Stadtgeschehen närrisch aufs Korn genommen

„Die spinnen, die Wurzacher“, stellen Kasperle und Seppl bei ihrem Besuch in Bad Wurzach fest.
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„Die spinnen, die Wurzacher“, stellen Kasperle und Seppl bei ihrem Besuch in Bad Wurzach fest. (Foto: Fotos: Steffen Lang)
Steffen Lang

Diese lokalen Spitzen setzen die Akteure des Bad Wurzacher Sportlerballs.

Tolle Stimmung, tolles Programm. Der Sportlerball am Freitagabend im Kurhaus erfüllte wieder einmal die Erwartungen. Neben gekonnten tänzerischen Darbietungen gab’s auch die gewohnten lokale Spitzen aus der Wurzacher Narrenkiste von Alexandras Marionettentheater. Veranstalter waren TSG-Turner, Freunde des Ungeziefers, Reit- und Fahrverein, Tennisclub und DLRG.Empfangen wurden die Besucher von vor dem Kurhaus demonstrierenden Jugendlichen, schließlich ist Friday nicht nur for fasnet. Aus der Bühne im Saal war dank eines grandiosen Wandbilds – geschaffen von Maddy Fähndrich, Carolin Glinka und Sabrina Herdrich mit ihrem Dekoteam von DLRG und Tennisclub – der Klosterplatz geworden. Gleich daneben stand der neue Aussichtsturm am Ried, von dem aus Reinhard Hardy Vinçon und Florian Flo Tobisch durch den Abend führten.Auch sie sparten dabei nicht mit Kommentaren zur Lokalpolitik. Dem Riedturm gaben sie den Namen Kahler Roland (wegen seiner polierten Platte an der Spitze), das Bauprojekt wurde zu Roland 31 („mol seha, ob ses bis 2031 schaffad“). Außerdem schlugen sie vor, ihn zur Außenstelle des Center Parcs zu machen, indem man von ihm aus Seile zur Oberland und weiter zum Klosterplatz spannt, „sozusagen da Hochsoilgarta vo Wuuza“.Der Gemeinderat ist für sie „des nuie Marionettentheater von dr Alexandra, völlig koschdalos und trotzdem nett“. Da wird im Kampf um Windmühlen „Don Quischodlok“ besiegt, die Parkstraße verbaut, die PV-Anlage kommt im zweiten Anlauf doch, und der schattenlose Klosterplatz wird zur Wüste, den sogar das US-Militär gerne als Trainingsgelände nutzen würde.Das Stadtgeschehen nahmen auch die Freunde des Ungeziefers (Leitung Julia Kiebler) ideenreich aufs Korn. Die Handlung ihres Kasperletheaters: Kasperle, Seppl und die Großmutter reisen per Bus nach Bad Wurzach. Dort treffen sie – unter anderen – auf Jugendliche, die sich über neue Flutlichtmasten am Schulzentrum freuen („Party jedes Wochenende“); auf Gemeinderäte, die kofferweise das Geld zum Kurbetrieb tragen; einen Polizisten, der froh ist, dass nur dann etwas passiert, wenn er schon Feierabend hat. Sie lernen auch die „kulinarische Vielfalt“ (Stichwort Döner) und das „abwechslungsreiche Dienstleistungsangebot“ (Stichwort Barber-Shop) kennen. Ihr Eindruck: „Die spinnen die Wurzacher!“„In Wurzach ist nix passiert“, so stellte indes Markus Vinne Vinçon in der Bütt fest. Da beginnt bei den Gemeinderatswahlen, geht über die Beschattung des Klosterplatzes und endet längst noch nicht bei den Plänen für den Riedturm. Auch energiepolitisch tue sich nichts: „koi Wasserkraft aus der Ach, koine Sonnenpanele auf öffentlichen Dächern, nur Monokultur Mais“. Und der Kurbetrieb wird wieder „von einem Verwalter regiert“. Mit einem „kranken Haus“ kenne der sich zwar aus, aber ob das auch für ein Hotel gilt?Dagegen, so befürchtet er, könnte sich was bei der Landkreiszugehörigkeit tun, schließlich fahren nun schon die Bürgermeisterin, die Leiterin der Jugendmusikschule und der neue Chef des Kurbetriebs Autos mit BC-Kennzeichen. „Grandioses passiert“, so der Büttenredner, sei dagegen im Kurhaus, das wieder verpachtet ist. Wenn nun noch jemand die „Todeszone Klosterplatz“ überwunden habe, einen Schattenplatz vor dem Kurhaus finde, etwas Kühles zu trinken bekommen und dann auch später gefragt werde, ob er noch etwas wolle ...Die „Hubis“ Hubert Forderer und Hubert Schwarz sowie Flo Tobisch glänzten als gestrandete Robinsons auf einer Insel auf dem Klosterplatz, der überflutet wurde, weil ein Bauarbeiter ein Loch ins volle Hallenbadbecken gemacht hat. Fast ohne Worte kamen sie bei ihrem Auftritt aus, bei dem sich Gag an Gag reihte.Claudi (Claudia Forderer) und Gitte (Brigitte Hoffmann) kamen als wieder im Kurbetrieb eingestellte Putzfrauen auf die Bühne. „Die Seelen des Programms“ (Hardy Vinçon) witzelten übers Älterwerden („den Schwimmring hätt i it braucht, i konnt schon schwimma“), übers Zunehmen („ruf doch mal bei den Weight Watchers an“ – „hab ich schon, da nimmt aber niemand ab“) und über Männer („ich hab deinen Mann gesehen, lauter Knutschflecke am Hals“ – „des sinn Würgemale“).Eröffnet hatte das Programm, schwungvoll und begeisternd, die Garde aus Unterschwarzach (Leitung Sandra Gütler). Die Jungengarde und die Dienstagsturner der TSG (Leitung jeweils Felicitas und Pia Vinçon) wirbelten ebenso atemberaubend über Bühne/Klosterplatz. Sie alle durften nicht ohne Zugaben von der Bühne. Ihren Beitrag zum tollen Sportlerball 2020 lieferten die Reiter mit ihrer Cocktailbar, Benedikt Schad als Getränkemeister, Christian Westermayer als Bühnenarbeiter, Alfred Krug, Walther Strobel und Otto Grandl an der Technik, Vinne Vinçon als Chef des Küchenteams, und die Band Celebrate, die in der Pause und nach dem Programm für eine volle Tanzfläche sorgte.

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