Baienfurt schafft weitere dringend benötigte Plätze für Kinder unter drei Jahren

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Siegfried Kasseckert

In Baienfurt fehlen Kindergarten-Plätze, vor allem für die Kleinen unter drei Jahren. Deswegen erweitert die Gemeinde ihren an der Grenze zu Baindt gelegenen Kindergarten Pinocchio um einen Neubau mit drei Gruppen für die „Großen“ und um zwei Krippen-Gruppen. In einer Sondersitzung vergab der Gemeinderat den Planungsauftrag an die Architektenagentur Stuttgart/Bobingen. Sie präsentierte einen ganz und gar ungewöhnlichen Entwurf. Auf dem Gelände zwischen dem bestehenden Kiga Pinocchio und der Straße Baienfurt-Baindt soll ein zweigeschossiger Neubau in ovaler Form entstehen, eine Art Dreieck mit abgerundeten Ecken.

Wie sehr in Baienfurt Kiga-Plätze fehlen, das machte Hauptamtsleiter Andreas Lipp in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Lipp berichtete von einer so hohen Zahl an Anmeldungen für das neue Kindergartenjahr 2019/20, „dass wir nicht alle unterbringen können“. Erst nach den Osterferien sollen die Eltern benachrichtigt werden. Der Hauptamtsleiter teilte aber auch mit, dass der Waldkindergarten vom Landratsamt „endlich genehmigt“ sei, 13 Plätze belegt, aber noch sieben frei seien. Im Mai soll der Waldkindergarten eröffnet werden.

Ein sehr zeitaufwändiges Verfahren fand jetzt seinen Abschluss. Weil die Honorarkosten des Kiga-Neubaus Pinocchio wohl über dem Grenzwert von 221 000 Euro liegen, musste die Gemeinde die Planung europaweit ausschreiben. Der Reutlinger Architekt Klaus Buck, der als Projektmanager tätig ist, schätzt die Kosten des Kiga-Neubaus auf mindestens 3,2 bis 3,5 Millionen Euro. 15 Bewerbungen gingen ein. Ein Auswahl-Gremium, dem Buck vorsaß und dem vor allem Vertreter des Gemeinderats und der Gemeindeverwaltung angehörten, forderte fünf Architekturbüros auf, Angebote einzureichen. Alle fünf Büros präsentierten Gestaltungsgutachten, die sie in einem Bietergespräch dem Auswahl-Gremium vorstellten. Als Siegerin, das heißt Punkte-Beste, ging, die Architekturagentur Stuttgart/Bobingen hervor. Sie lag am Ende mit 970 Punkten deutlich vor dem zweitplatzierten Bieter (735 Punkte). Weil der Gemeinderat diese Vergabeform gewählt hatte, besaß er nun keinen Entscheidungsspielraum mehr. Er musste die Sieger-Agentur mit der Planung des Kiga-Neubaus beauftragen. Und tat dies einstimmig.

Geplant ist ein ovaler zweigeschossiger Bau mit einer Kubatur von rund 4000 Kubikmetern und rund 900 Quadratmetern Fläche. Die Räume für die drei Kiga-Gruppen und die zwei Kleinkindergruppen sowie zwei Schlafräume befinden sich im Erdgeschoss. Das Obergeschoss wird eine Art Familienzentrum bilden mit Funktionsräumen und einem Mehrzweckraum. Für die Kinder unter drei Jahren gibt es einen separaten Spielbereich im Freien. Die Dachterrasse kann vom Obergeschoss aus betreten werden. Das Ganze wird von einer Lichtkuppel überragt.

Klaus Buck soll das Projekt weiter als Manager begleiten, Baubeginn soll im Jahre 2020 sein. Um einen Zuschuss aus dem Bundesprogramm zur Finanzierung von Kindergärten zu bekommen, muss der Zuschussantrag samt Planung bis spätestens 30. September eingereicht werden.

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