Zu Besuch bei den Blauhalsstraußen

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Redakteur Bad Wurzach

Am 10. August lädt die Straußenfarm Oberschwaben in Unterlasch bei Eggmannsried zu einem Grillabend ein. Grillprofis aus Leutkirch werden ab 17 Uhr zeigen, was man alles Leckeres aus Straußenfleisch machen kann.

Der Besuch der Straußenfarm Oberschwaben in Unterhaslach gehört zu den beliebtesten Angeboten des Bad Wurzacher Kinderferienprogramms. Beim jüngsten Termin auf der Anlage bei Eggmannsried waren wieder alle 25 Plätze schnell ausgebucht. Und auch zahlreiche Eltern der Ferienkinder ließen es sich nicht nehmen, am Rundgang entlang der Straußengehege teilzunehmen.

Zu erfahren gab es einiges. Petra Valenti erzählte ihren Gästen beispielsweise, dass Strauße nicht etwa aus Afrika stammen, wo sie heutzutage vorrangig vorkommen, sondern ursprünglich aus Mittelasien. Dadurch kommen sie auch mit europäischen Wintern relativ gut zurecht. Wegen seiner schönen langen Feder und seiner Eigenart Steine zu schlucken, um besser verdauen zu können, war der Strauß zwischenzeitlich vom Aussterben bedroht. Die Federn waren als Hutschmuck einst sehr beliebt, und unter den Steinen der Steppe befanden sich auch Diamanten.

Als erstes führte Petra Valenti die Kinder in die „Babyabteilung“ der Straußenfarm Oberschwaben. Dort befinden sich der Brutkasten und die Kinderstube der frisch geschlüpften Strauße, die sich zuvor durch die zwei Millimeter dicke Eischale kämpfen mussten.

Von März bis Oktober lege jede Henne jeden Tag ein Ei, erzählt Petra Valenti. Sie werden von den Farmmitarbeitern eingesammelt. Ein Teil kommt in die Brutstation, der größere Teil geht in die Produktion zum Beispiel von Nudeln. Das Einsammeln der Eier ist dabei nicht ungefährlich, wie Valenti den Kindern erzählte. „Einer muss die Straußeneltern ablenken, der andere schnappt sich das Ei und muss dann gucken, dass er schnell wieder aus dem Gehege rauskommt.“

Jedes Kind durfte ein großes Straußenei – 25-mal so groß wie ein Hühnerei und bis zu 1,6 Kilogramm schwer – mal in die Hand nehmen, dann ging es die verschiedenen Gehege entlang. Jede Altersgruppe der Strauße hat ein eigenes.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Unterhaslach die Straußenfarm von Anton Netzer, der dort auch die Firma bgw Hausbau betreibt. Sie war der Ausgangspunkt für die heutige Straußenzucht. „Ein aus Italien stammender Gartengestalter war damals für uns tätig“, erzählt Petra Valenti lachend. „Und er übernahm von einem Bekannten in den Abruzzen mehrere Strauße, die er bei uns auf dem großen Gelände unterbringen durfte. Irgendwann ging der Gartengestalter, die Strauße aber blieben bei uns.“

Etwa 45 Blauhalsstrauße befinden sich heute in Unterhaslach auf einem Gelände von rund drei Hektar. Die Straußenfarm bietet unter anderem Fleisch, Leder, Eier, Eierlikör und Nudeln, aber auch Dekoware aus Eier und Federn zum Verkauf an. Auch Führungen für Gruppen ab 25 Personen sind nach Voranmeldung möglich.

Am 10. August lädt die Straußenfarm Oberschwaben in Unterlasch bei Eggmannsried zu einem Grillabend ein. Grillprofis aus Leutkirch werden ab 17 Uhr zeigen, was man alles Leckeres aus Straußenfleisch machen kann.

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