Schäfer ist einziger Kandidat in Bergatreute

Lesedauer: 7 Min

 Entspannt und trotzdem mit vielen Zukunftsplänen für Bergatreute. Bürgermeister Helmfried Schäfer tritt noch einmal zur Wahl a
Entspannt und trotzdem mit vielen Zukunftsplänen für Bergatreute. Bürgermeister Helmfried Schäfer tritt noch einmal zur Wahl an. (Foto: Bettina Musch)
Bettina Musch

Ein letzten Wahlkampftermin hat Helmfried Schäfer am Donnerstag, 4. Oktober, um 20 Uhr im „La Ola Sportheim“ in Bergatreute. Die Gemeinde Bergatreute hat rund 3100 Einwohner. Davon sind 2538 wahlberechtigt. Die beiden Wahllokale am 7. Oktober 2018 für den Innen- und Außenbezirk sind in der Gemeindehalle in Bergatreute untergebracht. Bei der vergangenen Bürgermeisterwahl im Jahr 2010 lag die Wahlbeteiligung bei stolzen 47,52 Prozent.

Am Sonntag, 7. Oktober, wird in Bergatreute der Bürgermeister gewählt. Dabei wird sich Amtsinhaber Helmfried Schäfer, der keinen Gegenkandidaten hat, erneut zur Wahl stellen und danach seine dritte Amtszeit antreten. Er hat große Pläne für die nächsten acht Jahre und will die Gemeindeentwicklung kräftig voranbringen.

Eigentlich könnte sich Helmfried Schäfer, seit 16 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Bergatreute, in Ruhe zurücklehnen und der kommenden Bürgermeisterwahl ganz gelassen entgegensehen. Aber das ist nicht der Fall. Ganz unabhängig davon, dass er gar keinen Gegenkandidaten hat, ist er aktiv in den Wahlkampf eingestiegen. Eine großzügig gestaltete, farbige Wahlbroschüre informiert über die bereits umgesetzten Gemeindeprojekte und auch seine zukünftigen Pläne. „Alles selbst gemacht, ohne Werbeagentur, die Fotos sind größtenteils von mir, die Texte ebenso, alles andere habe ich mit einem Grafiker abgesprochen“, erzählt er stolz.

Kleine gelbe Schritte führen durch die Seiten, um den Weg der Gemeindeentwicklung aufzuzeigen. Das bisherige Fazit dieser Entwicklung kann sich sehen lassen. Mit dem Schulhausneubau für eine der ersten Gemeinschaftsschulen im Landkreis, mit Technikräumen, die nach modernstem Standard ausgerüstet sind, einer neuen Mensa, die auch nach Schüleraussagen nicht nur gesundes, sondern auch leckeres Essen anbietet, der Neugestaltung von Ortsdurchfahrt und Kirchenvorplatz, sozialem Wohnungsbau, gesicherter Lebensmittelnahversorgung und vielen Sanierungsmaßnahmen, unter anderem des Rathauses, hat sich Bergatreute in den vergangenen Jahren gut entwickelt und legt damit Zeugnis ab von einem aktiven Bürgermeister samt seinem Gemeinderat.

Diese Entwicklung wird fortgeführt, und Schäfer blickt in die Zukunft. Anschließend an das bestehende Schulgelände, soll in einem ersten Schritt ein neuer großer Kindergarten gebaut werden, der die beiden zu klein gewordenen unter einem Dach vereint. „Der Spatenstich ist im nächsten Jahr geplant“, so Schäfer. „Daran anschließend hat die Gemeinde am Ortsrand 56 000 Quadratmeter Fläche gekauft“, so Schäfer. Diese große Fläche ist für die Wohnentwicklung vorgesehen. Und zwar mit Mehr- und Einfamilienhäusern. „Das ist eine Entwicklung weit über meine Amtszeit hinaus“, sagt Schäfer im Hinblick auf die nächsten 20 Jahre. Die dazu nötigen Grundstückkäufe hat er geschickt und klug abgewickelt und der Gemeinderat gab grünes Licht. Schäfer lacht verschmitzt, wenn er darüber erzählt.

Das Kreuz mit dem Radweg

Der optisch gewichtige Mann, den man durchaus leicht falsch einschätzen könnte, wird sehr lebhaft, wenn er über seine Projekte spricht, in die er Herzblut steckt. Verärgert reagiert er auf den vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg und vom Regierungspräsidium Tübingen bisher abgeschmetterten Radweg an der Landesstraße zwischen Bergatreute und Baienfurt. Das will er nicht auf sich beruhen lassen und hatte auf dieser Strecke zusammen mit seinem Baienfurter Kollegen Günter A. Binder eine große Fahrraddemo organisiert, bei der 600 Menschen teilgenommen haben (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete). „Das hat mit dem Wahlkampf nichts zu tun“, betont er. Dieses Projekt verfolgt Schäfer schon seit Langem und er ärgere sich sehr, dass er von der grünen-schwarzen Landesregierung nicht mehr Unterstützung bekomme.

Den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit hat er sich ebenfalls auf die Fahne geschrieben. „In unserer Gemeinde wird durch Photovoltaik, Biogas, ein Blockheizkraftwerk in der Kläranlage und Wasserkraft fast 50 Prozent mehr Strom erzeugt als verbraucht“, erklärt der Bürgermeister. Dafür sei die Gemeinde auch mit dem European Energy Award, den mittlerweile schon viele Gemeinden haben, ausgezeichnet worden.

Für Hobbys bleibt dem Bürgermeister wenig Zeit. Er singt zwar gerne und hat früher auch Gitarre gespielt, aber die nötige Übungszeit fehlt ihm. Und so bleibt auch seine einfacher zu spielende Ukulele oft ungenutzt. Dafür ist er in vielen Bergatreuter Vereinen engagiert, auch um mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu bleiben. Aus diesem Grund hatte er auch zu drei Wahlveranstaltungen eingeladen, um sich mit seinen Bergatreuter Wählern auszutauschen und ihre Anliegen zu hören.

Noch einmal als Kandidat anzutreten, sei für ihn nie in Zweifel gezogen worden. „Drei Dinge waren die Voraussetzung dafür, der Spaß am Amt, meine Gesundheit und die Unterstützung der Familie“, sagt der 56-Jährige. Und alles habe er positiv abhaken können. Sowohl seine Frau Silvia, mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist, als auch seine beiden erwachsenen Kinder unterstützen ihn.

Und so will er mit großen Schritten in seine dritte Amtszeit starten. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Rathauschef hat nicht nur Schuhgröße 45, sondern trägt auch, passend zu den gelben Schritten seiner Wahlbroschüre, in den leuchtenden Farben der Gemeinde blau-gelbe Turnschuhe, auf deren Ferse „BGT“ für Bergatreute zu lesen ist. Humor hat der Mann eine ganze Menge.

Ein letzten Wahlkampftermin hat Helmfried Schäfer am Donnerstag, 4. Oktober, um 20 Uhr im „La Ola Sportheim“ in Bergatreute. Die Gemeinde Bergatreute hat rund 3100 Einwohner. Davon sind 2538 wahlberechtigt. Die beiden Wahllokale am 7. Oktober 2018 für den Innen- und Außenbezirk sind in der Gemeindehalle in Bergatreute untergebracht. Bei der vergangenen Bürgermeisterwahl im Jahr 2010 lag die Wahlbeteiligung bei stolzen 47,52 Prozent.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen