26 Mietwohnungen für Senioren entstehen

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Siegfried Kasseckert

Ende gut, alles gut: Die Deutsche Post AG gibt ihre Filiale am Baienfurter Marktplatz auf. Erhalten bleibt lediglich eine Postagentur – voraussichtlich in einem Einzelhandelsgeschäft. Anstelle der Post-Filiale, die abgebrochen wird, entsteht ein Neubau mit 26 Mietwohnungen für ältere Menschen, Menschen, die in ihrer Vitalität etwas eingeschränkt, aber noch nicht voll pflegebedürftig sind, wie es in einem Arbeitspapier der Gemeindeverwaltung heißt.

Als Investorin engagiert sich die VR Bank Ravensburg-Weingarten als Betreiberin der Stiftung Liebenau, wie im benachbarten Haus der Pflege St. Barbara am Marktplatz. Die Planung befindet sich noch im Anfangsstadium. Voraussetzung ist ein sogenannter vorhabensbezogener Bebauungsplan für das Grundstück Schacher Ösch-Alte Poststraße, dessen Aufstellung der Baienfurter Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen hat.

Alexander Lahl von der Geschäftsführung der Stiftung Liebenau und seine Kollegin Heidi Maier erläuterten das Konzept (Service Wohnen). Die Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit Balkonen können von Paaren oder Einzelpersonen gemietet werden. Im Erdgeschoss des etwa elf Meter hohen Neubaus wird es einen großen Bereich für die Tagespflege geben, im Untergeschoss eine Tiefgarage.

Das Konzept der Stiftung Liebenau sieht umfangreiche Dienstleistungen vor: von Grund- und Wahlleistungen bis hin zur ambulanten Tagespflege - getreu dem Motto: „Können, nicht Müssen“. Es handle sich um ein Angebot für ganz Baienfurt. Betreut werden die Bewohner vom Pflegeheim St. Barbara, das über eine Kapazität von 30 Betten verfügt. In Baienfurt, so die Gemeindeverwaltung, gebe es eine steigende Nachfrage nach Tagespflege für Personen, die tagsüber betreut werden und abends wieder nach Hause zurückkehren.

Die VR Bank (Volksbank und Raiffeisenbank) als Investor war zur Gemeinderatssitzung mit einer dreiköpfigen Crew gekommen. Vorstandssprecher Arnold Miller versicherte, seine Bank werde bezahlbare Mietwohnungen schaffen.

Barrierefreie Zugänge

Alle Wohnungen würden barrierefrei, betonte Werner Staudacher von der Bauträgerschaft der Bank. Man mache sich auch Gedanken über klimaneutrale Bauformen wie Erdwärme, Fußbodenheizung und ein begrüntes Flachdach.

In der Ratsdebatte fand das Projekt große Zustimmung, Uwe Hertrampf (G+U) sprach sogar von einem Leuchtturmprojekt. Besonders wichtig sei die Betreuung der Senioren vor Ort.

Richard Birnbaum (FWV) meinte: „Wir brauchen das in Baienfurt“. Andrea Arnhold (CDU) fand, dass das Projekt ein gutes Beispiel für Nachverdichtung sei. Ihre Frage, ob Baienfurter bei der Vergabe der Mietwohnungen bevorzugt würden, bejahte Alexander Lahl.

Eine Postagentur bleibt dennoch in Baienfurt erhalten. Sie soll nun im Anglermarkt in der Niederbieger Straße entstehen, gut erreichbar sein und ausreichend Parkplätze bereitstellen, wie Baienfurts Bürgermeister Günter A.Binder betonte.

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