Oberzeller Taktik gegen Berg: kratzen, beißen, punkten

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 Oberzells Jason Müller (links) gegen Andreas Frick vom TSV Berg.
Oberzells Jason Müller (links) gegen Andreas Frick vom TSV Berg. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Der SV Oberzell erwartet in der Fußball-Landesliga bereits am Freitag (18.30 Uhr) den Tabellenführer TSV Berg. Während Oberzell jeden Punkt gegen den Abstieg braucht, darf sich Berg im Titelrennen keine Blöße erlauben.

Die Saison geht in die Schlussphase – und für den SV Oberzell geht es um alles: Um jeden Preis in der Liga bleiben, das ist das Ziel. Gerade in diesem Jahr ist das aber eine besondere Herausforderung: Auf bis zu sechs kann die Zahl der direkten Absteiger noch ansteigen – abhängig davon, wie viele Mannschaften aus der Verbandsliga runter müssen. Und dort kämpfen mit dem FC Wangen, dem FC Olympia Laupheim und dem FC 07 Albstadt aktuell gleich drei Mannschaften aus dem Gebiet der Landesliga IV ums Überleben.

Das wiederum bedeutet für die Oberzeller: Im schlimmsten Fall reicht der Platz elf nicht einmal für die Relegation. „Es geht um mehr, als die aktuelle Platzierung zu halten“, meint denn auch Trainer Achim Pfuderer. „Um ganz sicher drin zu bleiben, müssen wir in der Tabelle weiter nach oben.“ Platz zehn ist aber seit dem vergangenen Mittwoch noch ein Stückchen weiter weg: Der FC Ostrach schob sich durch den 2:1-Sieg im Nachholspiel gegen den FC Mengen auf Rang acht.

Sieg gegen Altheim macht Mut

Vier Punkte ist Rang zehn nun entfernt – und die Oberzeller haben bereits ein Spiel mehr absolviert als ein Großteil der anderen Mannschaften. Immerhin: Der 6:0-Sieg beim direkten Konkurrenten FV Altheim hat nach den zwei Niederlagen an Ostern wieder Mut gemacht. „Wir sind nach der Niederlage gegen den FV II zusammengesessen und haben Tacheles geredet“, berichtet Pfuderer, der seinem Ärger Luft machte: „Wir sind im Derby mit einer gelben Karte vom Feld gegangen – da hatten wir das rosa Tütü an.“ Gegen Altheim zeigte die Mannschaft eine Reaktion: „Wichtig ist aber, dass das keine einmalige Sache bleibt – nur mit der richtigen Mentalität haben wir die Chance, in der Liga zu bleiben.“

15 Punkte sind für die Oberzeller noch zu vergeben. „Wir müssen davon das Maximum holen“, sagt der Trainer. Das heißt: „Auch gegen Berg können wir nicht mit der Einstellung in die Partie gehen: Mal schauen, was dabei herauskommt. Wir müssen punkten, dafür müssen wir kratzen und beißen.“

Fünf Punkte Vorsprung hat der TSV Berg an der Spitze der Landesliga-Tabelle. Das sieht komfortabler aus, als es ist. Die Berger müssen noch zu Verfolger Weiler – und die Allgäuer haben momentan die bessere Performance als der Spitzenreiter: In der Rückrunde hat der FV Rot-Weiß Weiler vier Punkte mehr geholt als die Berger.

Der TSV lebt aktuell vor allem von einer starken Defensive. In den neun Landesligapartien seit Jahresbeginn haben Dauerbrenner Andreas Frick – der Innenverteidiger hat bis dato in den 24 Partien der Berger die meisten Spielminuten gesammelt – und seine Abwehrkollegen nur drei Gegentore zugelassen. Oliver Ofentausek bemüht eine alte Fußballerweisheit: „In der Offensive gewinnt man Spiele, in der Defensive Meisterschaften“ – der Trainer weiß aber auch, dass sein Team auf der anderen Seite des Platzes mitziehen muss: „Jetzt muss sich die Offensive dem überragenden Niveau der Defensive anpassen.“

Wenige Tore erzielt

Wenn man das 6:1 gegen die bereits abgestiegene SG Kißlegg herausnimmt, hat der TSV zuletzt in drei Spielen nur einmal getroffen. Immerhin: „Wir erarbeiten uns in jedem Spiel ein Chancenplus“, meint Ofentausek. Fakt ist aber, dass die Mannschaft zu fahrlässig mit diesen Chancen umgeht. „Es ist eigentlich verrückt, dass ich nach einer so starken Leistung wie in der ersten Halbzeit gegen Leutkirch eine Kabinenpredigt halten muss.“ Aber was bei einer Unmenge an Möglichkeiten fehlte, war ein Tor. Das gelang in Halbzeit zwei – Dominik Damjanovic rettete die fünf Punkte Vorsprung.

„Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand“, sagt der Trainer. „Wir wollen in den nächsten Spielen die Basis dafür legen, dass wir die Chance haben, in Weiler das erste Endspiel um die Meisterschaft zu haben.“ Dass das schon in Oberzell kein Spaziergang wird, ist dem Trainer klar: „Oberzell steht unter Wert da. Die Oberzeller haben zuletzt das wichtige Spiel gegen Altheim klar für sich entschieden und haben gegen uns nichts zu verlieren.“

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