Winter hält Räumdienste in Atem

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Stellv. Redaktionsleiter/Redakteur Bad Wurzach

„Betrachtet man die extreme Wetterlage, läuft der Winterdienst nach wie vor sehr gut und wir haben die Lage nach unserer Einschätzung gut im Griff.“ Das teilte die Stadt Bad Wurzach am späten Nachmittag des „Schnee-Donnerstags“ auf SZ-Anfrage mit. Auch der Schulbetrieb läuft weitgehend reibungslos. In Eintürnen fiel die Schule allerdings aus.

Damit es gut läuft, waren die 15 Räum- und Streufahrzeuge im Dienste der Stadt – zehn größere und fünf kleinere – nahezu pausenlos im Einsatz. Für Freitag habe die Stadt zusätzlich eine Fräse und einen Lkw angefordert, um wichtige Kreuzungsbereiche und Gefahrstellen freizuräumen.

Der Schwerpunkt der Räumungen lag nach Auskunft des Pressesprechers der Stadt, Martin Tapper, am Donnerstag auf gefährlichen und verkehrswichtigen Straßen, „was auch gesetzliche Aufgabe der Gemeinden ist“. Beschwerden habe es am ehesten aus Siedlungen, die bei den extremen Verhältnissen nur nachrangig angefahren werden können, gegeben.

Am Maria Rosengarten hat die Stadt wegen Dachlawinengefahr Warnhinweise angebracht. Dass Dächer wegen hoher Schneelast einsturzgefährdet sind, sei in der Stadt aber bislang kein Thema, so Tapper.

Schulfrei hatten aufgrund des heftigen Schneefalls die Grundschüler von Eintürnenberg. Am Freitag solle dort aber wieder unterrichtet werden, so Martin Tapper und schränkt ein: „Wenn es die Witterung zulässt“.

Schulen bleiben offen

Pater Friedrich Emde, Rektor des Gymnasiums Salvatorkolleg, berichtete, dass „einige Busse verspätet“ gewesen seien und „ein paar Kinder nicht kommen konnten. Aber ich bin überrascht, dass es nur wenige sind.“ Er rate Eltern ab, ihre Kinder zu bringen, wenn der Schulbus nicht fährt. „Die Sicherheit aller geht vor.“ Das Salvatorkolleg, so betont der Pater, werde auf jeden Fall offen bleiben.

Das gilt auch für alle anderen Schulen in Bad Wurzach, wie André Radke, geschäftsführender Schulleiter, klarstellt. Für Entschuldigungen wegen Nichterscheinens aufgrund des Wetters genüge derzeit ein einfacher Anruf bei der Schule. In Radkes Grundschule in Arnach nutzten am Donnerstag diese Möglichkeit „fünf oder sechs Eltern“.

Hartmut Forstner, Leiter der Aichstettener Eichenwaldschule, berichtet dagegen von „gut einem Drittel“ an Werkrealschülern, die am Donnerstag nicht zur Schule erscheinen konnten. Vor allem jene aus Aitrach und Treherz hätten „keine Chance gehabt“, sagt er. Auch mehrere Lehrkräfte hätten nicht kommen können. An regulären Unterricht sei daher nicht zu denken gewesen.

In der Aichstettener Grundschule war laut Forstner die Abwesenheit nicht so groß. „Aber eine ungefährliche Sache ist es zurzeit nicht, zur Schule und wieder nach Hause zu gehen. Viele Gehwege sind nicht geräumt, sodass die Kinder teilweise auf der Straße laufen müssen.“

Mit einem für den Winterdienst aufgerüsteten Lkw, einem kleinen Räumfahrzeug für Gehwege und einem Radlader waren in Aichstetten die drei Mitarbeiter des Bauhofs den ganzen Donnerstag im Einsatz. 7,1 Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen und die innerörtlichen Straßen fallen in ihren Zuständigkeitsbereich.

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