Vom Feuerlöschen bis zum Hunderetten

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 Gute Laune bei der Stabrückgabe: Bernhard Schad (rechts) und Alexander Gebauer.
Gute Laune bei der Stabrückgabe: Bernhard Schad (rechts) und Alexander Gebauer. (Foto: Steffen Lang)
Stellv. Redaktionsleiter/Redakteur Bad Wurzach

Am 5. Mai wird das neue Feuerwehr-Fahrzeug der Abteilung Gospoldshofen eingeweiht. Das gab Kommandant Rolf Butscher bekannt.

101 Einsätze, von der Hunderettung bis zum Vollbrand, im ehrenamtlichen Dienst für die Gesellschaft hat die Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Stadt Bad Wurzach, im vergangenen Jahr absolviert. Das gab Kommandant Rolf Butscher bei der Hauptversammlung am Donnerstagabend bekannt.

Den größten Anteil hatten die Hilfseinsätze, 28 waren es an der Zahl. Sie reichen von Türöffnungen in medizinischen Notfällen über Wasserrohrbrüche bis hin zur Sicherstellung der Stromversorgung für die städtische EDV-Anlage.

Autoreifen im Reisighaufen

Zwölf Mal mussten die Bad Wurzacher wegen Feuers ausrücken. Zweimal wurden dabei unerlaubt Reisigfeuer entzunden, einmal waren darin sogar Autoreifen versteckt. Zweimal mussten auch mutwillig in Brand gesteckte Autos gelöscht werden. Schwerster Einsatz war die Unterstützung der Kollegen in Leutkirch, als in Vorderstriemen ein Wohnhaus abbrannte.

Zwölf Einsätze entpuppten sich als Fehlalarme.

Mehr Einsätze wegen Unwetters

Stark zugenommen haben 2018 im Vergleich zum Vorjahr die von Unwettern verursachten Einsätze. Zwölf waren es 2017, 18 im vergangenen Jahr. Der wohl ungewöhnlichste Einsatz der Wurzacher Kameraden war die Befreiung eines Hundes. Der hatte sich in eine Drainage unter der Straße geflüchtet und kam ohne Hilfe nicht mehr heraus.

Die Polizei alermierte bei drei Verkehrsunfällen, allesamt auf der L 314 bei Kimpfler, die Feuerwehr mit hinzu. Ihr Unterstützung gab die Feuerwehr auch bei zwei Personensuchen. Der Bad Wurzacher Notfallseelsorger hatte einen Einsatz bei den Wangener Kameraden.

Zahlreiche Proben und Lehrgänge

Um für all diese Einsätze fit zu sein, gab es 21 Regelproben, eine freiwillige Probe und mehrere Sonderproben, darunter zwei Gefahrgutübungen. Zudem gab es mehrere Lehrgänge.

Drei Frauen und 61 Männer stark ist die Abteilung Stadt zum Jahresende 2018. Das waren drei weniger als Ende 2017.

Jugendfeuerwehr wächst

Dagegen ist die Jugendfeuerwehr 2018 gewachsen. Sie verzeichnete 22 Zugänge, berichtete Jugendwart Pascal Schmehl, darunter acht Mädchen. Damit ist nun fast jedes vierte Mitglied der 59 Jugendliche starken Abteilung weiblich. Vier Mitglieder der Jugendfeuerwehr rückte altersbedingt in die Reihe der Aktiven auf.

„Wir sind die Jugend von heute. Und die Retter von morgen.“ Das sei das Motto der Jugendfeuerwehr, so Schmehl. Dafür scheint die Abteilung gut gerüstet: Bei den Kreis-Leistungswettkämpfen in Bad Wurzach nahmen die Gastgeber mit zwei Gruppen teil. „Eine davon hat das Tagesbestergebnis erzielt“, berichtete der Jugendwart stolz.

„Richtig toll“

An die 40 Übungsabende und andere Termine standen auf dem Programm der Jugendfeuerwehr. Jahreshöhepunkt waren laut Schmehl die gemeinsam von Aktiven und Jugend ausgerichteten Kreis-Leistungswettkämpfe. „Das war ein Paradebeispiel für gelebte Jugendarbeit.“

„Es ist richtig toll, was bei Euch abgeht“, lobte Kommandant Butscher seinen Nachwuchs und vor allem dessen Leitungsteam mit Schmehl und dessen Stellvertreter Marius Nägele.

Nach den Berichten von Schriftführer Rainer Herdrich und von Axel Mohr für die Abteilung 65+ gab Bernhard Schad einen Überblick über die Kassenlage. Die gestaltet sich überaus positiv, da das Austragen der Kreis-Leistungswettkämpfe einiges an Gewinn abgeworfen hat. „Da macht’s Spaß als Kassierer“, sagte Schad, gab das Amt aber doch wieder an Alexander Gebauer ab. Den hatte Schad während dessen mehrmonatigen USA-Aufenthalt vertreten.

Zuschuss reicht nicht mehr

Mit Blick auf Einsatzkosten von fast 1300 Euro sagte Schad, dass der Zuschuss der Stadt in Höhe von 925 Euro jährlich nicht mehr ausreiche. Die anwesende Sachbearbeiterin Heike Hierlemann signalisierte postwendend Gesprächsbereitschaft.

Kassenprüfer Jens Räth bescheinigte auch im Namen von Martin Walter Schad eine vorbildliche Kassenführungnd beantragte die Entlastung, die von der Versammlung einstimmig erteilt wurde.

Butschers Dank

Mit Dankesworten von Rolf Butscher endete die ebenso kurze wie harmonisch verlaufene Hauptversammlung. Der Kommandant hob dabei, wie bereits zuvor Pascal Schmehl, unter anderem die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in Person von Heike Hierlemann hervor.

Einen besonders herzlichen Dank sprach er auch den Arbeitgebern und den Familien der Feuerwehrangehörigen aus.

Am 5. Mai wird das neue Feuerwehr-Fahrzeug der Abteilung Gospoldshofen eingeweiht. Das gab Kommandant Rolf Butscher bekannt.

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