Bürgermeister singt selbst

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 Bürgermeister Helmut Grieb ließ als Liedermacher 24 Jahre Amtszeit Revue passieren.
Bürgermeister Helmut Grieb ließ als Liedermacher 24 Jahre Amtszeit Revue passieren. (Foto: Adelinde Schwegler)

Wirtschaftszahlen und Firmenpräsenz allein dokumentieren noch nicht die Leistungskraft einer Gemeinde. Dazu gehören auch die Vereine und Institutionen und die Menschen, die in ihnen wirken und damit Lebensqualität und Freizeitwert einer Kommune stärken. Ihnen räumten Gemeinde und Leistungsschau-Team den meisten Platz ein. Und sie hatten, wie Vorsitzender Diego Wiedemann sagt, „mit dieser etwas anderen Leistungsschau vollen Erfolg“ erzielt: Voller Bürgersaal zum Bürgerabend als Auftaktveranstaltung im Rathaus und über 2000 Besucher am Sonntag.

Beide Veranstaltungen sind eigentlich als Einheit zu sehen. Und waren im Grunde nicht nur sie Demonstration von Leistungskraft und unterhaltendes Element im örtlichen Veranstaltungsangebot, sondern auch eine Rückschau auf 24 Jahre Berg mit Bürgermeister Helmut Grieb. Das zeigte sich beim Bürgerabend, als sich der Schultes daran erinnerte, dass der Flügel, auf dem Peter Fuchs den Schultes begleitete, die erste Anschaffung nach seinem Amtsantritt war. Zu gegebenem Anlass präsentierte sich Grieb als Liedermacher mit zwei selbst komponierten und getexteten Vorträgen über „die Zeit“ und „Ein sonniges Lächeln“. Und es war seine Antwort auf die Frage, was auf seine Jahre im Berger Rathaus folgt, die im August zu Ende gehen. „Die Musik“ solle es neben der Kommunalpolitik (er bewirbt sich um Mandate im Ravensburger Gemeinderat und im Kreistag) und seinem Mandat bei der Raiffeisenbank Ravensburg sein. Und auch freundschaftlich-kulturelle Beziehungen, wie sie zum Milka-Präsidenten Christoph Stehle und Maulart-Kabarettist Wolfgang Engelberger bestehen, die beide beim Bürgerabend mit lustig-tiefsinnigen Beiträgen begeisterten, sollen weiter gepflegt werden.

Den Berger Alltag wie er sich im Zeitenlauf veränderte, zeigte Rudi Lehn mit seiner Postkartensammlung. Und die Wände im Bürgersaal schmückten gemalte Bilder, Fotografien und alte Flurkarten, die noch bis zum Monatsende zu den Geschäftszeiten des Rathauses angeschaut werden können. Um die Information perfekt zu machen, steuerte Helmut Grieb die Zahlen bei, wie sich die Gemeinde mit ihren 55 Wohnplätzen von Aichach bis Zuberg unter seiner Ägide bis heute entwickelte.

13 Millionen Euro flossen allein in Schulareal und Kinderhaus. Die Leistungsschau auf dem Schulareal zeigte am Sonntag „was man aus einem Schulgebäude und einer Festhalle aus den 60er Jahren machen kann“ so Grieb. Nämlich ein Bildungs-, Betreuungs- und Sportstättenangebot, Musikprobelokal und Jugendtreff, das die Besucher mit „einfach toll“ bis „wollte grad noch mal Kind sein“ quittierten.

Während die Erwachsenen hier oder an einem der 40 Vereins- oder Firmenstände staunten, zog es die Kinder zu den präparierten Wildtieren am Jägerstand, zur Popcornmaschine im Jugendtreff oder zum Glücksrad. Und dann traf man sich wieder in Festhallenfoyer, wo am Vormittag nach Gottesdienst und dem Auftakt der Jagdhornbläsergruppe der Bürgermeister und Diego Wiedemann das Bergfest eröffneten. Sozialminister Manne Lucha und als Vertreter der örtlichen Wirtschaft Lothar Seibold, der Geschäftsführer von Bergs größtem Arbeitgeber Rafi, sprachen Grußworte und später spielten hier Kirchenchor, Musikkapelle und die Bergfesttrommler auf. Als gut hatte sich die Entscheidung erwiesen, die ganze Veranstaltung von vornherein zugunsten von Parkmöglichkeiten weniger fürs Freigelände als in trockene Räume auf dem Schulareal zu planen. Denn der Himmel schickte Kälte und Schneeregen. Diego Wiedemann freute sich besonders darüber, dass es mit der Leistungsschau gelang, auch Kinder und Jugendliche einzubinden, sei es, dass Firmen ihr Arbeits- und Ausbildungsangebot präsentierten, in der Schule und bei der Feuerwehr Neugier aufs Experimentieren geweckt wurde oder ein Aufgebot von 20 Ministranten auch für eine Leistungsschau eine Leistung war.

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