Wurzachs Kapellen sind „kunstgeschichtliche Juwelen“

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Schwäbische Zeitung

360 Kapellen zählt der Landkreis Ravensburg – 43 davon stehen in der Großgemeinde Bad Wurzach. Mit dieser Zahl konnte Professor Manfred Thierer bei der jüngsten Veranstaltung des ökumenischen Seniorenkreises im Pius-Scheel-Haus aufwarten. Thierer nahm die Senioren mit auf eine Dia-Rundreise durch die Region. Sein jüngst erschienenes Buch zum Thema diente dabei als Grundlage. „Kirchen und Klöster setzen im Oberland die großen religiösen Zeichen, Kapellen, Bildstöcke und Feldkreuze die kleinen“, heißt es dort in der Einleitung.

Beim Vortrag standen die in der Großgemeinde Bad Wurzach im Vordergrund, angefangen bei der Hauskapelle Maria Rosengarten. Dieses Kloster wurde 1514 von Gräfin Helena von Waldburg, der Mutter des Bauernjörg, gegründet, während die Hauskapelle erst 1711 gebaut und 1763 im damaligen Rokokostil restauriert wurde. Ob Spital-, Schloss, Leprosenhaus- oder Seelenkapelle, sie alle sind mit ihrer Entstehungsgeschichte dargestellt. Ebenso die Teilorte, wie zum Beispiel die Kapelle in Albers, die laut Thieres Ausführungen zu Ehren der Wetterheiligen Johannes und Paulus nach sieben Jahren schlechten Wetters gebaut worden sei. Oder die Nepomuk-Kapelle in Rohrbach, ein laut Thierer „kunstgeschichtliches Juwel“. Der Rohrbach hatte immer wieder zu Überschwemmungen geführt, und so sei dem Fürbitter aller Wassernöten, St. Nepomuk, eine Kapelle errichtet worden. Manfred Thierer zeigte auch Bilder der Kapelle in Steinental, dessen Altarbild des Heiligen Michael am 8. Mai 1945, als in Berlin die Kapitulation nach dem Zweiten Weltkrieg ausgerufen wurde, in Anwesenheit französischer Militärs geweiht wurde.

Thierer streifte in seinem Vortrag außerdem die Kapelle Mariatal bei Weißenau, die im Jahr 2000 fertig gestellte Autobahnkapelle an der A96 bei Winterberg sowie die Fürst-Erich-Kapelle bei Mooshausen.

Kaffee, Kuchen, Frühlingslieder und Klaviermusik mit Dietrich Möckel rundeten den Nachmittag im ökumenischen Seniorenkreis ab, für den sich die Vorsitzende Hannelore Küstner herzlich bedankte.

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