Manuela Hugger und Patrick Söndgen: Spannendes Duell zwischen den Bürgermeisterkandidaten in Berg

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Ein voller Saal mit interessierten Zuhörern
Die Moderatoren Katrin Neef (links) und Philipp Richter (rechts) im Gespräch. (Foto: Wynrich Zlomke)
Wolfgang Steinhübel

Es ist ein heißes Duell in Berg, die Spannung ist in der ganzen Gemeinde zu spüren. Wer wird der oder die Nachfolger/in von Helmut Grieb, wenn am kommenden Sonntag, 14. Juli, in Berg gewählt wird. Es bewerben sich die Schmalegger Ortsvorsteherin Manuela Hugger (45) und der Bundeswehr-Offizier Patrick Söndgen (28). Die Spannung war auch bei der Podiumsdiskussion der „Schwäbischen Zeitung“ am Mittwochabend in der Turn- und Festhalle in Berg zu spüren.

Interesse unter den Bürgern ist groß

Die ersten der mehr als 550 Bürger kamen schon gut eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn in die Halle. Der Saal war brechend voll, die Menschen standen bis in den Eingang und auf der Galerie. Das Interesse war also groß. Auf dem Podium diskutierten die SZ-Redakteure Katrin Neef und Philipp Richter mit Manuela Hugger und Patrick Söndgen über kommunalpolitische Themen der Gemeinde Berg. Die beiden Kandidaten hatten jeweils zwei Minuten Zeit, um die Fragen der Redakteure zu beantworten, zudem hatten viele Leser im Vorfeld Fragen eingesandt, dann gab es noch eine Fragerunde für das Publikum.

Zuerst stellten sich die beiden Bewerber kurz vor. Hugger bezeichnete sich als tatkräftige Frau mit vielen frischen Ideen, die sie mit viel Herzblut vertritt. Mit Engagement und Sachverstand will sie die Berger Zukunft lebens- und liebenswert gestalten. Söndgen bezeichnete sich als „ein Fan der Demokratie, der für die Gesellschaft arbeiten will“. Einer mit Ecken und Kanten, der seine Ideen für die Zukunft auf Augenhöhe einbringt.

Wir brauchen auch den Sozialen Wohnungsbau

Patrick Söndgen

Der erste Fragenblock drehte sich um die Wohnungsbaupolitik und die Schaffung von Wohnraum. Söndgen ist für ein gemeinsames Miteinander: „Wir brauchen auch den Sozialen Wohnungsbau“. Ebenso Grundstücke für junge Familien und Angebote für die älteren Mitbürger. Er ist für ein gemeinsames Miteinander, gegen eine Ghettobildung. Seine Idee: Mit Unternehmen kooperieren, die Mitarbeiterwohnungen bauen sollen.

Patrick Söndgen steht für eine freie Wirtschaft.
Patrick Söndgen steht für eine freie Wirtschaft. (Foto: Wynrich Zlomke)

Hugger will schnell Baugebiete in kleinerem Umfang schaffen. Der Paragraf 13b gibt dazu noch die Möglichkeit, bis Ende des Jahres Bauvorhaben bis zu einem Hektar in einem vereinfachten Verfahren ohne ökologischen Ausgleich zu schaffen. Beide Kandidaten wollen diesen Paragrafen nutzen. Auch Hugger ist für eine gute Durchmischung. „Den ökologischen Ausgleich müssen wir freiwillig herstellen“, sagte sie. Beide sind für mehrstöckige Gebäude, wenn sie ins Landschaftsbild passen. Hugger: Gerade mit Blick auf die Landwirtschaft sei das auch wichtig, die sonst an Fläche verliere.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bezeichneten beide Kandidaten als verbesserungswürdig. Hugger will mit Baindt, Baienfurt, Ravensburg und Weingarten im Mittleren Schussental eine eigene Verkehrsgesellschaft gründen. Vorrangig will sie aber eine direkte Busverbindung nach Weingarten schaffen. Söndgen will auch mit anderen Gemeinden verhandeln, um ein besseres Angebot zu erhalten. Eine weitere Idee, die er vorstellte, die auch Benjamin Strasser schon zuvor äußerte: autonom fahrende Busse.

Manuela Hugger möchte einen engen Kontakt mit den Unternehmen.
Manuela Hugger möchte einen engen Kontakt mit den Unternehmen. (Foto: Wynrich Zlomke)

Beim Klima- und Umweltschutz will Söndgen kommunale Dächer mit Photovoltaikanlagen ausstatten und in Berg LED-Brunnen aufstellen, die die Bürger mit kostenlosem Trinkwasser versorgen. Hugger will bei der Jugendfeuerwehr Juniorklimamanager ausbilden und Energiemanagement in öffentlichen Gebäuden betreiben.

Der letzte Frageblock betraf die Wirtschaftsförderung. Hugger will einen engen Kontakt zu den Unternehmern schaffen, um herauszufinden, wo sie Entwicklungsmöglichkeiten sehen und „wo der Schuh drückt“. Söndgen will gemeinsam mit Unternehmen und anderen Gemeinden ein interkommunales Gewerbegebiet schaffen.

Die Turn- und Festhalle in Berg war voll.
Die Turn- und Festhalle in Berg war voll. (Foto: Fotos: Wynrich Zlomke)

Anschließend wurden Fragen der SZ-Leser und Fragen aus dem Publikum behandelt. Immer wieder wurde der Brunnenplatz angesprochen. Söndgen will ihn mit einem Marktplatzfest, Konzerten und Gastronomie aufwerten. Hugger den Kontakt zum Eigentümer der Immobilie suchen, um dann Möglichkeiten zu finden, das „Wir-Gefühl“ zu stärken. Die engen Verkehrsverhältnisse rund um den Brunnenplatz, das wilde Parken und die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen wollen beide angehen.

Das Publikum verfolgte konzentriert und aufmerksam die eineinhalbstündige Diskussion. Spannende Fragen wurden zum Schluss gestellt: Eine an Patrick Söndgen, was ihn denn bei seiner mangelnden Erfahrung für das Amt des Bürgermeisters befähige und die Frage an Hugger, ob der Beruf ihres Mannes Oliver Spieß als Bürgermeister von Fronreute sich nachteilig für Berg auswirken könne. Weiter, ob sie ihren Wohnsitz nach Berg verlegen wollen, wenn sie gewählt sind werden.

Als Bürgermeister lebt man in der Gemeinde, es spielt keine Rolle, wo der Bürgermeister übernachtet

Manuela Hugger

Söndgen sagte zur ersten Frage, dass er sich schnell in Arbeitsabläufe einarbeiten könne. Er möchte den Bürgern auf Augenhöhe begegnen und habe in seinen Mitarbeitern Verwaltungsexperten mit viel Erfahrung. Er wolle mit seiner Familie nach Berg ziehen und ein Teil der Gemeinde werden. Hugger sagte: „Als Bürgermeister lebt man in der Gemeinde, es spielt keine Rolle, wo der Bürgermeister übernachtet.“ Den Beruf ihres Mannes sieht sie eher als Vorteil, die Nähe könne sich auch als nützlich erweisen.

„Wo sehen sie Berg nach ihrer ersten Amtszeit?“ war die letzte Frage der Redakteure. Manuela Hugger will zufriedene Bürger und dass die Gemeinde weiterhin finanziell gut dastehe. Konkret will sie den Brunnenplatz beleben und den ÖPNV verbessern. Söndgen beruft sich auf die Tradition. „Wenn ein Bürger die Gemeinde Berg verlässt, soll er gerne wiederkommen wollen.“

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