Wochenmarkt in der Breite: Ein Markt der kurzen Wege

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 Die Marktkunden sind mehrheitlich erleichtert, weiterhin in der Breite einkaufen zu können.
Die Marktkunden sind mehrheitlich erleichtert, weiterhin in der Breite einkaufen zu können. (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Die Entscheidung des Bad Wurzachers Gemeinderats, den Wochenmarkt vorerst in der Breite zu belassen, entspricht offenbar durchaus den Wünschen der Standbetreiber und der Marktbesucher. Zumindest lässt eine stichprobenartige Umfrage diesen Donnerstag nur diesen Schluss zu.

„Es gibt genügend Parkplätze“, lautete ein immer wiederkehrendes Argument der zahlreichen Kunden des Wochenmarktes. „Ich bin schon älter und die Verkäufer tragen mir den Sack Kartoffeln bis in mein Auto“, so eine Marktkundin.

Ein anderer Besucher sagt: „Donnerstag ist mein Einkaufstag, zuerst gehe ich auf den Markt, dann in den Supermarkt und wenn ich noch etwas aus der Stadt brauche, bin ich gleich im Zentrum.“ Eine Rollstuhlfahrerin berichtete: „Mit dem Rollstuhl auf dem Klosterplatz, das ist nicht einfach.

Für mich ist es auf dem Asphalt leichter“. Viele Marktbesucher erzählen, dass sie an diesem Tag Wege verbinde – ob Supermarkt oder Metzgerei, alles liege so fußläufig in unmittelbarer Nähe, dass es für Senioren problemlos zu bewerkstelligen sei.

Nur ein Marktkunde ist für den Klosterplatz

Unter den befragten Marktkunden war Herbert Müller an diesem Vormittag der Einzige, der sich eine Verlegung auf den Klosterplatz wünschte. „Es ist ein Platz für Veranstaltungen – und ein Markt in dieser Umgebung hat einfach mehr Ausstrahlung. Ich finde es schade, dass der Gemeinderat sich so entschieden hat“, bedauerte er dessen Entscheidung.

Auch die Argumentation der Stadtverwaltung, dass derzeit mindestens sieben Markttreibende ihre Waren in Bad Wurzach nicht anbieten könnten, weil der entsprechende Platz nicht gegeben sei, verfing bei den Marktbesuchern diesen Donnerstag nicht wirklich.

Die Kunden waren auf Nachfrage mit dem bisherigen Angebot zufrieden. Nichtsdestotrotz seien Ergänzungen und Erweiterungen aber jederzeit willkommen. Ebenso nutzen zahlreiche Mitarbeiter der Geschäfte in der Innenstadt die Mittagspause, um sich noch schnell mit Marktwaren einzudecken.

Eine Kundin hatte den Gemeinderatsbericht in der SZ-Ausgabe vom Mittwoch ganz aufmerksam gelesen und sich Gedanken zum naheliegenden Schwimmbad gemacht. „Also entweder gehe ich einkaufen, oder aber schwimmen. Aber beides, das mach ich nicht.“ .

Marktbeschicker ist froh über den Verbleib

Der Probelauf auf dem Klosterplatz im vergangenen Sommer, bescherte den Händlern laut eigenen Angaben Umsatzeinbußen. Händler Maximilian Reutlinger war am Montag selbst bei Gemeinderatssitzung anwesend.

„Der Klosterplatz ist wunderschön, keine Frage, aber für einen Wochenmarkt nicht gut geeignet. Das Gelände ist abschüssig und die An- und Abfahrt etwas schwierig“, so seine Argumente gegen einen Umzug.

An den einzelnen Marktständen wurde der Gemeinderatsbeschluss am Donnerstag auf jeden Fall intensiv diskutiert. Insgesamt, so der Eindruck, sind die meisten Besucher und die Anbieter momentan froh, in der Breite bleiben zu können.

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