Baienfurter Heimkampf ist nichts für schwache Nerven

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 Valeriu Toderean (hi.) von der KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt gewann sein Duell gegen Fabian Hofer vom KSV Hofstetten.
Valeriu Toderean (hi.) von der KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt gewann sein Duell gegen Fabian Hofer vom KSV Hofstetten. (Foto: Rolf Schultes)
Heinrich Stärk

Die Begegnungen: 57 kg Griechisch-römisch: Claudio Hasel – Stefan Grigorov 0:17 techn. Niederlage, 130 kg Freistil: Mirco Lemaic – Claudius Allgaier Schultersieg, 61 kg Fr: Moritz Buck – Mehmed Mehmed 2:17 techn. Niederlage, 98 kg Gr: KG ohne Vertreter, 66 kg Gr: Magomed Makaev – Dominik Wölfle 15:0 techn. Überlegenheit, 86 kg Fr: Timofei Xenidis – Julian Neumaier Schultersieg, 71 kg Fr: Adrian Wolny – Marius Allgaier 20:4 techn. Überlegenheit, 80 kg Gr: Valeriu Toderean – Fabian Hofer 7:3 Punktsieg, 75 kg Gr: Patrick Sorg – Jan Allgaier 1:6 Punktniederlage, 75 kg Fr: Kevin Henkel – Florian Wölfle 18:2 techn. Überlegenheit.

Im vorletzten Heimkampf der Saison haben die Regionalliga-Ringer der KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt am Samstag den KSV Hofstetten mit 22:14 besiegt. Der Auftritt in der Baienfurter Sporthalle beinhaltete einmal mehr spektakuläre Momente und war mitunter nichts für schwache Nerven.

Vor der Partie stand vor allem die Frage, welche Strategie die KG-Ringer anwenden sollten, um vor dem Hintergrund der 5:32-Vorrundenklatsche eine Siegchance herauszukitzeln. Etliche Ausfälle waren zu kompensieren, was Umstellungen erforderlich machte und einige Mühe bereitete. KG-Vorstand Markus Bohmeier, Trainer Dariusz Jelen und Sportmanager Michael Merk setzten sich zusammen und analysierten die Möglichkeiten, die sich mit dem vorhandenen Personal noch boten. Es galt einerseits, die Hofstettener Leistungsträger Stefan Grigorov, Mehmed Mehmed und Patrick Neumaier möglichst effektiv zu umgehen, das heißt ins Leere laufen zu lassen. Andererseits mussten die eigenen Kräfte so postiert werden, dass bei deren kalkulierten Siegen möglichst viele Punkte zusammenkommen.

So landete der flexibel einsetzbare Valeriu Toderean auf der 80-kg-Position, während Patrick Sorg dessen 75-kg-Part Greco übernahm. Für den erkrankten Lukas Buck rückten Magomed Makaev (66 kg) und Moritz Buck (61 kg) jeweils eine Gewichtsklasse auf. In der leichtesten Kategorie musste Claudio Hasel mehr oder weniger dran glauben. Die größte Überraschung hatten die KG-Verantwortlichen im schweren Bereich parat: Timofei Xenidis startete in der 86-kg-Klasse gleich zwei Kategorien tiefer, während Mirco Lemaic ins Schwergewicht beordert wurde.

Tollhaus nach Schultersieg

Dass bei dieser Aufstellung ein Restrisiko bestand, zeigte sich in der zweiten Begegnung. Nach Claudio Hasels absehbarer technischen Niederlage (0:17) gegen Stefan Grigorov agierte Mirco Lemaic gegen den 14 Kilogramm leichteren Claudius Allgaier anfangs überraschend ideenlos und wusste seinen Gewichtsvorteil kaum einzusetzen. Schwierigkeiten bereitete ihm zudem der stilartfremde Einsatz (Freistil anstatt Greco), sodass der Hofstetter die Punkte machte. Die betretenen Gesichter in der Baienfurter Betreuerecke wurden immer länger, als der KG-Ringer bis eine Minute vor dem Schlussgong mit 0:9 hinten lag. Das wären drei Punkte für die Gäste gewesen. Nach einem Überwurf von Lemaic und vier Punkten für die KG gab es erleichterte Reaktionen. Nun hätte der Baienfurter nur zwei Punkte abgegeben. 20 Sekunden vor Schluss setzte Lemaic dann zu einer Beinschleuder an und fixierte seinen völlig verdutzten Kontrahenten noch auf den Schultern – die Uhr stoppte bei 5:59 Minuten, die Halle geriet zum Tollhaus.

Die restlichen Begegnungen verliefen weitgehend im kalkulierten Rahmen. Moritz Buck setzte nur kurz einen Akzent und unterlag gegen Mehmed Mehmed mit 2:17. Mit Magomed Makaevs Technikshow zum 15:0 über Dominik Wölfle setzten die Baienfurter vor der Pause (8:12-Zwischenstand aus Sicht der KG) zum Schaulaufen an.

Zwei Aktionen genügten Timofei Xenidis zum Schultersieg über Julian Neumaier, dem Adrian Wolny ein technisches 20:4 gegen Marius Allgaier folgen ließ. Valeriu Toderean machte trotz seines Gewichtsnachteils von sieben Kilogramm bis zur letzten Minute Druck und kämpfte Fabian Hofer mit 7:3 nieder. Nach dem 1:6 von Patrick Sorg gegen Jan Allgaier durften die Gäste beim Stand von 18:14 für die KG kurz an einem theoretisch noch möglichen Remis schnuppern, doch Kevin Henkel war zu abgeklärt, um sich seinen persönlichen und den Mannschaftserfolg entgehen zu lassen. Zwar ärgerte ihn Florian Wölfle ein wenig, aber im zweiten Durchgang fackelte der KGler nur 15 Sekunden, um mit 18:2 technisch überlegen zu gewinnen.

Die Begegnungen: 57 kg Griechisch-römisch: Claudio Hasel – Stefan Grigorov 0:17 techn. Niederlage, 130 kg Freistil: Mirco Lemaic – Claudius Allgaier Schultersieg, 61 kg Fr: Moritz Buck – Mehmed Mehmed 2:17 techn. Niederlage, 98 kg Gr: KG ohne Vertreter, 66 kg Gr: Magomed Makaev – Dominik Wölfle 15:0 techn. Überlegenheit, 86 kg Fr: Timofei Xenidis – Julian Neumaier Schultersieg, 71 kg Fr: Adrian Wolny – Marius Allgaier 20:4 techn. Überlegenheit, 80 kg Gr: Valeriu Toderean – Fabian Hofer 7:3 Punktsieg, 75 kg Gr: Patrick Sorg – Jan Allgaier 1:6 Punktniederlage, 75 kg Fr: Kevin Henkel – Florian Wölfle 18:2 techn. Überlegenheit.

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