Die Brassband Oberschwaben-Allgäu unter der Leitung von Andreas Koller (vorne, Zweiter von rechts) bei ihrem Konzert in St. Ver
Die Brassband Oberschwaben-Allgäu unter der Leitung von Andreas Koller (vorne, Zweiter von rechts) bei ihrem Konzert in St. Verena. (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Mit einer kleinen, aber sehr feinen und abwechslungsreichen Liedauswahl aus dem aktuellen Herbstprogramm hat die Brassband Oberschwaben-Allgäu am Sonntag ein Kirchenkonzert in der Stadtpfarrkirche St. Verena in Bad Wurzach gegeben. Erst im Juni übernahm der Schweizer Andreas Koller die Dirigentenposition des Brassensembles und wählte für die laufende Kirchenkonzertreihe sowohl klassische Stücke namhafter Brasskomponisten als auch symphonische Kompositionen aus.

Als Auftakt brachte Koller ein Arrangement von Ludovic Neurohr ins Spiel: „Remointze“ beinhaltete sämtliche Komponenten, die ein modernes Brasswerk auszeichnen. Der verhaltene Beginn mit ausgeprägten Cornetpassagen mündete in aufsteigende Tonfolgen und endete mit einem fulminanten Tutti.

Mit einem ebenso mächtigen Musikwerk, dem „Crown Imperial“ von William Walton, ging es weiter. Der Krönungsmarsch darf bei keinem wichtigen Ereignis im englischen Königshaus fehlen. Einst komponiert für die Inthronisierung König Edwards, war er musikalischer Bestandteil der Hochzeitsmusik von William und Kate.

Sanfte, eher getragene Töne durften die Konzertbesucher bei „Pie Jesu“ von Andrew L. Webber oder „Riften Wed“ von Julie Giroux genießen, ehe mit dem Finale von „Wilhelm Tell“ wieder großartige Orchestertöne aufbrandeten. Am Ende des vierten Aktes befreit der Schweizer Nationalheld sein Volk vom Tyrannen. Der daran anschließende instrumentale Freiheitschor ließ die Bad Wurzacher Kirche beinahe beben.

Nach der symphonischen Komposition „Nimrod“ von Edward Elgar beendeten die Musiker ihr Konzert mit einem Klassiker der Brassmusik. „Shine as the light“ von Peter Graham ist ein ganz typisches Werk für Brassbands. Geprägt von der Authentizität vertonter Psalme und im Ursprung der Heilsarmee beheimatet, spielten sich die Musiker wie im Rausch in Tempo und Klang durch sämtliche Lagen.

Einen wesentlichen Beitrag für die majestätische Ausstrahlung der Konzertfolge leisteten die Schlagwerker. Schnelle, wechselnde Einsätze an Glockenspiel, großer Trommel, Pauke oder Xylofon akzentuierten den Vortrag und ließen ihn zu einem vollkommenen Ganzen werden.

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