Heilpädagogin für Kindergärten und Schule

Lesedauer: 3 Min

20 bis 25 Prozent aller Kindergartenkinder gelten als verhaltensauffällig oder gar als psychisch gestört. Baienfurt will deshal
20 bis 25 Prozent aller Kindergartenkinder gelten als verhaltensauffällig oder gar als psychisch gestört. Baienfurt will deshalb Fachpersonal hinzuziehen. (Foto: Symbol: Jens Büttner/dpa)
Siegfried Kasseckert

Die Gemeinde Baienfurt sucht für ihre fünf Kindergärten und für die Achtalschule eine Fachkraft „Heilpädagogik“. Allerdings nur mit einem Deputat von 50 Prozent. So hat es der Gemeinderat jetzt beschlossen.

Den Bedarf, heißt es im Arbeitspapier des Rathauses, haben die Kindergärten angemeldet, fünf insgesamt mit zusammen elf Kiga-Gruppen und drei Krippengruppen. Die heilpädagogische Fachkraft solle die Erzieher in der Diagnostik (der Fähigkeit, Krankheiten zu erkennen) und im Umgang mit Kind und Eltern unterstützen, um die Kinder möglichst früh in ihrer Entwicklung fördern zu können. Etwa 25 Wochenstunden seien dafür nötig, zumindest am Anfang.

Ein Fachmann nennt, was den Bedarf angeht, erstaunliche Zahlen: Heute würden zwischen 20 und 25 Prozent aller Kindergartenkinder als verhaltensauffällig oder gar als psychisch gestört eingestuft, mindestens fünf Prozent seien behandlungsbedürftig. Als Symptome werden körperliche (etwa Essstörungen und Nägelkauen), psychische (Ängstlichkeit, Depressivität, Konzentrationsstörungen) oder soziale (Aggressivität, Schüchternheit) genannt. Der Umgang mit „verhaltensauffälligen Kindern“ sei inzwischen zur größten Belastung der Erzieher geworden, heißt es in einem Praxisratgeber Kindertagesbetreuung (Forum Verlag Heckert).

Im Gemeinderat gab es keine Gegenstimme. Uwe Hertrampf (G+U) nannte es traurig, dass 25 Prozent der Kinder verhaltensgestört seien, sein Fraktionskollege Torsten Thoma meinte, das sei erschreckend. Richard Birnbaum (Freie Wähler) sagte: „Ich ärgere mich richtig, dass das Land aus der Förderung (eines Programms) ausgestiegen ist“. „Wir brauchen Unterstützung“, versicherte die Kiga-Leiterin Sommer. Mit einem Deputat von 50 Prozent solle man beginnen.

Die Stelle wird ausgeschrieben. Sie soll vom neuen Schuljahr an besetzt werden. Jährliche Gesamtkosten dafür: rund 36 000 Euro.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen