Vertonte Bergseen und ein Hauch von Jugend

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Alexander Dreher und die Musikkapelle Eintürnen begeistern die Besucher in der Festhalle.
Alexander Dreher und die Musikkapelle Eintürnen begeistern die Besucher in der Festhalle. (Foto: Yvonne Giwitsch)

Rund 270 Menschen sind der Einladung des Musikvereins Eintürnen und seines Dirigenten Alexander Dreher zum Herbstkonzert in die Festhalle nach Eintürnenberg gefolgt. Der erste Vorsitzende Roland Schmid freute sich mit der Kapelle über diesen zahlreichen Besuch. Mit volkstümlichen Klängen begann der Abend kraftvoll und flott. Der Konzertmarsch „Euphoria“ von Martin Scharnagl begeisterte und stimmte auf ein schwungvolles Konzert ein.

Impressionen aus der nahen Bergwelt, nahezu bildhaft vertont, luden beim „Klang der Alpen“ von Kurt Gäble zu einem Ausflug in die Alpen ein. Vertonte Bergseen, alpenländische Pflanzen, ein Alphornjodler, Kuhglocken – und dennoch ein Hauch von Jugend, neuen Einflüssen und Möglichkeiten: Die Vielfalt des Blasorchesters mit seinem umfangreichen Schlagwerk schaffte es, mit fließenden Melodien, kraftvoller Klangfülle und Wechseln der Klangcharaktere die Berge ganz nah herzuholen.

Das Singspiel „Im weissen Rössl“ mit seinen eingängigen Melodien und Liedern ist auch heute noch ein Evergreen und lädt zum Mitsingen ein. Das Arrangement von Stefan Schwalgin vertonte die Oldies mit moderner Tonsprache und kombinierte die Lieder zu einem neuen Potpourri. In der Festhalle lauschten die Menschen fasziniert den neu verpackten Melodien von Ralph Benatzky aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Aus den Bergen ging es weiter ans Meer. Alexander Dreher lud ein zu einem musikalischen Tauchgang in die spektakulärsten Tauchgründe der Welt vor der Küste des mittelamerikanischen Staates Belize. Erzählungen von Tauchern zufolge befindet sich in einer Tiefe von etwa 140 Metern eine unterirdische Wunderwelt an Tropfsteinhöhlen. Kraftvoll die Natur, kraftvoll die Musik – so interpretierte die Musikkapelle diesen bezaubernden Ausflug in die Unterwasserwelt.

Kontrastreich präsentierten sich die Musiker weiterhin, denn nun startete eine verhängnisvolle Flugreise, präsentiert in der Komposition „Flight of Valor“ von James Swearingen. Das Werk entstand im Gedenken an die Passagiere des United Fluges No. 93, die am 11. September 2001 in Pennsylvania ihr Leben verloren. Still und besinnlich ließen die Musiker die Flugreise erleben und vollendeten so den Spannungsbogen ihrer abenteuerlichen Reise um die Welt in ihrem ersten Konzertteil.

Der zweite Konzertteil stand ganz offensichtlich unter der Überschrift „So schön ist Blasmusik“. Mit dieser Erkennungsmelodie aus dem „Grand Prix der Volksmusik“ von Erich Becht (neu arrangiert von Martin Scharnagl) und dem nachfolgenden Programm stellte die Musikkapelle nicht nur ihre Liebe zur Blasmusik unter Beweis, sondern präsentierte auch individuelles musikalisches Können.

Flügelhornistin Daniela Gut träumte als Solistin zusammen mit der Musikkapelle mit dem Pop-Ballade „My Dream“ von Peter Leitner. Andreas Gabalier war zwar nicht persönlich nach Eintürnen gekommen, aber das Medley seiner Hits, arrangiert von Markus Schenk, verzauberte die Zuhörer.

„The Way Old Friends Do“ (Wie es alte Freunde tun) ist ein Song der legendären schwedischen Popgruppe ABBA und auch eine sehr emotionale Hymne an die Freundschaft – eine tiefe und aufrichtige Freundschaft, die auch Meinungsverschiedenheiten übersteht und ein Leben lang durch alle Höhen und Tiefen anhält. Martin Scharnagl arrangierte dieses berührende und kraftvolle Lied als mitreißende Pop-Ballade, und die Musikkapelle Eintürnen füllte zusammen mit dem mehrstimmigen Gesang von Dirigent Alexander Dreher, Natalie Schele und Sophia Bentele diesen Song mit echten Emotionen.

Oldies der neuen deutschen Welle rockten die Halle, und mit der „Berliner Luft“ von Paul Lincke wollten sich die Musiker eigentlich verabschieden. Doch der tosende Applaus der Zuhörer ließ die Musiker noch nicht von der Bühne gehen. Erst nach zwei Zugaben wurde der Applaus schwächer, und die Musiker durften nach einem gelungenen Konzertabend den Abend in gemütlicher Runde ausklingen lassen.

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