Aus Freude am Nervenkitzel

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Die Vereinsmitglieder des El Dorado Drift Rodeos sind zufrieden mit Verlauf der Veranstaltung.
Die Vereinsmitglieder des El Dorado Drift Rodeos sind zufrieden mit Verlauf der Veranstaltung. (Foto: seli)
Schwäbische Zeitung

Mit Schweiß auf der Stirn eilt Alexander Aich in die Werkstatt. Dort warten rund 400 abgenutzte Reifen darauf, abgefahren zu werden. Schnell wechselt Aich die Reifen an einem aufgemotzten Auto. Es muss schnell gehen, denn schließlich wollen die Fahrer an diesem Wochenende Gas geben. Viele freiwillige Helfer, darunter auch Aich, sind am Samstag und Sonntag auf dem Gelände des ehemaligen Schleckerzentrallagers im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf des Drift Rodeos zu ermöglichen. Zum dritten Mal wird das Rodeo vom Verein El Dorado Drift Company aus Schemmerberg veranstaltet. Im ersten Jahr noch in Laupheim, organisierten die Vereinsmitglieder die Motorsportveranstaltung zum zweiten Mal in Berg.

Auch Carolin Gindele war am Wochenende in der Werkstatt aktiv. „Ich bin von Beruf eigentlich Optikerin. Für mich ist das also Neuland. Aber ich kenne hier alle und es macht unglaublich Spaß, dabei zu sein“, sagte sie.

Sowohl für die Zuschauer als auch für die Fahrer ist es am Wochenende purer Nervenkitzel gewesen. „Zu driften gibt mir einen ungeheuren Adrenalinkick“, sagte Tobias Stegmeier, Mitglied des El Dorado Vereins. „Alle, die bei mir im Drifttaxi mitfahren, sind einfach nur begeistert“, so der 29-Jährige.

Auch Jürgen Hummler bekam bei seinen Taxifahrten durchweg gute Resonanz. „Ich werde oft gefragt, wie man das Driften lernen kann. Meine Antwort ist dann: definitiv nicht im Straßenverkehr.“ Durch Veranstaltungen wie der Tuning Messe oder einem Rennen in Hoffenheim war Hummler vor vielen Jahren auf den Motorsport aufmerksam geworden. „Seitdem bin ich süchtig“, sagte er mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht.

„Unser Verein ist damals erst aus einer Bierlaune heraus entstanden“, erinnerte sich Vereinsmitglied Dietmar Brendle. „Es gibt sonst keine Möglichkeit, diesen Sport auszuüben und deshalb haben wir solche Drift Rodeos auf die Beine gestellt.“ Für den Verein ist der 44-Jährige schwer ersetzbar. Brendle besitzt eine eigene Autowerkstatt und so konnte in den vergangenen Wochen an den Driftautos kräftig geschraubt werden, um die Autos der Vereinsmitglieder für das Drift Rodeo fit zu machen.

Viel Zeit investiert

„Wir haben viel Zeit in unsere Autos investiert. Aber es macht einfach Spaß“, so Brendle und fügt hinzu: „Wenn ich sehe, wie viele Besucher wir an diesem Wochenende hatten, bin ich sicher, dass es den Besuchern auch Spaß macht und es nicht das letzte Drift Rodeo war.“ Viele Besucher standen am Samstag und Sonntag für Stunden an der Absperrung zur Rennstrecke und schauten gebannt auf die Autos, die mit rasanter Geschwindigkeit um ihre eigene Achse wirbelten und Kurven schnitten. Einige hielten ihre Smartphones in die Höhe und filmten das Spektakel oder machten Fotos.

„Da wir dieses Jahr mehr Fläche zum Zuschauen bereit gestellt haben, ist den Besuchern auch mehr geboten“, sagte Jürgen Hummler. „Wir haben in diesem Jahr alles richtig gemacht und auch das Wetter war perfekt“, so der Vereinspräsident. Er schätzte die Besucherzahl der zweitägigen Veranstaltung auf etwa 3000.

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