Wo finden Männer um die 30 ihre innere Mitte?

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In der Allgäu-Akademie lieferten die „Gaier“ schnelle Themenwechsel, spitzfindige Pointen und schräge Wortspiele.
In der Allgäu-Akademie lieferten die „Gaier“ schnelle Themenwechsel, spitzfindige Pointen und schräge Wortspiele. (Foto: Christine Hofer-Runst)
Schwäbische Zeitung
Christine Hofer-Runst

Die „Gaier“, eine A-cappella-Boygroup aus Biberach, hat am Samstag ihr neues Bühnenprogramm „Volle Tanne“ in der vollbesetzten Allgäu-Akademie präsentiert. Dem Wurzacher Kulturkreis gelang es, seinem jährlichen Veranstaltungszyklus einen weiteren Höhepunkt hinzuzufügen.

Wo finden Männer um die 30 ihre innere Mitte, wenn der Hormonspiegel sinkt und man einmal intensiv über sein Leben nachdenken sollte? Im Wald, in einer Jagdhütte, mit dem Waldindianer Harald als Besitzer. Von Alltag und Familie zu entkommen und sich der Vertrautheit der kuschelnden Käuzchen hinzugeben.

Nachgedacht wird dann sehr vielfältig, mitunter schräg und mit schwarzem Humor. Der erste Streitpunkt der Hüttengesellschaft ist die Freizeitgestaltung, ob jagen oder Holz hacken, oder doch lieber im Supermarkt einkaufen. Man sinniert über gesunde Ernährung, über Kebap und Lauch, das Liebesleben wird in Augenschein genommen, die Notwendigkeit von Licht erläutert und es werden die handwerklichen Tätigkeiten gewürdigt. Die Welt im Wald könnte so schön und harmonisch sein, wäre da nicht die nervende Olga, die telefonisch permanent dazwischen quasselt.

Über Allem steht jedoch die „Hüttenmiete“, sprich, wenn die Gäste nicht das, von Harald geforderte, Jägerlied singen, werden sie mit Haarausfall ab 40 be-straft. Und weil Mann diese Aussicht gar nicht gefällt, beugt man sich der Forderung und wird mit langen, wilden Mähnen belohnt. Grund genug, noch ein Lied über die Vorzüge diverser Haarpflegeprodukte zu präsentieren.

Die Stimmen der „Gaier“ ergänzen sich perfekt und mit Robert Barthold wird die Musikalität mit entsprechenden Beats unterlegt. Schnelle Themenwechsel, spitzfindige Pointen und mitunter schräge Wortspiele erfordern die volle Aufmerksamkeit des Publikums und machen die gezeigte Geschichte unglaublich lebendig und abwechslungsreich. Musikalisch streifen die Künstler durch alle Musikrichtungen, von Rap bis Oper, von Grönemeyer bis Bohlen, ja sogar Helene Fischer wird gehuldigt.

Nach Abschluss des Hauptprogrammes wurden die Zuhörer noch mit einer Zugabe belohnt: Ein „Mädle“ der bekanntesten Songs von Toto und Chicago wurde dem begeisterten Publikum serviert.

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