Biberacher Bachtrompeten mit Elisabeth Sekul an der Orgel beenden den verkaufsoffenen Sonntag mit einem Konzert im Schloss.
Biberacher Bachtrompeten mit Elisabeth Sekul an der Orgel beenden den verkaufsoffenen Sonntag mit einem Konzert im Schloss. (Foto: Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Es ist fast schon eine liebgewordene Tradition, nach einem ereignis- und erlebnisreichen Shoppingsonntag den Tag mit guter Musik im Schloss ausklingen zu lassen. Am Sonntag spielten die „Biberacher Bachtrompeten“ mit Unterstützung von Elisabeth Sekul an der Orgel ein festliches Konzert.

Hans Mohr, Michael Bischof und der Bad Wurzacher Trompeter Timo Bossler luden das Publikum zu einem musikalischen Spaziergang ein. Vom Barock bis zur Moderne, das Repertoire der Musiker zog sich durch sämtliche Epochen und begeisterte das Publikum. Diese Soirée begann mit barocken Werken von Händel und Mouret. Fein abgestimmte Trompetenklänge erfüllten den Raum und wechselten sich mit dem warmen Klang des Flügelhorns ab. Elisabeth Sekul spielte mit dem Adagio in F-Dur von Joseph Haydn ihr erstes Orgelsolo des Konzerts. „Wir mussten im Studium alle Klavierspielen lernen, aber so wie die Elisabeth können wir es alle nicht“, verwies Michael Bischof auf das große Können der Organistin.

Nach dem türkischen Marsch von Mozart führte der Weg in die Moderne. „Halleluja“ von Leonard Cohen, „Rejoice“ von Phil Collins oder „Maple Leaf Rag“, ein Charleston aus der Jugendstilzeit, vereinnahmten die Zuhörer mit perfektem Spiel und schwungvoller Interpretation. Spektakulär und mit raumfüllenden Klang ertönte anschließend die „Fanfare von St. Edmundsbury“. Dazu verteilten sich die Blasmusiker im Treppenhaus, spielten in völlig verschiedenen Takt- und Tonarten, um sich in den Schlussakkorden in Dur harmonisch wiederzufinden. Die Klangresonanz des Schlosses ist dabei wie geschaffen für solche Spezialeffekte und unterstützte mit sanftem Echo das buchstäbliche Gänsehautgefühl, dass sich beim Zuhören einstellte.

Ein Satz aus dem Programmheft, in dem die Künstler sich und ihre Arbeit vorstellen, beschreibt die Harmonie und Eleganz des Gehörten ganz besonders gut: „Bei der kontinuierlichen Zusammenarbeit werden Artikulation, Phrasierung und Dynamik besprochen und untereinander angeglichen.“ Das Ergebnis dieser akribischen Arbeit war ein Hörgenuss auf höchstem Niveau.

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