Wurzacher Ried erhält erneut Europadiplom

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 Ein Blick ins Renaturierungsgebiet des Wurzacher Rieds.
Ein Blick ins Renaturierungsgebiet des Wurzacher Rieds. (Foto: Archiv: Steffen Lang)
Schwäbische Zeitung

Der Europarat hat das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried für weitere zehn Jahre mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Das gab Landesnaturschutzminister Franz Untersteller am Freitagmittag bekannt. Gleiches gilt für das Wollmatinger Ried im Landkreis Konstanz.

„Wir können sehr stolz auf diese internationale Auszeichnung sein“, wird Untersteller in der Pressemitteilung zitiert. „Die Naturschutzbehörden bei den Regierungspräsidien Tübingen und Freiburg und den beiden Landratsämtern, das NABU-Bodenseezentrum und das Naturschutzzentrum in Bad Wurzach betreuen die Gebiete mit größtem Engagement. Sie tragen mit ihrer gemeinsamen Arbeit wesentlich zum Erhalt dieses einzigartigen Naturerbes und damit der biologischen Vielfalt im Land bei“, lobte Untersteller.

242 gefährdete Arten erfasst

Im Wurzacher Ried stehen insbesondere der Schutz und die Entwicklung der charakteristischen Moorlebensräume und -arten im Fokus. Zu den wichtigsten Aufgaben dort gehöre die Wiedervernässung der durch Torfabbau und Drainage geschädigten Moore, erläuterte der Naturschutzminister. „Die ergriffenen Maßnahmen zeigen Wirkung: Im Wurzacher Ried sind 242 Arten erfasst, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen.“

Als ein wahres Mekka für Libellen und Wasservögel präsentiert sich das Wollmatinger Ried. In den vergangenen Jahren wurden dort die extensiven Wiesen ausgeweitet und neue Flachwasserteiche angelegt, die Libellen und Wasservögel sehr schnell besiedelt hatten. „Im Ried rasten und überwintern heute zigtausende Wasservögel“, sagte Untersteller. „Aufgrund der konsequenten Schutzbemühungen sind die Bestände der Wasservögel stabil und finden auch seltene Arten wie zum Beispiel der Zwergschwan Lebensraum.“

„Wichtige Hinweise“

Für den Naturschutzminister ist die Auszeichnung des Europarats Lob und Ansporn zugleich: „Gemeinsam mit den vielen engagierten Akteuren vor Ort werden wir uns weiterhin intensiv für die Erhaltung und Pflege unserer Schutzgebiete einsetzen“, versicherte er. „Die Empfehlungen des Europarats geben uns dabei wichtige Hinweise.“

Der Europarat hat das Europadiplom für Gebiete mit herausragender Bedeutung zum Schutz des europäischen Erbes von Flora und Fauna, seiner Umwelt und seiner Ökosysteme im Jahr 1965 ins Leben gerufen. Er verleiht die Auszeichnung an Schutzgebiete, die aufgrund ihrer biologischen oder geologischen Vielfalt oder ihres Landschaftsbildes von außergewöhnlichem europäischen Interesse sind. In Deutschland sind derzeit acht Gebiete mit dem Diplom ausgezeichnet. Zwei davon liegen in Baden-Württemberg:

Seit 1989 mit Diplom

Das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried umfasst eine Fläche von 1812 Hektar und gilt als die größte intakte Hochmoorfläche in Mitteleuropa. Wegen seiner herausragenden ökologischen Bedeutung wurde das Wurzacher Ried erstmals 1989 mit dem Europadiplom ausgezeichnet.

Das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried ist mit einer Fläche von 773 Hektar das größte und mit einer überaus artenreichen Pflanzen- und Tierwelt auch das bedeutendste Naturreservat am deutschen Bodenseeufer. Es bietet mit seiner abwechslungsreichen Uferlandschaft, den Riedflächen und den Flachwasserzonen einer Vielzahl von Pflanzen und Tierarten einen wertvollen Lebensraum. Das Wollmatinger Ried erhielt das Europadiplom des Europarats erstmals 1968.

www.wurzacher-ried.de

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