Die Gemeinde Baindt bekommt einen Feneberg

Lesedauer: 5 Min

Für manche kommt die Nachricht überraschend, aber hinter den Kulissen ist schon länger klar, dass Feneberg einen Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern in Baindt eröffnen wird. In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Baindt am Dienstagabend hat Geschäftsführer Christof Feneberg das Konzept der Supermarktkette aus dem Allgäu vorgestellt.

Gebaut wird die Feneberg-Filiale auf einer Fläche des Fischerareals entlang der Straße zwischen Baienfurt und der Bundesstraße 30 (links). Wie bereits berichtet, befindet sich die Gemeinde Baindt in einem Dorfentwicklungsprozess, bei dem es um die Gestaltung des Fischerareals und des Dorfplatzes geht. Die Gemeinde hatte das Fischerareal gekauft, um dort vor allem Wohnraum zu schaffen. In welcher Form das ganz genau geschehen wird, ist noch unklar. Der Startschuss dafür ist mit dem Aufstellungsbeschluss zum (vorhabenbezogenen) Bebauungsplan für die Fläche in der Dienstagssitzung ebenfalls gefallen.

Wichtig war der Gemeinde die Sicherung der Nahversorgung für die Zukunft. Denn durch die Bebauung des Fischerareals und Erweiterung von Wohngebieten wird Baindt über die nächsten Jahre bis zu 400 neue Einwohner bekommen, die versorgt werden wollen. In der Vergangenheit war immer wieder über die Zukunft des CAP-Marktes im Zentrum Baindts – ein Projekt, bei dem Menschen mit Behinderung mitarbeiten – diskutiert worden. Es war nämlich unklar, wie lange der Lebensmittelmarkt dort bestehen bleibt.

Egon Streicher, der Geschäftsführer der OWB (Oberschwäbische Werkstätten gGmbH), die den Baindter CAP-Markt betreiben, sagte immer, dass sich der Markt nicht halten könne, sollte er direkte Konkurrenz bekommen. Immer wieder sprach er vom Baindter „Vergessensmarkt“, in dem eingekauft wurde, wenn man bei seinen Haupteinkäufen etwas vergessen hat. Der Tenor im Gemeinderat war also: Wenn man jetzt eine Fläche und die Möglichkeit hat, einen Supermarkt herzuholen, dann sollte man diese Chance nicht ungenutzt lassen. Nicht, dass man am Ende ohne einen Lebensmittelmarkt dasteht.

Jetzt ist es also geglückt, Feneberg zu gewinnen – ein Wunschkandidat der Gemeinde. Die Verbindung hat der Investor Jürgen Gaschler aus Hergatz hergestellt. Er hat mit der Gemeinde Baindt eine sogenannte Reservierungsvereinbarung geschlossen. Die Supermarktkette Feneberg mit Sitz in Kempten im Allgäu betreibt eigenen Angaben zufolge 76 Filialen in der Region Bodensee-Oberschwaben-Allgäu, neben großen Märkten wie etwa der in der Ravensburger Weststadt betreibe Feneberg auch kleinere Filialen, so der Geschäftsführer. Die Kette kommt 2016 auf einen Jahresumsatz von 336 Millionen Euro. Damit landet die Kette laut Lebensmittelzeitung auf Platz 30 der größten deutschen Supermarktketten. Wie Christof Feneberg in der Gemeinderatssitzung erläuterte, lege man besonderen Wert auf Regionalität. Deswegen habe man viele Erzeuger aus der Region unter Vertrag – unter anderem aus Wolfegg und Schlier.

Zum Konzept eines Feneberg-Marktes gehören aber auch eine Fleisch- und Wursttheke sowie eine Backwarenabteilung, so Christof Feneberg. Das sei Firmenphilosophie. Daran wolle er auch festhalten, machte er auf Nachfrage von Gemeinderat Helmuth Boenke, ob man denn wirklich eine Bäckerei im Markt brauche, deutlich. Schließlich hat Baindt bereits drei Bäckerei-Filialen mit Hamma im CAP-Markt, der neuen Hausmann-Filiale und dem Baindter Beck (Schmidt). Prinzipiell seien aber Kooperationen der Supermarktkette möglich, so Feneberg. Solche Kooperationen gebe es bereits andernorts. Gemeinderätin Mathilde Kaffenberger regte an, ob man nicht über dem Supermarkt Büroräume einrichten könnte, mit Platz für zum Beispiel Arztpraxen. Feneberg selbst habe kein Problem damit, allerdings habe man dann eventuell ein Problem mit ausreichenden Parkplätzen.

Läuft alles nach Plan, können die Baindter bereits im Herbst 2019 im neuen Supermarkt einkaufen. Bis dahin wird auch der neue Kreisverkehr an der Straße zwischen Baienfurt und B 30 gebaut sein.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen