Geplanter Windpark im Altdorfer Wald soll noch größer werden - Neues zur Anzahl der Windräder

 Bis zu 42 Windräder sind im Altdorfer Wald jetzt möglich. Diese könnten bis zu 170 000 Haushalte mit Strom versorgen.
Bis zu 42 Windräder sind im Altdorfer Wald jetzt möglich. Diese könnten bis zu 170 000 Haushalte mit Strom versorgen. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Redakteur

Im Altdorfer Wald wird Baden-Württembergs größter Windpark geplant – und der soll noch größer werden als ursprünglich avisiert. Wie die „Schwäbische Zeitung“ jetzt erfuhr, haben die Projektpartner, die Stadtwerke Ulm/Neu Ulm (SWU) und die „iTerra energy“, von der Fürstlichen Forstverwaltung Waldburg-Wolfegg-Waldsee zusätzliche Flächen bekommen, sodass noch mehr Windräder gebaut werden könnten. Mittlerweile konnten die Projektpartner auch die Anzahl der Anlagen im Altdorfer Wald konkretisieren.

Ursprünglich ging SWU-Geschäftsführer Klaus Eder bei einer Informationsveranstaltung Ende Mai in Vogt von mindestens 35 und bis zu 50 Windrädern aus, die in Oberschwabens größtem zusammenhängenden Wald Strom produziert könnten.

Doch diese Zahl korrigierten die Ulmer in der Zwischenzeit nach unten. „Auf der Forst-BW-Fläche hätten am Reißbrett bis zu 50 Anlagen Platz. Wir gehen realistisch von bis zu 35 Anlagen aus“, schreibt SWU-Pressesprecher Sebastian Koch jetzt auf Nachfrage.

Vertrag Ende August unterschrieben

Doch nun sind theoretisch doch wieder mehr Anlagen möglich. Da die Flächen des Staatsforstes, die die Ulmer gepachtet haben, direkt an die Flächen des Fürstlichen Hauses angrenzen, bot es sich den Projektpartnern an, den Windpark zu erweitern.

Das Interesse sei beidseitig gewesen, heißt es vonseiten der SWU. Am 26. August wurde der dafür nötige Vertrag unterzeichnet.

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Somit erweitert sich die Potenzialfläche für Windräder von 1370 Hektar im Staatswald um 574 Hektar Wald im Eigentum des Fürstlichen Hauses. Momentan gehen die Projektpartner davon aus, dass sich auf dieser Fläche bis zu sieben Windräder zusätzlich bauen lassen.

Somit wäre ein Windpark auf einer Fläche von insgesamt knapp 2000 Hektar mit bis zu 42 Windrädern möglich. Insgesamt könnten mit dem Strom der 42 Windräder nach Angaben der Ulmer 170 000 Haushalte mit Energie versorgt werden.

Genehmigungsverfahren entscheidet abschließend

Die neuen Flächen des Fürstlichen Hauses befinden sich am Waldrand von Wolfegg und Bergatreute sowie am Waldrand von Baienfurt und von Unterankenreute/Hintermoos. Das bedeutet, dass der gesamte Teil des Waldes südlich der Landesstraße 314 zwischen Baienfurt und Bergatreute zur Potenzialfläche für Windräder wird.

Doch wie viele Windräder wirklich kommen, steht noch lange nicht fest. Bevor die Projektpartner die genaue Zahl und die genauen Standorte benennen können, müssen noch zahlreiche Gutachten erstellt werden. Letztlich wird jedoch das Genehmigungsverfahren, das beim Landratsamt Ravensburg bearbeitet wird, festlegen, wie viele Windräder wo genau gebaut werden können.

Messungen sollen in diesem Jahr starten

Zunächst werden die SWU die Windgeschwindigkeiten messen und auch das notwendige Artenschutzgutachten erstellen lassen. Noch müssen die Ulmer allerdings einen Gutachter für die Windmessungen beauftragen. „Wir hoffen aber, dass wir noch dieses Jahr mit der Windmessung beginnen können“, so Sebastian Koch.

Windmessungen dauern in der Regel zwischen sechs und zwölf Monate. Die Artenschutzgutachten dauern hingegen eine gesamte Vegetationsperiode, also ein Jahr. Dieses Gutachten soll im Februar 2023 starten.

Die Ulmer gehen davon aus, dass die ersten Windräder 2029 Strom im Altdorfer Wald produzieren können. An dem Ziel wird nach wie vor festgehalten. Noch ist aber nicht klar, welche Anlagentypen von welchem Hersteller eingesetzt werden sollen. Das soll sich dann bis 2024/2025 entscheiden.

Anlagen von bis zu 250 Metern Höhe

Es ist jedoch davon auszugehen, dass mit ähnlichen Anlagen geplant werden wird, wie das in den Windparks Röschenwald bei Mochenwangen und Wannenbühl bei Bergatreute bereits der Fall ist. Es handelt sich dabei um sogenannte Schwachwindanlagen, die besonders für ihre enormen Dimensionen bekannt sind. Solche Anlagen haben in der Regel eine Gesamthöhe von bis zu 250 Metern.

Allerdings gibt es auch noch planerische Hürden, die das Projekt nehmen muss. Denn der neue Regionalplan, der momentan in Stuttgart zur Genehmigung liegt, hat im südlichen Altdorfer Wald Wasservorranggebiete ausgewiesen.

Diese schließen den Bau von Windrädern wiederum aus. Den SWU bleibt dann noch ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren, das beim Regierungspräsidium in Tübingen gestellt werden kann. Oder aber, die Wasservorranggebiete werden umgewandelt in Wasserschutzgebiete, wo in bestimmten Zonen der Bau von Windkraftanlagen erlaubt sind. „Die dafür notwendigen Untersuchungen und Gutachten werden derzeit mit den beteiligten Behörden ermittelt“, so die SWU.

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