So hilft das „Kinderwerk Lima“ Kindern in Peru

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 Alexander Winkler berichtete von der Geschichte und der Arbeit des christlich geprägten Hilfswerks.
Alexander Winkler berichtete von der Geschichte und der Arbeit des christlich geprägten Hilfswerks. (Foto: Patricia Gragnato)
Patricia Gragnato

Die evangelische Kirchengemeinde Bad Wurzach hatte vergangenen Sonntag nach dem Gottesdienst mit Alexander Winkler einen Mitarbeiter des „Kinderwerk Lima“ zu Gast, der in einem sehr lebendigen Vortrag sowohl Peru als auch die Geschichte und Arbeit des christlich geprägten Hilfswerks vorstellte. Die Organisation, die vergangenes Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feierte, wurde gegründet, weil ein Kreis engagierter Christen in Heidenheim in den Sechzigerjahren regelmäßig Vortragsabende mit Referenten von außerhalb abhielt.

Einer von ihnen, Dr. Moro, berichtete von den katastrophalen Zuständen in Peru, woraufhin die Zuhörer meinten, da müsse man doch etwas unternehmen. Die Geburtsstunde des „Kinderwerk Lima“. In einer sechswöchigen Seereise wurden 1969 die ersten Mitarbeiter nach Lima entsandt, die auf einem von der peruanischen Regierung zur Verfügung gestellten Grundstück – eine ehemalige Müllhalde im Elendsviertel „El Agustino“ – einen Kindergarten für dreißig Kinder errichteten.

Bis heute sind daraus zwei Kindergärten mit über 500 Kindern sowie zwei Schulen mit fast 2000 Schülern entstanden. Dadurch sind den Erziehern und Lehrern vierzehn Jahre gegeben, um den Kindern zu ermöglichen, aus ihrer Armut heraus zu kommen. Und die ist in der zehn Millionen Einwohner zählenden Stadt Lima beträchtlich – ein Drittel lebt unterhalb des Existenzminimums in Behausungen aus Pappe, Blech, Schilfmatten und Holz auf engstem Raum und ohne fließendes Wasser oder Toiletten. Tanklastzüge bringen Wasser, das die Menschen kaufen müssen.

Die meisten Väter sind, wenn überhaupt, Tagelöhner und machen sich oft aus dem Staub, um sich vor der Verantwortung für ihre Kinder zu drücken. Die alleinerziehenden Mütter müssen arbeiten und die Kinder sind auf sich alleingestellt. Um dieser Armut zu entkommen, bedarf es Bildung, aber auch der Vermittlung christlicher Werte; denn die Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem nicht diskutiert, sondern geschlagen wird, in dem Stehlen und Lügen Normalität sind.

Die Schüler der beiden Schulen des Kinderwerks haben hingegen einen so guten Ruf, dass sie inzwischen von Arbeitgebern bevorzugt eingestellt werden. Und das liegt nicht nur daran, dass sie in den letzten drei Schuljahren zusätzlich eine Berufsausbildung absolvieren.

Das Kinderwerk betreibt aber auch weitere Projekte wie beispielsweise die Kinderspeisung für Nicht-Schüler: an die dreitausend Kinder werden an 52 Sammelstellen täglich mit einem Becher Milch und einem Brötchen versorgt. In dem Video, das Winkler dazu zeigte, sah man lange Schlangen von Kindern, die für dieses Frühstück anstanden. Bedrückende Szenen, wenn man bedenkt, in welchem Luxus dagegen unsere Kinder aufwachsen. Wer mehr wissen möchte, findet unter www.kinderwerk-lima.de weitere Informationen.

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