Trans Alpine Run: Gropper und Leykum meistern gigantische Herausforderung

 Silvia Gropper und Günter Leykum aus Bad Wurzach haben den Trans Alpine Run absolviert.
Silvia Gropper und Günter Leykum aus Bad Wurzach haben den Trans Alpine Run absolviert. (Foto: Biggis Laufoase)
Schwäbische.de

Läuferin Silvia Gropper und Teampartner Günter Leykum von Biggis Laufoase aus Bad Wurzach haben erfolgreich im Zweierteam nach acht Etappen den Trans Alpine Run mit 286 Kilometern und 17 070 Höhenmetern absolviert.

Gestartet wurde in Garmisch-Partenkirchen bei strahlendem Sonnenschein. Auf der ersten Etappe führte die Strecke über die schönsten Trails unterhalb der Zugspitze in stetigem Auf und Ab über das Marienbergjöchl nach Nassereith in Österreich. Die ersten 43 Kilometer und 2200 Höhenmeter waren geschafft. Die zweite Etappe hatte es in sich. Über den panoramareichen Weiterweg führte der Anstieg zum höchsten Punkt, dem Ostgipfel des Tschirgant, auf 2270 Metern Höhe. Über steile technische Downhills ging es flink bergab und ins Etappenziel in Imst. Wieder wurden 31 Kilometer und 1770 Höhenmeter bewältigt.

An Tag drei wartete die Königsetappe. Mit 54 Kilometern und knapp 3000 Höhenmetern war sie eine echte Herausforderung für die Läufer. In einem welligen Auf und Ab mit vielen technischen Auf- und Abstiegen führte die Route über die besten Pitztaler Trails nach St. Leonhard. Von dort verlief ein leicht ansteigender Talweg nochmals mit zwölf Kilometern bis ins Ziel nach Mandarfen. Tag vier brachte einen Bergsprint – auch „Ruhetag“ genannt, da dies das kürzeste Rennen der Woche ist und die Läufer an diesem Tag mehr Zeit haben, sich zu erholen. Die kurze und knackige Runde startete im Tal in Mandarfen, kurzes Einlaufen im Ort, dann ging es steil und direkt über einen Wurzelweg mit hohen Stufen bis zur Rifflseehütte und direkt weiter zum Rifflsee. Dessen Umrundung und noch ein kurzer letzter Anstieg und das Ziel war in Sicht.

Herrliche Trails und atemberaubende Panoramen

Die fünfte hochalpine Etappe führte von Mandarfen über herrliche Trails hoch zur Braunschweiger Hütte und weiter zum Pitztaler Jöchl. Hier eröffneten sich atemberaubende Panoramen auf Gletscher und eisbedeckte Gipfel. Die ursprünglich geplante Route über den Rettenbachferner konnte wegen zu eisigem und gefährlichen Gelände nicht begangen werden. Von der Verpflegungsstation an der Talstation des Gletschers ging es flott über die Skipiste bis ins Tal, um noch einmal erneut aufzusteigen bis zum Niedersee. Von dort folgten flowige Downhills ins Tal und dem Etappenziel Obergurgl im Ötztal.

Nach einem Wetterumschwung und einer sehr schlechten Wettervorhersage musste die sechste, hochalpine Etappe abgesagt werden. Dank der hervorragenden Organisation des Veranstalters des TAR wurden die Läufer mit Bussen ins Stubaital nach Neustift geshuttelt. Spontan wurde dort eine neue sechste Etappe organisiert: Auf der Weltmeisterschaftsstrecke der Berglaufweltmeisterschaft 2023 durften sich die TAR-Läufer austoben. Die Route führte über einen steilen Wurzelpfad und dann eine immer steiler werdende Skipiste uphill und wieder in schnellem Tempo downhill über technische Trails ins Tal. 13 Kilometer und 1020 Höhenmeter wurden wieder absolviert.

Tag sieben startete bei Dauerregen und Nebel im Stubaital. Beim Start war es noch halb dunkel und so liefen die Läufer hinauf in hochalpines schwieriges Gelände. Auf dem Stubaier Höhenweg ging es stetig auf und ab, teilweise mit Kletterpassagen und Verseilungen, bei diesem Wetter eine echte Herausforderung. Höchster Punkt der Etappe war das Simmingjöchl auf 2760 Meter. An diesem höchsten Punkt entschied der Rennleiter, dieses Rennen an der Verpflegungsstation zwei Bremer Hütte abzubrechen. Das Wetter hatte sich noch mal verschlechtert, es waren Gewitter und Graupelschauer angesagt. Die richtige Entscheidung, da die Kälte und die Gefahren zu groß für ein Fortführen des Rennens gewesen wären.

Die achte und letzte Etappe zeigte sich dann noch einmal von der Sonnenseite. Mit 34 Kilometer und nochmal 2700 Höhenmetern eine harte Schlußetappe – wahrlich kein Zuckerschlecken. Aufstieg zum Schlüsseljoch und über schöne Pfade abwärts. Dann der letzte sehr steile Anstieg ins hochalpine Gelände auf das Sandjoch auf 2642 Metern Höhe. Die letzten Kilometer bergab führten über Trails und die OchsensprungSchlucht ins ersehnte Ziel in Vals.

Nach acht erlebnisreichen Tagen, durch drei Länder, 286 Kilometer und 17 070 Höhenmeter haben die Läufer das Ziel gesund und überglücklich erreicht. Ein wunderbares hartes und traumhaftes Erlebnis. Silvia Gropper und Günter Leykum liefen in ihrer Klasse in einer Zeit von 42:10 Stunden auf dem neunten Rang von 26 gestarteten Teams.

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