Großer Ärger um Verkehr in Baienfurt

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Nicht nur auf Autobahnen sind Lastwagen unterwegs, auch im kleinen Baienfurt sind sie es und sorgen für Ärger.
Nicht nur auf Autobahnen sind Lastwagen unterwegs, auch im kleinen Baienfurt sind sie es und sorgen für Ärger. (Foto: dpa)
Siegfried Kasseckert

Hubert Grosch lässt nicht locker: Einmal mehr hat er in der Fragestunde der jüngsten Baienfurter Gemeinderatssitzung die Verkehrsbelastung in der Kickach- und in der Lindenstraße beklagt. Er spreche auch im Namen der Anwohner, versicherte er: „Es ist nicht mehr zumutbar, was sich in der Osttangente abspielt.“ Die Osttangente Baienfurts – das ist die Kickachstraße, und diese dient vielen Autofahrern, auch dem Schwerlastverkehr, als Schleichweg zum neuen Gewerbepark, zur L 314 (Bergatreute), und in Richtung Baindt.

„Da brausen Lastzüge und selbst 40-Tonner durch“, ärgert sich Hubert Grosch. Ausweichbuchten seien von parkenden Anwohnern belegt, Halteverbotsschilder abgebaut worden. So könne der Verkehr nicht fließen. Das ständige Halten und Anfahren verursachten zudem viel Lärm. Auf der Brücke der Lindenstraße, die über die Wolfegger Ach führt, parkten regelmäßig bis zu drei Autos, in einer 30 km/h-Zone. Er habe sich mit Experten unterhalten, versichert der Anlieger, und die hätten ihm gesagt, dass auf der Brücke überhaupt nicht geparkt werden dürfe. Bitte Schilder aufstellen und kontrollieren, fordert er von der Gemeindeverwaltung.

Die Kickachstraße sei, vor allem wegen des Schwerlastverkehrs, in einem schlechten Zustand. Aus den Randsteinen des Gehwegs seien ganze Brocken herausgebrochen. Da müsse dringend etwas gemacht werden. Grosch forderte den Technischen Ausschuss des Gemeinderats auf, sich das alles vor Ort anzuschauen.

Das Thema Osttangente und die Folgen beschäftigt den Baienfurter Gemeinderat seit weit mehr als zehn Jahren. Schon im September 2004, als die Anwohner der Kickach- und der Lindenstraße die Schließung der Gutenbergstraße für den Durchgangsverkehr gefordert und der Gemeinderat dies abgelehnt hatte, berichtete die Schwäbische Zeitung über den Missstand („Wo Autos durchs Wohngebiet rasen“). Als die neue B 30 (Ortsdurchfahrt) noch nicht gebaut und regelmäßig verstopft war, wurde die Gutenbergstraße als Schleichweg von Weingarten in Richtung Baindt zu- und damit zur Sackgasse gemacht. Nach dem Ausbau der Ortsdurchfahrt öffnete man aber die Gutenbergstraße wieder für den Durchgangsverkehr- mit den bekannten Folgen.

Trotz verschiedener Interventionen seitens der Anlieger hat sich daran bis heute nichts geändert. Schon im Jahre 2004 forderte Hubert Grosch: „Wenn die Gemeinde schon die Gutenbergstraße offen halten will, soll sie wenigstens den Verkehrssündern, die den Kickach-und Lindensträßlern das Leben zur Hölle machen, auf die Pelle rücken. Verstärkte Verkehrskontrollen und Tempo-Messungen könnten helfen“. So damals der Anlieger.

Warten auf Verkehrsplan

Die Anlieger müssen sich weiter vertrösten lassen. Bürgermeister Günter A. Binder versicherte zwar in der Juli-Ratssitzung, das Ganze sei sicherlich für die Anlieger eine Belastung. Für die Sanierung der Osttangente sei auch schon „ein Betrag“ vorgesehen. Aber aktiv könne die Gemeinde erst werden, wenn der Verkehrsentwicklungsplan des Gemeindeverbands Mittleres Schussental vorliegt. Wann das der Fall sein wird, das sagte der Schultes nicht.

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