Baindt wählt Simone Rürup zur Bürgermeisterin

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Im Vorfeld der Wahl hat es kurz Turbulenzen gegeben, weil der Baindter Gemeinderat die Wahl ursprünglich auf den Sonntag, 25. November, festgelegt hatte, der in diesem Jahr der Totensonntag ist. Doch laut Paragraph 2 des Kommunalwahlgesetzes (KomWG) darf an einem solchen Gedenktag keine Wahl stattfinden. Wortwörtlich heißt es im Gesetzestext: „Der Wahltag muss ein Sonntag sein. Am Ostersonntag, am Pfingstsonntag, am Totengedenktag sowie an gesetzlichen Feiertagen dürfen keine Wahlen durchgeführt werden.“ Es folgten sogleich ein neuer Gemeinderatsbeschluss und eine erneute Ausschreibung. Dieses Mal mit dem Wahltermin 2. Dezember.

Die offizielle Amtseinführung und die Verabschiedung von Elmar Buemann ist bereits auf den 12. Februar 2019 terminiert.

Mit dieser Eindeutigkeit haben die Baindter nicht gerechnet. Simone Rürup hat im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl am Sonntag überwältigende 64,9 Prozent erreicht. Das kratzt sogar an einer Zweidrittelmehrheit. Um im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt zu werden, sind laut Gemeindeordnung 50 Prozent plus eine Stimme notwendig. Das hat die Eschacher Ortsvorsteherin Simone Rürup mehr als übertroffen.

 Das Baindter Wahlergebnis im Überblick.
Das Baindter Wahlergebnis im Überblick. (Foto: Grafik: Alexis Albrecht)

Mitbewerber Stefan Obermeier, der Vermessungsdirektor und ehemalige Bürgermeister von Ebenweiler, erreichte mit 26,8 Prozent der Stimmen den zweiten Platz. Der Geschäftsführer des Weingartener Stadtmarketings, Marcus Schmid, holte 7,4 Prozent; der Baindter Praxisassistent, der krankheitsbedingt keinen Wahlkampf führen konnte, 0,9 Prozent.

Wahlbeteiligung niedriger als 2002

„Wir haben fest mit einem zweiten Wahlgang gerechnet“, war Baindts Hauptamtsleiter Walter Plangg überzeugt. Er war für die Organisation der Wahl zuständig. Seine Aussage trifft das, was die meisten Baindter im Vorfeld diskutiert haben. Doch als im Dietrich-Bonhoeffer-Saal (Wahlbezirk 3) die ersten Wahlzettel auf die einzelnen Stapel zugeordnet wurden, war schnell klar, dass dieser zweite Wahlgang nicht mehr notwendig sein würde.

Die Spannung war groß in der Schenk-Konrad-Halle, wo Bürgermeister Elmar Buemann das Wahlergebnis verkündete. Schon um 19 Uhr war die Halle voll. Die Weggefährten, Freunde und auch die Familien der Kandidaten waren nach Baindt gekommen. Unter den Gästen waren neben Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) auch der CDU-Landtagsabgeordnete August Schuler sowie der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Müller. Etliche Bürgermeisterkollegen aus dem ganzen Landkreis Ravensburg waren gekommen. Darunter Bergs Bürgermeister Helmut Grieb. „Eschach ist eben eine gute Schule“, sagte Grieb, der früher wie Simone Rürup Eschacher Ortsvorsteher war. Gleich wie Bürgermeisterkollege Holger Lehr aus Grünkraut.

Ein wenig Enttäuschung war bei den Baindtern über die Wahlbeteiligung von 53,7 Prozent zu spüren, die etwas niedriger lag als bei der Bürgermeisterneuwahl von Elmar Buemann im Jahr 2002. Damals lag die Wahlbeteiligung bei knapp 59 Prozent. Als Bürgermeister Buemann dann das Ergebnis von Simone Rürup vorlas, brach die Halle in lauten Jubel aus. Lang anhaltender Applaus, Pfiffe und vor Freude strahlende Gesichter in der Halle. In manchen Gesichtern konnte man sogar Tränen entdecken. Die Musikkapelle spielte der Siegerin ein Ständchen, und der Kirchenchor sang.

„Auf diese Situation habe ich mich bewusst nicht vorbereitet“, sagte die sichtlich überwältigte Stimmenkönigin, als sie mit leicht flattriger Stimme ans Mikrofon trat. Sie habe in den drei Monaten zehrenden Wahlkampfs, der sie sehr gefordert habe, viele tolle Menschen kennengelernt und freue sich über das große Vertrauen der Wähler. „Bedanken möchte ich mich bei meinen Mitbewerbern für die Fairness.“

Enttäuscht über das Ergebnis zeigte sich Marcus Schmid: „Ich hätte mit mehr gerechnet und und auch mit einer höheren Wahlbeteiligung. Aber das Leben geht weiter. Ich habe eine tolle Familie und einen guten Job.“ Kandidat Stefan Obermeier, der auch mit einem zweiten Wahlgang gerechnet hat, war sehr überrascht. „Ich habe mit deutlich mehr gerechnet. Ich habe einen aufwendigen Wahlkampf gemacht und mich sehr ins Zeug gelegt. Enttäuschend ist auch, dass gerade einmal die Hälfte zur Wahl geht“, so Obermeier. Sowohl er als auch Schmid waren unter den ersten Gratulanten.

Im Vorfeld der Wahl hat es kurz Turbulenzen gegeben, weil der Baindter Gemeinderat die Wahl ursprünglich auf den Sonntag, 25. November, festgelegt hatte, der in diesem Jahr der Totensonntag ist. Doch laut Paragraph 2 des Kommunalwahlgesetzes (KomWG) darf an einem solchen Gedenktag keine Wahl stattfinden. Wortwörtlich heißt es im Gesetzestext: „Der Wahltag muss ein Sonntag sein. Am Ostersonntag, am Pfingstsonntag, am Totengedenktag sowie an gesetzlichen Feiertagen dürfen keine Wahlen durchgeführt werden.“ Es folgten sogleich ein neuer Gemeinderatsbeschluss und eine erneute Ausschreibung. Dieses Mal mit dem Wahltermin 2. Dezember.

Die offizielle Amtseinführung und die Verabschiedung von Elmar Buemann ist bereits auf den 12. Februar 2019 terminiert.

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