Der Pfarrer Wolfgang Knor feiert in Baienfurt sein goldenes Priesterjubiläum

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 Pfarrer Wolfgang Knor ist in der Gemeinde Baienfurt und im pastoralen Team der Seelsorgeeinheit angekommen und angenommen.
Pfarrer Wolfgang Knor ist in der Gemeinde Baienfurt und im pastoralen Team der Seelsorgeeinheit angekommen und angenommen. (Foto: Giwitsch)
Yvonne Giwitsch

Wenn ein Beruf nicht nur ein Job, sondern Berufung ist, macht nicht nur die tägliche Arbeit mehr Freude, sondern erfüllt den Menschen mit tiefer Zufriedenheit. 50 Jahre im gleichen Beruf zu arbeiten ist eine echte Herausforderung. Pfarrer Wolfgang Knor, der seinen Ruhestand seit fünf Jahren in seiner neuen Heimat Baienfurt verbringt, feierte jetzt sein 50-jähriges Priesterjubiläum im Kreis seiner Familie, Freunde und Wegbegleiter.

Besonders freute sich der Jubilar, dass sein goldenes Priesterjubiläum (5. Juli 1969) terminlich zusammen fiel mit der Weihe der Baienfurter Kirche am 6. Juli 1927 und der Priesterweihe seines Kollegen Erwin Lang vor 16 Jahren. Diese Beständigkeit in der Glaubensvermittlung und -begleitung, in der seelsorgerischen Arbeit und im Dienst am Nächsten ist das, was Berufung ausmacht.

Mit einem feierlichen Gottesdienst, musikalisch umrahmt durch den Kirchenchor, einem Ensemble und einigen Solisten, blickte Wolfgang Knor zurück auf sein Berufsleben mit vielfältigen Aufgaben, stets auf der Suche nach Lösungen bei Problemen, immer da für die ihm anvertrauten Menschen. „Langweilig war’s nie“ – so erinnerte sich der engagierte Pfarrer an die Zeiten in unterschiedlichen Wirkungsstätten.

Seine Motivation, Pfarrer zu werden, entstand bereits in Kindertagen. Er wollte das leben, was das Christentum Menschen lehrt, nämlich Nächstenliebe und Freude am bewussten Glauben. Im Jahr 1969 herrschte Aufbruchsstimmung – gesellschaftlich, politisch und auch theologisch. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil galt es, die dort gesetzten Ziele umzusetzen. Partizipation der Gläubigen am religiösen Leben in der Gemeinde ersetzte die alleinige Repräsentation und Versorgung der Gemeinschaft der Gläubigen. Dieser Imagewandel der Kirche ließ Geistigen den Wind ins Gesicht blasen. Und auch jetzt befindet sich die Kirche in einer weiteren Entwicklungsphase. So wie sich Gesellschaft wandelt, so wandelt sich auch das religiöse Leben. All diese Veränderungen erlebte und gestaltete Wolfgang Knor mit, nicht nur in seinen Gemeinden, sondern auch als Lehrender und Planender.

So wirkte er nach seiner Priesterweihe als Seelsorger in mehreren Gemeinden der Diözese Rottenburg – Stuttgart. Nach dem Diakonatsjahr in Rottenburg war er Vikar in Trossingen und Weil der Stadt, danach Kurat, Schuldekan und Pfarrer in Nürtingen, Subregens am Priesterseminar in Rottenburg und anschließend wieder Pfarrer in Herrenberg und Bad Saulgau. Zudem engagiert er sich seit 1986 verantwortungsvoll in der diözesanen Kunstkommision in Fragen der kirchlichen Kunst und der Gestaltung kirchlicher Räume. Ganz selbstverständlich übernahm er stets Aushilfen in benachbarten Gemeinden.

Für seinen festlichen Jubiläumsgottesdienst hatte der Jubilar das Bild „der große Weg“ des Malers Friedensreich Hundertwasser gewählt, um seinen Weg anhand des Kunstwerkes aufzuzeigen. Voller Gottvertrauen lebte Wolfgang Knor sein Leben nach Psalm 25 – „Herr, zeige mir, welchen Weg ich einschlagen soll, und lass mich erkennen, was du von mir willst Lehre mich Schritt für Schritt, nach deiner Wahrheit zu leben…“. Nun in seinem Ruhestand gehört Wolfgang Knor schon längst aktiv in seine Wahlheimat. Er ergänzt aushilfsweise das pastorale Team in der Seelsorgeeinheit und im Kloster Kellenried, führt Wanderungen durch Natur und Kultur der Region. Außerdem organisiert und begleitet er Wallfahrten in die ewige Stadt Rom. Die Grußworte des Bürgermeisters Günter A. Binder, des stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchengemeinderates, Konstantin Hummel, und der Leiterin der Kirchenchors Maria Hummel würdigten das Engagement des Jubilars und dankten für das kompetente, aktive und bereichernde Mitwirken in der Gemeinde.

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