Rekordparty im Schussental: Noch nie haben so viele das Bergfest gefeiert

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Adelinde Schwegler

Helmut Griebs 24. Jahr im Amt als Bergs Bürgermeister toppt alles: Noch nie hat das Bergfest so viele Gäste gesehen, wie in den vergangenen drei Tagen und die Wetterprognosen verheißen, dass der Besucherstrom bis zum Feierabendhock am Montagabend anhalten wird. Dass sich „das höchste Fest im Schussental“ – O-Ton Grieb – großer Beliebtheit erfreut, daran hat der Bürgermeister entscheidenden Anteil, indem das Rathaus zum Festauftakt einen Empfang gibt, das Kinderfest ausgeweitet und das Bergfestschießen eingeführt wurde. Und so geriet der Bürgerempfang am Freitagabend zu einer Hommage für den scheidenden Bürgermeister.

Tagsüber gut, abends proppenvoll – drei Tage hatte der Musikverein Berg volles Zelt auf der Festwiese. Dabei war der vorgesehene Festablauf traditionell – auch beim Empfang am Freitagabend, wo der Bürgersaal gar nicht alle Gäste fassen konnte: Einzug der Bergfesttrommler, Begrüßungssignal der Jagdhornbläserinnen (Grieb: ein Alleinstellungsmerkmal für Berg), Heimatlied singen unter Begleitung von Hans-Peter Wolf , Begrüßung der Delegation aus der italienischen Partnergemeinde Rodigi/Rivalta und Blasmusik der örtlichen Trachtenkapelle.

Was im ausgedruckten Programm fehlte, war jedoch die Ehrung verdienter Bürger. Nicht weil es solche nicht gäbe, wie Helmut Gieb sagte, sondern weil sich in Handel, Handwerk und Gewerbe sowie durch Kommunalpolitik, Bildung und Betreuung, Vereins-, Sozial- und sonstiger ehrenamtlicher Arbeit viele, viele ums Gemeinwohl verdient gemacht hätten. Diesen allen dankte er für ihren Einsatz während der 24-jährigen Griebschen Bürgermeisterzeit.

In diesen 24 Jahren sei viel bewegt worden, doch wurden vom Schultes selbst darüber nur wenige Worte gemacht. Aber die Haushaltszahlen im Jahresschnitt von gut acht Millionen Euro im Verwaltungs- und drei Millionen im Vermögensetat können für sich sprechen und deutlich genug zeigen, dass in Berg ’was geht.

Ehrung umgedreht

„Was nicht geht, ist nach Meinung des Musikvereinsvorsitzenden und Neugemeinderats Reinhold Köberle, dass diesmal beim Gemeindeempfang die Ehrungen ausblieben. Also drehte er den Spieß: „Wenn keine Bürger geehrt werden, ehren wir eben den Bürgermeister“. Dass das Rathaus sich in die Bergfestgestaltung einmischte, wurde seinerzeit nicht ohne Skepsis gesehen, die jedoch längst in Wohlgefallen umgeschwenkt ist. Die Neuerungen haben sich zu einer Symbiose zwischen Rathaus und Musikverein entwickelt.

Weit über 400 Kinder beteiligten sich auch heuer wieder an von Hauptamtsleiter Matthias Kienle verantworteten den Spielenachmittag am Samstag auf der Bergfestwiese und 160 Schützen, die alle das Schwabenalter (40 Jahre) erreicht haben müssen, traten am Sonntag beim Schießwettbewerb an, den der örtliche Schützenverein beim Zelt ausrichtete. Und damit alle sich auf dem Berger Festgelände künftig noch wohler fühlen, gab es vom Rathaus nicht nur das Plazet, das Bergfestzelt heuer tiefer ins Gelände zu rücken, sondern auch dafür Schattenspender anzuschaffen: „24 Bäume, die der Musikverein dann pflanzt, bestelle ich noch“, sagte der bald scheidende Schultes an die Adresse seiner designierten Nachfolgerin, was Manuela Hugger lachend zur Kenntnis nahm.

„Bergfest auf Lebenszeit“

Ehrenzeichen habe der Musikverein nicht zu verleihen und Ehrenmitglieder gebe es schon mehrere, sagte Vorsitzender Köberle, also habe er seinen eigenen Weg gesucht, dem Bürgermeister für 24 Jahre, in denen man gemeinsam an eine Strang zog, zu danken. Und so wurde der bereits in der SZ vorgestellte Weizenbierpass kreiert und beim Bürgerempfang der „Bergfest-Ehrengastpass“ mit Garantie auf freien Eintritt und Verzehr beim Bergfest auf Lebenszeit noch draufgesetzt. Dieser Pass wurde in der Vereinsgeschichte bislang erst einmal vergeben: „A rare Sach also“, aber man wisse, dass sich Helmut Grieb im Zelt wohlfühle und hoffe, dass er dem Verein wie den Vereinsfesten die Treue halte.

Eine bislang einmalige Sache war dann noch, dass der Bürgermeister Dirigentenstab in die Hand nahm und die Trachtenkapelle erstmals den Bergfestmarsch zur Eröffnung des traditionellen Heimatfestes nicht im Zelt sondern im Bürgersaal spielte. Aber dann wo schon am ersten Abend über auf tausend Gäste auf den Fassanstich warteten.

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