Baindt bekommt einen neuen Dorfplatz

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Schwäbische Zeitung

Im Zuge der Neugestaltung der Ortsmitte bekommt die Gemeinde Baindt auch ein neues Zentrum. Der Dorfplatz soll umgestaltet werden und ein Treffpunkt werden. Parkfläche soll weniger im Mittelpunkt stehen als es heute ist. Das Motto lautet: In der Ortsmitte sollen sich nicht die Autos, sondern die Menschen treffen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rathaus war Landschaftsarchitekt Christian Seng vom Büro „365° Freiraum + Umwelt“ in Überlingen zu Gast und präsentierte erste Vorschläge, wie diese neue Ortsmitte aussehen könnte. Das Büro hat bereits bekannte Plätze in der Region umgestaltet. Darunter zählen zum Beispiel der Marktplatz in der Nachbargemeinde Baienfurt, aber auch die Mühl- und Hohlbeinstraße in der Ravensburger Oststadt.

Sulzmoosbach mit Sitzstufen

„Wir haben realtiv wenig Leben auf dem Dorfplatz und viel Parkierung“, stellte Landschaftsarchitekt Christian Seng zu Beginn seiner Ausführungen fest. „Es Bedarf nicht nur einer Gestaltung, sondern eventuell sogar einer neuer Bebauung“, sagte Christian Seng. Grundlegend in seinen Ideen ist das Thema Wasser, das immer Atmosphäre auf Plätzen schafft. Das reicht von Brunnen bis hin zur Einbindung des Sulzmoosbaches in den Platz. Er soll eine größere Rolle spielen als heute, da er durch die bestehende Gestaltung des Baindter Dorfplatzes kaum sichtbar ist. So könnten moderne Sitzstufen gebaut werden, die bis ans Wasser heranreichen. Dadurch könnte das Zentrum neue Aufenthaltsqualität bekommen.

Sengs Vorschläge, die er dem Gemeinderat präsentierte, reichen von radikaler bis moderater Veränderung. Radikalste Idee ist die Auflösung des Kreisverkehrs am Rathaus. Der Kreisel könnte zur Kreuzung zurückgebaut werden, was deutlich mehr Platz für den Dorfplatz und für Leben im Zentrum schaffen könnte. In der Diskussion äußerten sich Gemeinderäte allerdings skeptisch dazu. „Die Verlegung des Kreisverkehres wird sehr teuer, deswegen wollen wir das eigentlich so erhalten, wie es ist“, sagte etwa Gemeinderat Anton Eberle.

Auch Helmuth Boenke sagte: „Wir müssen die Planungen mit dem Kreisverkehr ausstellen.“ Eine Bebauung dieser Fläche kann es nur geben, wenn man alle darunter liegenden Leitungen verlegt. Laut Bürgermeister Elmar Buemann könnten so Kosten in Höhe von einer Million Euro zusammenkommen. Jürgen Schad sagte, dass man auch den Kreisel miteinbeziehen kann, man müsse die Fläche ja nicht bebauen, dann braucht auch keine Leitung verlegt werden.

Besonderen Gefallen fanden die Gemeinderäte an den Vorschlägen, die eine Bebauung vorsehen. So könnte in der Dorfmitte ein neues Gebäude mit einer Tiefgarage für Parkplätze entstehen, aber auch ein Kiosk sei in dem Gebäude denkbar, sagte Seng. So schaffe man auch eine optische Kante zur Straße, die dem Dorfplatz jetzt fehlt. Die ersten Varianten sehen außerdem vor, den Bus über den Dorfplatz zu leiten, andere wiederum sehen die Bushaltestelle am bisherigen Platz vor. Gemeinderätin Antoinette Reck merkte an, dass die Parkplätze wichtig sind – auch für die Geschäfte in der Ortsmitte.

Sondersitzung des Gemeinderats

Auch eine Begrünung findet sich in den Vorschlägen des Überlinger Landschaftsarchitektenbüro. So wäre als optische Kante des Platzes auch ein Baumcarré denkbar – mit und ohne zusätzliche Parkplätze. Die Bäume könnten zusätzlich zu Neubauten die Kante bilden, aber auch alleine.

Nach der Aussprache beauftragten die Räte das Büro 365°, die Ideen weiter auszuarbeiten und die Kosten für die verschiedenen Varianten auszurechnen. Im Laufe des Jahres wird es speziell zum Thema Gestaltung der Ortsmitte noch eine Sondersitzung des Gemeinderats Baindt geben.

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