Der TSV Berg hat den großen Wurf im Blick

 Nach den Siegen in Riedlingen (im Bild links Thomas König gegen Felix Schmid) und in Nusplingen im WFV-Pokal, startet der TSV B
Nach den Siegen in Riedlingen (im Bild links Thomas König gegen Felix Schmid) und in Nusplingen im WFV-Pokal, startet der TSV Berg am Wochenende in die Verbandsligasaison. (Foto: Thomas Warnack)
Giuseppe Torremante
Sportredakteur

Das Wort Oberliga nimmt Oliver Ofentausek, Trainer des Fußball-Verbandsligisten TSV Berg, nicht leichtfertig in den Mund. Der 47-Jährige hat mit seiner Mannschaft ganz klare sportliche Ziele. In der kommenden Saison hofft er, dass sein Team Platz vier erreicht. In den kommenden Jahren soll der große Wurf gelingen. Die Oberliga verliert der TSV nicht aus den Augen. Aber Druck macht Ofentausek nicht. Gut Ding braucht Weile. Das weiß er. Planen lässt sich ein Aufstieg nicht. Am Samstag kommt der SV Fellbach nach Berg (15.30 Uhr). Der erste Gradmesser der neuen Saison. „Nach dem Spiel wissen wir, woran wir noch arbeiten müssen“, betont Bergs Trainer.

Ofentausek ist seit 16 Jahren Trainer und er hat noch nie so eine durchwachsene Vorbereitung mit einer Mannschaft erlebt. Zum Teil waren aus verschiedenen Gründen nur 13 Mann im Training. Nach einer langen Saison mit 38 Pflichtspielen in der Liga war die Pause und die Vorbereitung auf die neue Spielzeit zu kurz. Der 47-Jährige hadert aber nicht mit dem Schicksal, versucht das Beste aus dieser unerfreulichen Situation zu machen. Ändern kann er manche Situationen außerhalb des Platzes nicht. Großen Einfluss hat er aber in den Einheiten und bei den Spielen des TSV Berg.

Die neuen Spieler bereichern das Kollektiv

Ein erstes Ziel hat er bereits erreicht. Die neuen Spieler fühlen sich in Berg wohl, arbeiten hart, sind gierig und bereichern das Kollektiv. „Das ist die Arbeit von allen hier bei uns“, sagt Ofentausek. Finn Tolkmitt (SG Waldburg/Grünkraut), Julian Karg (FV Rot-Weiß Weiler), Fabian Elshani (TSV Eschach), Jan Büg (FC Memmingen), David Hoffmann (FV Ravensburg II) und Jonathan Hill (eigene Jugend) geben dem Berger Kollektiv neue Impulse. Die Spieler kommen von der Kreisliga A bis zur Landesliga. „Entscheidend ist der Wille, dazuzulernen und sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen“, betont Ofentausek.

Trotz aller Euphorie über die Neuzugänge wissen weder Trainer noch Mannschaft, wo sie stehen. Deshalb erwartet er von seinem Team, dass es am Samstag gegen eine der Topmannschaften der Liga alles gibt, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Die Verantwortlichen in Fellbach haben Mario Marinic von der TSG Backnang verpflichtet. Der neue Trainer holte einige interessante Spieler. Das Ziel ist klar: Die oberen Plätze sollen es sein. „Ehrlich gesagt, interessiert mich das herzlich wenig. Ich habe Respekt vor jedem Gegner. Ich bin aber der Meinung, dass wir uns immer auf uns selbst konzentrieren sollen. Da ist mir der Gegner egal“, meint Ofentausek.

Wichtig sei es, im Fußball als Kollektiv zu funktionieren. Nur gemeinsam lassen sich Aufgaben bewältigen. Oliver Ofentausek interessiert sich nur für seine Mannschaft. Da will er jeden Spieler weiterentwickeln. Die Mannschaft starkreden. „Sich mit dem Gegner zu beschäftigen ist für mich eine verpuffte Zeit“, betont er. Fehler passieren im Fußball. Das Entscheidende sei aber, wie Spieler danach reagieren. „Wir trainieren Umschaltmomente bei Ballverlust und Ballgewinn. Das ist das A und O im Fußball. Wer das beherrscht, der kann auch jedem Gegner sein Spiel aufzwingen“, sagt der TSV-Coach. Egal welchen Namen die Teams tragen. Für den 47-Jährigen ist jedes Spiel in der Verbandsliga ein Gradmesser. „Da kommen verschiedene Spielsysteme auf dich zu. Wir arbeiten daran, schnell zu reagieren, um unser Spiel aufziehen zu können“, weiß Ofentausek.

Nicht nur auf dem Spielfeld passieren Fehler. Auch außerhalb des Platzes gehen manche Dinge in die falsche Richtung. Berg spielte eine starke Rückrunde, klopfte bereits an den ersten beiden Plätzen in der Tabelle an und dann kam der Bruch. Am Ende war es nach zwei deutlichen Siegen gegen Heiningen und Normannia Gmünd noch Platz sechs. „Wir haben aus dieser Situation unsere Konsequenzen gezogen. Nach der Vorrunde werden wir bald mit den Spielern sprechen, ob der TSV Berg auch in der neuen Saison ihre Heimat ist. In der vergangenen Saison verhandelten manche Fußballer bis in den Mai hinein. Da bist du nicht frei, alles für den alten Verein zu geben“, sagt der Cheftrainer.

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