Ährenhof in Bergatreute startet mit solidarischer Landwirtschaft

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 Im Januar startet die SoLawi auf dem Ährenhof in Giesenweiler bei Bergatreute. Im Gewächshaus sprießt schon der Feldsalat. Unse
Im Januar startet die SoLawi auf dem Ährenhof in Giesenweiler bei Bergatreute. Im Gewächshaus sprießt schon der Feldsalat. Unser Bild zeigt (von rechts) Lukas Cimander, Angelika Rißmann, Miriam Cimander, Thomas und Franziska Stemmer und Albrecht Rißmann. (Foto: Bettina Musch)
Bettina Musch

Im Januar startet die vierte solidarische Landwirtschaft (Solawi) im Landkreis Ravensburg. Das bedeutet, dass die Betreiber des Ährenhofes in der Gemeinde Bergatreute Gemüse- und Hühneranteile zu einem bestimmten Betrag direkt an die Verbraucher ausgeben. Durch diesen Zusammenschluss wird gemeinsam das Wirtschaftsjahr finanziert. Für die Verbraucher heißt das, dass sie wöchentlich in der gesamten Saison Gemüse und Eier erhalten können.

Die Spannung steigt auf dem Ährenhof in Giesenweiler, einem kleinen Weiler in der Gemeinde Bergatreute. Wie viele Ernteanteile werden wohl von den Verbrauchern erworben? Viel Arbeit ist schon im Vorfeld geleistet worden und jetzt geht es darum, die Finanzierung der Solawi auf ein gutes Fundament zu stellen.

Solidarisches Wirtschaften

Schon vor mehr als einem Jahr haben sich auf dem Ährenhof zwei Familien zusammengetan, um nicht nur hochwertige landwirtschaftliche Bioprodukte zu erzeugen und zu vermarkten, sondern auch mit viel Idealismus solidarisch zu wirtschaften. Der Entschluss dazu fiel, als Lukas Cimander den bestehenden elterlichen Hof von Albrecht und Angelika Rißmann übernahm, der bis dahin mit reiner Milchwirtschaft betrieben wurde. Aber das sollte sich ändern. Zusammen mit seiner Frau Miriam und gemeinsam mit den Freunden Thomas und Franziska Stemmer, alle mit landwirtschaftlicher und gärtnerischer Ausbildung, wurde beschlossen eine Solawi zu gründen (die SZ berichtete).

Umfragen, Einladungen auf den Ährenhof zur Besichtigung und viele Informationen folgten, um abzuklären, ob und welches Interesse bei den Verbrauchern besteht, gemeinsam dieses Vorhaben zu tragen. Und Interesse besteht, denn es haben etliche Interessenten schon ihre Bereitschaft dazu erklärt. Wie viele es tatsächlich werden, wird sich am 18. Januar zeigen.

„Nicht am Bedarf vorbei“

Die Ährenhofler sind voller Vorfreude und sehr gespannt. „Wir wollen kein fertiges Produkt herstellen, sondern wollen das gerne zusammen entwickeln, das heißt mit den Leuten zusammen das anbauen, was sie möchten und nicht am Bedarf vorbei“, sagt Miriam Cimander. Für das erste Jahr ist der Pflanzplan auf dem Demeterhof fertig. Die Folienhäuser zur Anzucht stehen bereits und der erste Feldsalat wächst. Auch der neue mobile Hühnerstall kann bezogen werden „Wir wollen zuerst starten, dann in den Prozess einsteigen“, meint Franziska Stemmer.

„Die Zielsetzung für das nächste Jahr ist, möglichst vielfältig anzubauen und dann im Oktober bei den Abnehmern rückzufragen“, ergänzt sie. Angestrebt wird ein ständiger Austausch mit den Abnehmern. Aber: „Pflege, Aussaat und Ernte sind unsere Aufgabe“, erklären die vier und entkräftigen damit das Gerücht, die Anteilnehmer seien auch zu landwirtschaftlicher Mithilfe verpflichtet.

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