Wirtschaften zum Wohle der Allgemeinheit

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 Den Begriff der „Gemeinwohl-Ökonomie“ haben sich Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Bad Wurzach bei einem Firmenrundg
Den Begriff der „Gemeinwohl-Ökonomie“ haben sich Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Bad Wurzach bei einem Firmenrundgang bei Vaude erklären zu lassen. (Foto: Kirchengemeinde)
Schwäbische Zeitung

„Soziale Gerechtigkeit?!“ war in diesem Jahr mit ökumenischer Beteiligung das große Thema der evangelischen Kirchengemeinde Bad Wurzach. Im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen hat eine Gruppe von rund 20 Personen die Firma Vaude in Obereisenbach bei Tettnang besucht, um sich vor Ort den Begriff „Gemeinwohl-Ökonomie“ erklären zu lassen.

Laut eines Presseberichts hatte die Gruppe das Glück, von Geschäftsführerin Antje von Dewitz, der Tochter des Firmengründers, die Vaude-Firmenphilosophie erläutert zu bekommen. Gegründet in 1974 mit der Hautproduktsparte Bergsport, produziert und vertreibt Vaude mittlerweile mit weltweit 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von an die 100 Millionen Euro Produkte der Bereiche „Mountain“ (Skifahren, Wandern), „Bike“ (Radsport) und „Urban Life“ (Rucksäcke und Taschen für den täglichen Gebrauch). Laut Von Dewitz sind die Produzenten und Konsumenten verantwortlich dafür, dass mehr Ressourcen verbraucht werden als zur Verfügung stehen. Weltweit liege der Faktor bei 1,7, in Deutschland sogar bei 2,2. Wenn so weitergemacht werde, bleibe für nachfolgende Generationen nichts mehr übrig.

Die Firma Vaude habe es sich seit fast zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, mit ihren Produkten die Welt zu erhalten. Das gehe nur mit neuen Ideen, mit motivierten Mitarbeitern, mit guten Partnerschaften und ausgesuchten Geschäftspartnern, die diese Ideen teilen und verwirklichen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Messlatte ist die „Gemeinwohl-Bilanz“, deren Kriterien weltweit gelten und die jährlich erstellt wird. Da geht es unter anderem um Reduzierung von Emissionen, Nachhaltigkeit, schadstofffreie und langlebige Materialien und der Ablehung von Kinderarbeit. Leider seien die gesetzlichen Bestimmungen nicht darauf ausgerichtet, Firmen für Nachhaltigkeit zu belohnen.

Bei der anschließenden Betriebsbesichtigung war Gelegenheit, die einzelnen Produktionsschritte zur Herstellung von wasserdichten Taschen und Rucksäcken nachzuvollziehen. Neuer Gag zum Thema Ressourcen sind Shopper für die Restmaterial farbenfroh und praktisch verbraucht wird, erfuhren die Teilnehmer.

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