Baienfurt sucht einen neuen Bürgermeister

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Robert Wiedemann kandidiert nicht mehr als Bürgermeister in Baienfurt. Der Nachfolger wird am 22. September gewählt. (Foto: Archiv)
Siegfried Kasseckert

Die Weichen sind gestellt. Der Nachfolger des seit fast 24 Jahren amtierenden Bürgermeisters Robert Wiedemann (58) wird am 22.September, dem Tag der Bundestagswahl, bestimmt. Gibt es dann keine Entscheidung, findet am 6.Oktober eine Neuwahl statt, bei der die einfache Mehrheit genügt. Die Stelle wird am Freitag, 5.Juli, öffentlich ausgeschrieben. Bewerberschluss ist am Montag, 26.August, um 18 Uhr.

Dies alles steht in der Stellenausschreibung, die der Gemeinderat am Dienstagabend abgesegnet hat. Wählbar sind Deutsche im Sinne des Grundgesetzes, aber auch Staatsangehörige eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union, sofern sie vor der Zulassung der Bewerbungen in der Bundesrepublik Deutschland wohnen. Die Bewerber(innen) müssen am Wahltag das 25.Lebensjahr, dürfen aber noch nicht das 65. vollendet haben. Sie müssen „die Gewähr bieten, dass sie jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintreten“. So lauten die Vorschriften.

Festgelegt hat der Baienfurter Gemeinderat auch schon den Termin der öffentlichen Kandidaten-Vorstellung: Donnerstag, 12.September, um 19 Uhr in der Gemeindehalle.

Weil Robert Wiedemann nach 24 Amtsjahren nicht mehr kandidiert – das wird in der Stellenausschreibung ausdrücklich erwähnt -, amtiert er als Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses. An den amtierenden Schultes müssen die Bewerbungen gerichtet werden, verschlossen und mit der Aufschrift „Bürgermeisterwahl“ versehen.

Beim Neujahrsempfang am 1. Januar 2013 hatte Robert Wiedemann seiner zum großen Teil völlig überraschten Bürgerschaft mitgeteilt, dass er auf eine weitere Kandidatur als Bürgermeister der 7200-Einwohner-Gemeinde verzichten werde. Er führte vor allem persönliche, gesundheitliche Gründe an („Warnzeichen des Körpers sollte man nicht einfach ignorieren“). Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Doch Baienfurt vertrage nach 24 Jahren ein neues Gesicht. Die Gemeinde biete für eine Nachfolgerin, einen Nachfolger beste Ausgangsbedingungen. Trotz eines teuren Kindergarten-Neubaus und der Hallenbad-Sanierung hat die Gemeinde am Ende dieses Jahres noch rund elf Millionen Euro Rücklagen.

Die Amtszeit des Bürgermeisters endet im Dezember. Er muss dann auch seine Ämter als Kreisvorsitzender der Bürgermeister-Vereinigung und als Vizepräsident des Baden-Württembergischen Gemeindetags abgeben.

Und die Nachfolge? Die Gerüchteküche kocht noch nicht. Spekulationen gibt es kaum. Unklar ist beispielsweise auch, ob ein hauseigener Bewerber antritt. Vor Monaten war die Ortsvorsteherin der Ravensburger Ortschaft Eschach, Bettina Haller, im Gespräch. Doch sie wurde dann zur Hauptamtsleiterin in Amtzell gewählt (die SZ berichtete).

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