Tödlicher Schuss: Wurzacher angeklagt

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Anklage wegen Totschlags erhoben
Bad Wurzach – Am 1. Oktober 2017 hat ein 37-Jähriger aus Bad Wurzach einen 42-Jährigen erschossen. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat gegen ihn nun Anklage wegen Totschlags erhoben.
Schwäbische Zeitung
Stellv. Redaktionsleiter/Redakteur Bad Wurzach

Wegen Totschlags in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz und Führen einer halbautomatischen Kurzwaffe hat die Staatsanwaltschaft Ravensburg nun Anklage gegen einen 42 Jahre alten Bad Wurzacher erhoben. Das sagte Oberstaatsanwalt Karl-Josef Diehl am Montag auf Anfrage der SZ.

Der Mann muss sich nun sehr wahrscheinlich vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ravensburg wegen der Tötung eines 37-jährigen türkischen Landsmanns am späten Abend des 1. Oktober 2017 in der Riedstadt verantworten. Ein Termin der Verhandlung steht noch nicht fest. Die Schwurgerichtskammer muss zunächst über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

In die Luft schießen wollen?

Der nun angeklagte Tatverdächtige, der seit dem Tattag in Untersuchungshaft sitzt, gibt laut Diehl die Abgabe des Schusses zu. Er bringe jedoch vor, dass er lediglich einen Warnschuss in die Luft habe abgeben wollen, wobei ihm sein Arm von einem der Beteiligten nach unten gerissen worden sei.

Der Oberstaatsanwalt äußerte sich auch zu den Ermittlungsergebnissen der Behörde. Hintergrund der Tragödie war demnach ein Darlehen über knapp 4000 Euro, das der Beschuldigte seinem früheren Geschäftspartner nicht zurückgezahlt hat. Das spätere Opfer sei verärgert darüber gewesen, dass der Beschuldigte zwar eine „nicht unerhebliche“ Summe für ein Auto ausgegeben habe, ihn aber seit fast fünf Jahren das Darlehen nicht zurückzahle.

Bereits tagsüber gab es Streit

Bereits tagsüber hat es den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge Streit und und wechselseitige Drohungen zwischen den beiden Männern gegeben. Dies eskalierte schließlich gegen 22 Uhr, als das spätere Opfer in Begleitung zweier Cousins zum Wohnhaus des nun Angeklagten kam.

Zwischen den vier Männern sei es zunächst zu Handgreiflichkeiten gekommen. Diese gipfelten darin, dass der 42-Jährige sich mit einer zur scharfen Waffe umgebauten Schreckschusspistole bewaffnete und den tödlichen Schuss in den Unterbauch des 37 Jahre alten Opfers abgab. Er habe dabei nicht in Notwehr gehandelt, so die Staatsanwaltschaft.

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