Vereine stehen zum Stadtfest

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Auch 2017 wurde beim Stadtfest Mode präsentiert.
Auch 2017 wurde beim Stadtfest Mode präsentiert. (Foto: Archiv: Steffen Lang)
Christine Hofer-Runst

Das Quietscheentenrennen der Jugendfeuerwehr und der Volksbank Allgäu-Oberschwaben, findet am Sonntag um 14 Uhr statt. Startpunkt ist an der Luxeuilbrücke.

Das Bad Wurzacher Stadtfest wird am kommenden Wochenende das Stadtbild prägen; mit Verkaufsständen, Bühnen und Holzbuden. Es ist der wichtigste Termin im Jahreskalender des Handels- und Gewerbevereins. Eine Vielzahl ortsansässiger Vereine gestaltet das Fest seit vielen Jahren zuverlässig mit, so auch heuer, und mit den sonntäglichen Modenschauen ist ein weiterer Festhöhepunkt geboten.

100 Kilo Zwiebeln rösten

Der Musikverein Arnach ist seit beinahe 30 Jahren beim Stadtfest vertreten. Der Duft von Käsepätzle weht an diesem Wochenende durch die Herrenstraße und lockt Besucher in das Zelt der Musiker. Etwa 250 Kilogramm Mehl, unzählige Eier und enorme Mengen geriebener Käse werden an den beiden Festtagen verarbeitet. Der Aufwand dafür ist enorm. Täglich wird der Arbeitseinsatz in drei Schichten aufgeteilt, insgesamt 80 Personen sind im Dienstplan eingetragen. Die Vermutung, dass die Zwiebeln von Musikern geschnitten werden müssen, die mehrfach die Musikprobe schwänzen, hat Gebhard Baumann, von der Musikkapelle Arnach so nicht bestätigt. Vielmehr sind drei Frauen im Vorfeld dabei, etwa 100 Kilogramm Zwiebeln zu schneiden und zu rösten. „Die Frauen müssen das in einer Garage machen, der Geruch wäre in einem Wohnhaus unerträglich“ erläuterte Baumann. Trotz mehrere Vorstandswechsel während der vergangenen 30 Jahre, hat der Musikverein die Teilnahme am Stadtfest niemals in Frage gestellt. So wird auch in diesem Jahr wieder mit vollem Einsatz geknetet und gehobelt. Wobei die Mitarbeiter am Stand auch Wochen nach dem Fest selbst keinen Bedarf an Kässpatzen haben.

Bier aus Limogläsern

Ähnlich lange bereichert der Fanfarenzug Bad Wurzach das Stadtfest. Nach den Anfängen im Schlosshof hat sich im Laufe der Jahre die Hütte zu einer stattlichen Größe entwickelt. Gebaut von Vereinsmitgliedern, hat sie gegenüber der Schlossapotheke ihren festen Standplatz. Die Mitglieder überraschen ihre Gäste immer mit Außergewöhnlichem und so bieten sie in Bad Wurzach Kölsches Meterbier an. Für alle, die es nicht kennen, in Köln wird Bier aus Limogläsern getrunken. Entstanden ist die Idee, als der Fanfarenzug zu Gast beim Kölner Karneval war. Auch beim Fanfarenzug bedeutet die Festteilnahme vollen Einsatz. Alle müssen mithelfen und sind, mit Auf- und Abbau, drei Tage voll beschäftigt. „Im Verein und im Vorstand gab es schon Diskussionen um den Fortbestand des jährlichen Einsatzes, aber die, die schaffen, haben sich durchgesetzt“ sicherte Franz-Josef Maier (Chief) eine weitere Teilnahme zu. Pünktlich zum Stadtlauf am Sonntag servieren die Musiker ein Weißwurstfrühstück. Nach Festschluss wird die ganze Ausstattung auf einen umgebauten Miststreuer verladen und bei Frieder Roggenkamp eingelagert, bei der Größe der Ausstattung ist dazu dessen Scheune erforderlich.

Bereits seit dem allerersten Stadtfest 1977 sind die Familien Michelberger und Binder mit ihren Modeschauen eine ungebrochene Attraktion. Auf der großen Showbühne in der Herrenstraße präsentieren sie alljährlich die allerneueste Herbst- und Wintermode für Damen und Herren. Bereits im Frühjahr laufen die ersten Gespräche mit Bliems Bunter Bühne, werden die Models festgelegt, die daraufhin eine Choreographie für die Modenschauen kreieren. Fest- und Brautmode und Wäsche ergänzen das Programm und ein Team von rund 15 Mitarbeitern sorgt am Sonntagnachmittag dafür, dass die Models alle perfekt gekleidet auf der Bühne erscheinen können. „In 40 Jahren sind die Modenschauen niemals ausgefallen, lediglich einmal musste man ins Kurhaus ausweichen. Da war das Wetter damals schuld“ erinnerte sich Werner Binder. Er freue sich jährlich darauf, einem breiten Publikum komplette Outfits präsentieren zu dürfen, so Binder und über die zuverlässige Unterstützung des Blumenhaus Menig und von Stefan Braun, der die Technik an den beiden Durchgängen betreut. Die Teilnahme am Stadtfest ist für die Familien Michelberger und Binder eine liebgewordene Tradition, die, auch nach dem Generationswechsel, gerne weitergeführt wird.

Das Quietscheentenrennen der Jugendfeuerwehr und der Volksbank Allgäu-Oberschwaben, findet am Sonntag um 14 Uhr statt. Startpunkt ist an der Luxeuilbrücke.

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