Vermisster Dreijähriger in Bad Wurzach ist tot

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Bürgermeister Roland Bürkle informiert die besorgten Menschen über die Lage.
Bürgermeister Roland Bürkle informiert die besorgten Menschen über die Lage. (Foto: steffen Lang)
Steffen Lang

Ein dreijähriger Junge ist am Sonntag in Bad Wurzach ums Leben gekommen. Ein Suchtrupp von Polizei und Feuerwehr fand den seit 14.45 Uhr vermissten Bub gegen 22.45 Uhr in einem Gartenteich nahe der Riedsporthalle, aus der verschwunden war.

Bis dahin hatte ein Großaufgebot an Rettungskräften unter enormer Mithilfe der Bevölkerung ergebnislos nach ihm gesucht. „Es gibt keinerlei Hinweise, dass der Junge nicht ertrunken ist“, schloss Erster Polizeihauptkommissar Ferdinand Hofmann in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz um Mitternacht ein Verbrechen zu diesem Zeitpunkt aus.

Die genaue Todesursache soll im Laufe des Montags feststehen.

Die Familie wurde in der Nacht von einem Kriseninterventionsteam der Polizei und einem Notarzt betreut.

Aus Riedsporthalle weggelaufen

Wie Polizei und Feuerwehr mitteilten, verschwand der tütkischstämmige Junge gemeinsam mit einem gleichaltrigen deutschen Freund vom Fußballturnier in der Riedsporthalle. Gegen 14.45 Uhr wurde die Polizei von seinem Verschwinden informiert.

Sofort war die Suche angelaufen. Der dreijährige deutsche Junge wurde gegen 15.40 Uhr beim Casa Rossa gefunden. Da er erzählte, sein Freund sei ins Wasser gefallen, wurde in der Folge die Ach weiträumig sorgfältig zu Fuß und mit Booten durchkämmt. Zudem wurden drei Hubschrauber mit Wärmebildkameras eingesetzt. Sie suchten das mittlerweile komplett abgeschlossene Ried ab – alles verlief ergebnislos.

Hunderte im Einsatz

Da die Nachricht sich über das soziale Netzwerk, unter anderem über die Facebookseite „Du weißt, dass du aus Bad Wurzach bist...“ in Windeseile verbreitete, fanden sich Hunderte Menschen ein, um die Kräfte von Feuerwehr, DRK, DLRG und Polizei zu unterstützen. Im Einsatz waren zudem zunächst acht Polizeibeamte, gut 50 Bad Wurzacher Feuerwehrkameraden, 26 Mitglieder der DLRG und 41 Rotkreuzler.

In gemischten Trupps wurde das gesamte Stadtgebiet bis tief in die Nacht durchkämmt. Da die Suche in der Ach und im Ried ergebnislos geblieben waren, gingen die Einsatzleiter davon aus, dass der Junge sich irgendwo in der Stadt versteckt und dort eventuell eingeschlafen ist.

Bereitschaftspolizei im Einsatz

Für 22 Uhr wurde von Bürgermeister Roland Bürkle das Eintreffen der Bereitschaftspolizei, die bei einem Eishockeyspiel in Ravensburg im Einsatz war, angekündigt. Die Bürger , die sich in großer Menge vor dem Feuerwehrhaus versammelt hatten, wurden gebeten, das Gelände zu verlassen, um der Polizei Platz zu geben.

Die Bereitschaftspolizei begann mit der Suche von vorn und suchte zuallererst die unmittelbare Umgebung der Riedsporthalle sektorenweise nochmals ab. Dabei wurde der Leichnam des Jungen gefunden – in einem nur schwer zugänglichen und sehr unübersichtlichen Gartengrundstück ganz in der Nähe.

Wie der Junge dorthin gelangt ist, ist ebenfalls eine Frage, die zu klären die Kriminalpolizei die Nacht über beschäftigte. „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Junge dort schon länger lag“, so Hofmann.

Tief erschüttert

„Das ist ein schwieriger Tag für die Stadt“, so Bürkle tief erschüttert bei der Pressekonferenz. Zuvor war er bei der Familie des Jungen gewesen.

„Hilfe überwältigend“

Als positive Erscheinung des tragischen Sonntags nahmen alle Einsatzkräfte die Unterstützung der Bevölkerung wahr. „Diese Flut an Hilfe ist überwältigend“, so Feuerwehrkommandant Norbert Fesseler an die Bad Wurzacher im Namen aller Einsatzkräfte. Auch Bürkles Dank ging an alle Einsatzkräfte und die Bürger, „die uns so hervorragend unterstützt haben, auch wenn es leider ohne Erfolg war. Das zeigt, dass Bad Wurzach zusammensteht, wenn’s drauf ankommt.“

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