Eine streitbare Rätin setzt sich durch

Lesedauer: 3 Min
Auch über 18-jährige Kinder sollen bei der Berechnung der Kiga-Beiträge in Baienfurt nun berücksichtigt werden.
Auch über 18-jährige Kinder sollen bei der Berechnung der Kiga-Beiträge in Baienfurt nun berücksichtigt werden. (Foto: Symbol: dpa)
Siegfried Kasseckert

Hartnäckigkeit lohnt sich. Immer wieder hat die streitbare Baienfurter Gemeinderätin Brigitta Wölk (SPD) kritisiert, dass die Gemeinde bei der Berechnung der Kindergarten-Gebühren sogenannte Zählkinder über 18 Jahren nicht berücksichtige. Jetzt hat sie mit ihrem Antrag im Baienfurter Gemeinderat zumindest einen Teilerfolg erreicht.

Vehement setzte sich Brigitta Wölk dafür ein, alle im Haushalt lebenden Kinder als Zählkinder anzurechnen, sofern für sie noch Kindergeld bezogen wird, sie also beispielsweise studieren. Die Kiga-Gebühren würden sich dadurch deutlich verringern. Nur wenige Kommunen im Kreis Ravensburg anerkennen Zählkinder, darunter Schlier und Wangen, die meisten lehnen diese Regelung ab, was auch die kommunalen und kirchlichen Spitzenverbände empfehlen.

Jetzt brachte Brigitta Wölk das strittige Thema im Baienfurter Gemeinderat erneut aufs Tapet. Routinemäßig, das heißt: Den Empfehlungen der Spitzenverbände folgend erhöhte der Gemeinderat die Kiga-Beiträge für das Jahr 2018/19 um rund drei Prozent. Ziel sei es weiterhin, dass die Eltern 20 Prozent der Kinderbetreuungskosten finanzieren. Torsten Thoma (G+U), der als Vater eines 18-Jährigen und eines Kiga-Kindes bis zum vergangenen Jahr selbst von der Zählkinder-Regelung betroffen war, wies in der Ratsdebatte darauf hin, dass ein 20-Jähriger im Studium mehr koste als ein kleines Kind oder ein jüngerer Jugendlicher.

Schließlich billigte der Gemeinderat, erstaunlicherweise sogar einstimmig, einen Kompromiss-Antrag von Uwe Hertrampf (G+U), Zählkinder bei der Berechnung der Kiga-Gebühren zu berücksichtigen, allerdings unter zwei Bedingungen: Eltern müssen bei der Gemeinde einen Antrag stellen, und auch die kirchlichen Träger der Baienfurter Kindergärten müssen der neuen Regelung zustimmen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen