Barrierefreier Umbau von Bushaltestellen wird teuer

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Siegfried Kasseckert

Eigentlich sollen bis Januar 2022 alle Bushaltestellen des öffentlichen Nahverkehrs barrierefrei ausgebaut werden. So wollte es der Gesetzgeber. Später einigte man sich dann darauf, diese „Nachbesserungen“ in einem längeren Zeitraum zu realisieren. Teuer wird das für die Kommunen allemal. So investiert Baienfurt jetzt insgesamt rund 266 000 Euro in die Bushaltestellen Achtalschule und Feuerwehrhaus.

Etwa 20 Bushaltestellen in Baienfurt

Dies geschieht, wie der Gemeinderat beschlossen hat, nach den Plänen der Zimmermann Ingenieurgesellschaft aus Amtzell. Deren Sprecher wies in der Ratssitzung darauf hin, dass alle stark frequentierten Haltestellen umgerüstet werden müssen. In Baienfurt gibt es etwa 20 Bushaltestellen. Auf die Frage des Gemeinderats Torsten Thoma (G+U), wie viele davon umgebaut werden müssten, bei zehn Bushaltestellen komme man ja schon auf mehr als zwei Millionen Euro Kosten, vermochte niemand Auskunft zu geben. Im Zweifel wolle sich die Gemeinde vom Kreisbehinderten-Beauftragten des Landkreises beraten lassen.

Die Umbaumaßnahmen sehen unter anderem die Verwendung von speziellen Hochborden vor, mittels derer die Busse besser anfahren können und der Personeneinstieg erleichtert wird. Außerdem werden im Haltebereich sogenannte taktile (ertastbare) Platten für Menschen mit Sehbehinderung verlegt. Der barrierefreie Umbau der Haltestelle Achtalschule (beidseitig der Straße) schlägt alles in allem mit Kosten von rund 121 000 Euro zu Buche. Das Projekt soll zusammen mit den Baumaßnahmen für den geplanten Kreisverkehr in der Ravensburger Straße und der Linksabbieger-Spur für das neue Baugebiet Altdorfer Ösch öffentlich ausgeschrieben werden.

Weitere Haltestellen sollen umgebaut werden

Der barrierefreie Umbau der Haltestelle Feuerwehrhaus, mit Kosten von rund 145 000 Euro veranschlagt und ebenfalls auf beiden Straßenseiten, soll noch im Laufe dieses Jahres ausgeschrieben und verwirklicht werden. Für beide Maßnahmen erwartet die Gemeinde zusammen rund 80 000 Euro aus einem Landesprogramm, eine Zusage liegt aber noch nicht vor. Außerdem gewährt der Landkreis aus einem Sonderprogramm für beide Haltestellen 16 000 Euro Zuschuss. Weitere Bushaltestellen sollen in den nächsten Jahren barrierefrei umgebaut werden, heißt es in einem Arbeitspapier der Gemeindeverwaltung.

In der Ratsdebatte war man sich einig, dass nicht alle Bushaltestellen in Baienfurt barrierefrei umgebaut werden können. Uwe Hertrampf (G+U) sprach von einem wichtigen Beitrag zur sozialen Teilhabe und zur derzeit überall diskutierten Inklusion von Behinderten.

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