürgermeister Christof Frick deutlich, dass die Gemeinde zukünftig finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.

Posaunenklänge der Musikschule Ravensburg eröffneten in diesem Jahr den Neujahrsempfang in Bodnegg. Es musste nachgestuhlt werden, so viele Interessierte hatten am Dreikönigstag den Weg ins Dorfgemeinschaftshaus gefunden. Bürgermeister Frick hieß die Gäste willkommen und begrüßte besonders den CDU-Landtagsabgeordneten August Schuler, Rainer Wiedemann von der VR Bank Ravensburg-Weingarten mit Team und den neuen Ortsvorsteher von Eschach, Thomas Faigle, als Vertreter einer der angrenzenden Gemeinden von Bodnegg.

Frick blickt umfassend zurück

„2019 war für die Gemeinde ein erfolgreiches Jahr,“ begann Frick seinen umfassenden Rückblick sowohl auf die Kommunalpolitik, als auch die zahlreichen weiteren Ereignisse und Aktivitäten des vergangenen Jahres. Besonderes Augenmerk legte er dabei vor allem auf die Planungen, die im neuen Jahr weitergeführt oder umgesetzt und sich entscheidend auf die Gemeindeentwicklung auswirken werden.

So ist als Großprojekt, zusammen mit der Nachbargemeinde Grünkraut, geplant, umfassende Wohn-, Pflege- und Betreuungsangebote zu schaffen. Ein Träger dazu ist bereits mit der Stiftung Bruderhaus aus Ravensburg gefunden. In einem ersten Schritt soll eine Tagespflege realisiert werden. Damit zusammen hängt auch die weitere zentrale Dorfentwicklung, da für die alters- und pflegegerechte Einrichtung ein möglichst zentral gelegenes Gebäude von Vorteil wäre. Zu dieser Dorfentwicklung, so Frick, hat bereits ein Ideen- und Realisierungswettbewerb stattgefunden, an dem 20 renommierte Büros teilgenommen haben. Ein Preisgericht werde am 23. Januar die Beiträge bewerten. Ebenfalls mit Grünkraut soll die Zusammenlegung der beiden Bauhöfe überlegt werden.

Zwei weitere Wohngebiete

Waren 2019 die großen Projekte des Neu- und Umbaus des Dorfgemeinschaftshauses mit der Zusammenlegung der beiden Kindergärten sowie die Kirchendach- und Turmbausanierung der Pfarrkirche Themen, so wird die Gemeinde jetzt die Umsetzung der geplanten Neubaugebiete beschäftigen. Konkret wird es im neuen Baugebiet Hochstätt IV, wo jetzt die Ausschreibung der Bauplätze erfolgt und nach erfolgter Erschließung in diesem Herbst gebaut werden soll. Zwei weitere Wohngebiete sollen zukünftig in Kofeld und Rosenharz entstehen.

„Klimaschutz und Ökologie werden in Bodnegg großgeschrieben“, sagte Christof Frick und führte die vielfältigen Aktionen dazu auf. Vom Klimaschutz- und Energieleitbild, das der Gemeinderat verabschiedet hat, über die Nachhaltigkeits- und Energiewendetage, das neue Nahwärmenetz in der alten Ortsmitte bis zu den Schenktagen, Basaren und dem beliebten Projekt „Reparatur und Kaffee“ reicht das Angebot.

Aldi eröffnet im Herbst

Großes Lob bekamen hierzu, neben der Gemeinwesenarbeit von Christa Gnann, die vielen bürgerschaftlichen Aktivposten aus den Bürgerwerkstätten, die kontinuierlich bereits über viele Jahre engagiert in Arbeitsgemeinschaften für die Gemeinde im Einsatz sind. Auch die Arbeit der Vereine, die unzähligen Schulaktivitäten des Bildungszentrums mit seinen 682 Schülern und das große Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helfer auch im kulturellen Bereich vergaß Frick nicht. „Zur gemeindlichen Infrastruktur gehört bekanntlich auch die Nahversorgung“, informierte er. In diesem Zusammenhang gab der Bodnegger Bürgermeister bekannt, dass in Rotheidlen der dort geplante Aldi-Discountmarkt im Herbst seine Eröffnung plant, während sich der Vollsortimenter Feneberg aller Voraussicht nach nicht ansiedeln wird.

„Im Jahr 2020 haben wir Investitionen in Höhe von fünf Millionen Euro geplant“, warf Frick einen Blick auf die finanzielle Situation der Gemeinde neue Jahr. Obwohl der geplante Verkauf von Grundstücken im neuen Baugebiet keine Neuverschuldung nötig mache, liege der aktuelle Schuldenstand bei 2,6 Millionen Euro und damit bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von 750 Euro.

„Finanziell nicht auf Rosen gebettet“

Das sei auch der Umstellung auf das neue Haushalts- und Rechnungswesen geschuldet, da hier im Gegensatz zu früher die Abschreibungen erwirtschaftet werden müssten und die in Bodnegg bei einer Million Euro liegen. „Finanziell sind wir nicht auf Rosen gebettet“, meinte Frick. Zukünftig werde man sich auf die Pflichtaufgaben konzentrieren müssen. Zusätzliche freiwillige Aufgaben könne man nur realisieren, wenn an anderer Stelle Kosten gespart werden könnten.

Nicht gespart wurde am anschließenden Bürgerempfang, bei dem die Gäste mit einem großzügigen Büfett bewirtet wurden. Zuvor beendeten das Posaunentrio mit Teresa Bröhm, Simeon Brunzema und Musiklehrer Artur Hermann musikalisch den Empfang.

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