Fußballabteilung wird im Kampf gegen Blutkrebs aktiv

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Kurz erklärt: Wie funktioniert eine Stammzellenspende?
Wer an Blutkrebs erkrankt, für den gibt es oft nur noch eine Möglichkeit, geheilt zu werden: Eine Stammzellenspende. Diese ist nicht kompliziert, die Suche nach dem genetischen Zwilling aber schon. Das müssen Sie über die Typisierung wissen.
Daniel Krüger

Eigentlich wollte Marius Hoh keine große Sache daraus machen, dass er sich als Stammzellenspender registrieren lässt.

Der aktive Fußballspieler vom SV Bergatreute hatte nicht mal einen konkreten Anlass dazu, es war ihm einfach wichtig. Als er im Internet nach Registrierungsaktionen in der Umgebung schaute, landete er auf der Webseite der DKMS – einer gemeinnützigen Organisation, die aus der Deutschen Knochenmarkspenderdatei hervorgegangen ist.

Da geht doch mehr, dachte sich Hoh, als er die Möglichkeit zur Gruppenregistrierung entdeckte. Nun bietet die Fußballabteilung am 15. September einen Termin für alle Interessierten an.

Schnell fand Marius Hoh unter den Mannschaftskollegen die ersten Mitstreiter, auch der Vorstand des SV Bergatreute sichert die volle Unterstützung zu. „Ich habe dann per Mail eine Anfrage zwecks Gruppenregistrierung gestellt.

Innerhalb von fünf Minuten wurde ich bereits von der DKMS zurückgerufen. Wir haben schließlich einen Heimspieltermin ausgesucht und auch unsere Gegner vom TSV Meckenbeuren informiert“, erzählt der Fußballspieler.

Die Registrierung wird von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt und erfolgt in drei einfachen Schritten. Zunächst füllen die Spender eine Einverständniserklärung aus, dann wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Wangenschleimhaut genommen.

Es folgen Zwischen- und Endkontrolle, ehe dem Spender ein vorläufiger Spenderausweis ausgehändigt wird. Die eigentliche Typisierung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt in den DKMS-Laboren.

Die Organisation DKMS ist weltweit als Stammzellspenderdatei im Kampf gegen den Blutkrebs aktiv und ermöglicht Leukämie-Patienten Zugang zu überlebenswichtigen Therapien. Derzeit sind gut 6,3 Millionen Spender in Deutschland registriert.

„Wir hoffen, dass wir auf diesem Wege viele Leute motivieren können, denen eine solche Aktion in der Gruppe vielleicht leichter fällt“, sagt Marius Hoh.

Ein konkretes Spenderziel nennt er auch: „Seitens der DKMS wurde mir gesagt, sie wären mit 100 neuen Spendern mehr als zufrieden. Wir möchten diese Marke gerne knacken und haben uns 130 als Ziel gesetzt.“

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