Bergatreute feiert 333 Jahre Wallfahrt zum Gnadenbild Maria vom Blut

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 In Bergatreute wird seit mittlerweile 333 Jahren das Wallfahrtsfest Mariä Heimsuchung begangen.
In Bergatreute wird seit mittlerweile 333 Jahren das Wallfahrtsfest Mariä Heimsuchung begangen. (Foto: Blank)
Schwäbische Zeitung

Das Wallfahrtsfest Mariä Heimsuchung ist bei bester Witterung in Bergatreute mit 333-jähriger Tradition begangen worden. Schon frühmorgens um sechs Uhr beginnt das Tagwachspiel der örtlichen Musikkapelle. Spätestens dann wissen die Bewohner, dass in Bergatreute der höchste Feiertag neben den kirchlichen Hochfesten des Jahreskreises anbricht. Hunderte Besucher und Pilger drängen sich in die Kirche und verfolgen die Festmesse, die auch auf den Kirchplatz übertragen wird. Das in der Wallfahrtskirche verehrte Gnadenbild kam 1686 aus der böhmischen Stadt Klattau in den oberschwäbischen Ort und findet seither große Verehrung bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus.

Dekan Peter Müller aus Bad Saulgau, dessen elterliche Wurzeln im Bergatreuter Ortsteil Engenreute liegen, hat sich als Festprediger auf die altehrwürdige und mit rotem Samt geschmückte Schmuzer-Kanzel gewagt: Müller nahm die zwölf Sterne Marias als Eckpunkte dieser Neuevangelisierung und wandte sich besonders auch an die jüngere Generation: Man solle sich nicht vom großen Strom leiten lassen und sich zu seinem Glauben uneingeschränkt bekennen. Ein guter gelebter Glaube zeichne sich durch Ecken und Kanten und auch durch rechte Offenheit aus; Offenheit, die aber nicht in alle Richtungen gehen müsse.

Die Festmesse wurde vom Kirchenchor Bergatreute unter der Leitung von Caroline Forderer mitgestaltet. So durften sich die Wallfahrer der von Joseph Haydn komponierten Johannismesse erfreuen. Das von César Franck stammende Panis angelicus, vorgetragen durch die ebenso junge Solistin Christine Geray, war zusammen mit der Orgelbegleitung von Ludwig Kibler ein musikalischer Genuss.

Seit Mitte der 1970er-Jahre wird die Prozession mit dem Gnadenbild Maria vom Blut gefeiert. Das vom Hochaltar genommene Bild wird auf einer Sänfte unter einem Baldachin getragen. Eine lange Schlange Gläubiger zieht zu Gesängen der Lauretanischen Litanei zusammen mit mehreren Priestern, Diakonen und Ordensschwestern sowie den Erstkommunionkindern und Vereinen durch den Ort, hinaus in die Flur. Ein festlich geschmückter Altar und liebevoll gestalteter Blumenteppich bilden Kulisse für eine kurze Andacht. Der sakramentale Schlusssegen wird von Dekan Peter Müller allen Pilgern und Gläubigen in der Wallfahrtskirche gespendet.

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