Strafrunden für Weingartens Pokalverlierer

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Baienfurts Joshua Wucher (re.) im Zweikampf mit Weingartens Erkan Kale.
Baienfurts Joshua Wucher (re.) im Zweikampf mit Weingartens Erkan Kale. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

SG Baienfurt – SV Weingarten 3:1 (2:0). – Tore: 1:0 Stefan Sauter (3.), 2:0 Julian Reimann (22.), 3:0 Viktor Hartwig (50.), 3:1 David Stellmacher (83.)

Richtig angekommen ist der SV Weingarten noch nicht in der neuen Realität nach dem Abstieg aus der Landesliga. Das machte die verdiente 1:3-Niederlage im Bezirkspokal beim Lokalrivalen und A-Ligisten SG Baienfurt deutlich.

„Wir haben noch ganz viel Arbeit vor uns“, meinte ein grimmiger Thomas Gadek nach dem Schlusspfiff des Pokalspiels, „und wir fangen gerade damit an.“ Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Steffen Weisbrich ließ Gadek seine Spieler Zusatzrunden drehen. Der Grund war offensichtlich: Eine indiskutable Leistung gegen Baienfurt.

Defensive wackelte bedenklich

Die Mannschaft hatte offensichtlich wenig Lust, gegen Baienfurt die berühmten Grundtugenden des Fußballs zu zeigen – spielentscheidend gegen eine motivierte und konzentrierte Baienfurter Elf waren haarsträubende Fehler. Das begann in der dritten Minute, als Innenverteidiger Erkan Kale den Ball per Kopf statt zu seinem Torhüter zurück Baienfurts Stefan Sauter zum 1:0 in den Lauf legte. Die Nachlässigkeiten fanden ihren Höhepunkt in der 50. Minute, als SVW-Torhüter Marius Suta Florin Muresan anspielte, stattdessen Baienfurts Viktor Hartwig das 3:0 auflegte – der Neuzugang, der einen schlechten Einstand als Innenverteidiger hinlegte, hatte sich schon abgewendet. Dazwischen hatten die Weingartener Pech, Julian Reimann stand bei 2:0 wohl im Abseits. Aber auch das ist eben eine neue Realität, mit der die Spieler des SV Weingarten erst wieder klarkommen müssen: Unterhalb der Landesliga gib es keine Schiedsrichterassistenten – der Unparteiische entscheidet die Abseitssituationen.

Während die SG Baienfurt stark verteidigte und über die gesamte Spieldauer hinweg kaum etwas zuließ, wackelte die Defensive des SVW immer wieder bedenklich. In der fünften Minute hätte Hartwig nach dem nächsten Weingartener Fehler eigentlich schon das zweite Tor für die SGB machen müssen – diesmal war Suta auf dem Posten.

Spieler giftetetn sich an

Und wenn man der klare Favorit ist, aber nichts zusammenläuft, weil alle zu viele Fehler machen und die Laufbereitschaft fehlt, dann fängt die Unruhe an. Gleich mehrfach gifteten sich die Spieler des SVW gegenseitig auf dem Feld an. Erst in der Schlussphase raffte sich der SVW auf, richtig für Druck zu sorgen. Kale – inzwischen in den Sturm beordert – bediente David Stellmacher und der traf mit einem satten Schuss zum 1:3. Mehr war an diesem Tag nicht drin.

Das ließ keinen Weingartener kalt. „So eine Leistung ist indiskutabel“, sagte der sportliche Leiter Alexander Bleile. Der Verein steckt in einer schwierigen Phase, nachdem neben der ersten Mannschaft drei Jugendteams eine Liga runter mussten sind: Die A- und die B-Jugend sind aus der Verbandsstaffel abgestiegen, die D-Jugend musste sich sogar aus der Bezirksstaffel verabschieden „Die erste Mannschaft muss eigentlich unser Zugpferd sein.“

SG Baienfurt – SV Weingarten 3:1 (2:0). – Tore: 1:0 Stefan Sauter (3.), 2:0 Julian Reimann (22.), 3:0 Viktor Hartwig (50.), 3:1 David Stellmacher (83.)

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