Zurück zu den Wurzeln: Berg punktet gegen den Tabellenführer

Lesedauer: 5 Min
 Gut gemacht: Trainer Oliver Ofentausek tätschelt Sabrin Sburlea nach dem Schlusspfiff.
Gut gemacht: Trainer Oliver Ofentausek tätschelt Sabrin Sburlea nach dem Schlusspfiff. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Der TSV Berg hat Tabellenführer TSG Backnang in der Fußball-Verbandsliga mit einer starken kämpferischen Leistung ein 0:0 abgetrotzt. Mehr als eine Hälfte lang mussten die Berger nach einer gelb-roten Karte für Dan Constantinescu in Unterzahl auskommen.

Es ist knapp zwei Monate her, dass die TSG Backnang Punkte abgegeben hat. In der Tabelle hat die TSG bereits einen riesigen Vorsprung auf Platz zwei. Ausgerechnet gegen diesen überlegenen Tabellenführer wollte der TSV Berg nach zuletzt drei Niederlagen seine Negativserie beenden. Die Devise hieß: zurück zu den Wurzeln, auf die eigene Fußball-DNA besinnen. Das hatten Kapitän und Mannschaftsrat unter der Woche selbst eingefordert. Also weg von einer auf eine sichere Defensive ausgerichteten Spielweise, zurück zu Berger Powerfußball. Dementsprechend offensiv stellte Trainer Oliver Ofentausek seine Mannschaft auf. Im 4-3-3 lief nach langer Verletzungspause wieder Pierre Hodapp hinten links in der Viererkette auf. Ganz vorne attackierten Nikolas Deutelmoser, Arne Kittel und Andreas Kalteis den Gegner früh.

Das funktionierte gut: Die Berger konnten sich auf diese Weise in Halbzeit eins gleich mehrere aussichtsreiche Situationen erarbeiten, auch wenn die ganz großen Torchancen ausblieben. Zweimal brachten eigene Fehler den TSV aber auch an den Rand des Rückstands – erst Shqiprim Binakaj und dann 16-Tore-Mann Mario Marinic hatten die Führung für Backnang auf dem Fuß.

Die 43. Minute veränderte die Partie komplett: Bergs Innenverteidiger Dan Constantinescu, bereits mit Gelb verwarnt, räumte an der Außenlinie einen Gegner ab. Der Ball war zwar auch mit im Spiel, aber Schiedsrichter Max Angenendt schickte Constantinescu vom Platz.

Mehr als eine Halbzeit lang mussten die Berger nun also zu zehnt dem Tabellenführer, der bis dahin in 13 Spielen 35 Tore erzielt hatte, Paroli bieten. Ein Himmelfahrtskommando, aber der TSV ging es mit viel Laufbereitschaft und Leidenschaft an. Der Trainer zog Kittel ins Mittelfeld zurück, Niko Maucher übernahm den Posten neben Andreas Frick in der Innenverteidigung. Es ging nicht lange, da hatten beide Innenverteidiger auf für sie typische Art und Weise – Maucher mit einer Harakiri-Grätsche und Emotional Leader Frick wegen Reklamierens – Gelb. Aber alle beide hatten sich im Griff und lieferten wie das ganze Team kämpferisch eine tadellose Leistung ab.

Backnang versuchte es über außen, mit Diagonalbällen, durch die Mitte, aus der Distanz – eine echte Torchance sprang in Halbzeit zwei nur ein einziges Mal heraus: In der 48. Minute stand Marinic nach einem schnell ausgeführten Freistoß von rechts am langen Pfosten blank, köpfte aber Alin Constantinescu im Berger Tor direkt in die Arme.

Die Berger Abwehr hält dicht

Ansonsten hielt die Berger Verteidigung dicht. Das war Schwerstarbeit, denn Entlastung brachte die TSV-Offensive nur ganz selten zustande. In der 49. Minute gab Fäßler den Ball von rechts scharf herein, Nikolas Deutelmoser kam nicht heran. Und die beiden Distanzschüsse des eingewechselten Sabrin Sburlea in der Schlussphase gehen nur mit viel gutem Willen als Chancen durch.

Am Ende waren Kapitän Moritz Fäßler und seine Mannschaftskollegen glücklich, aber stehend kaputt. Für den Trainer ist das absolut in Ordnung: „Wenn die Jungs wie in den Spielen davor nach dem Schlusspfiff noch Luft für eine weitere Halbzeit haben, ist was falsch gelaufen“, Oliver Ofentausek war die Zufriedenheit mit der Leistung seines Teams unmittelbar anzumerken. „Jetzt geht es darum, diese Leistung nicht nur gegen den Tabellenführer abzurufen.“

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen