Sigg ist Bildungspartner in Bad Wurzach

 Praktizieren Bildungspartnerschaft (v.l.n.r.): Julia Kiebler, Hildegard Mühler, Laurin Heine, Frederik Thieme, Theresia Thieme-
Praktizieren Bildungspartnerschaft (v.l.n.r.): Julia Kiebler, Hildegard Mühler, Laurin Heine, Frederik Thieme, Theresia Thieme-Sigg. (Foto: OH)
Schwäbische Zeitung

Die Werkrealschule Bad Wurzach legt viel Wert auf Berufsorientierung und pflegt seit 25 Jahren so genannte Bildungspartnerschaften mit Unternehmen aus der Region, wie es in einer Mitteilung heißt. „Es ist einfach etwas Anderes, wenn Leute aus der Praxis unseren Schülern zeigen, wie es in der Arbeitswelt zugeht. Wir Lehrer können den Praxisalltag in der Schule nicht so gut widerspiegeln“, sagt Julia Kiebler, Schulleiterin der Werkrealschule Bad Wurzach.

Rohre zuschneiden, bohren, schweißen, Anhänger montieren – im Praktikum bei Sigg konnten Laurin Heine und Fabian Schmidt von Anfang an mitwirken. Eine Woche haben sie hier in der Produktion mitgearbeitet. Die beiden Schüler haben sich daraufhin für eine Ausbildung zum Metallbauer bei Sigg entschieden, die sie im September 2022 beginnen werden. Im ersten Ausbildungsjahr werden sie in der Berufsfachschule in Leutkirch mit den Grundfertigkeiten des Metallbaus vertraut gemacht. Diese werden in diesem Jahr an einem Tag pro Woche in der Sigg-Anhängermanufaktur vertieft. Anschließend beginnt die Vollzeit-Ausbildung im Betrieb, wobei auch diese durch Berufsschulbesuche ergänzt und untermauert wird. Übrigens können die angehenden Metallbauersowie Kauffrauen und -männer für Büromanagement ihre Ausbildungszeit bei guter Leistung um ein halbes Jahr verkürzen.

Die Vorteile einer Bildungspartnerschaft für Schülerinnen und Schüler, sowie für die Unternehmen liegen auf der Hand: Viele Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften und den berufsorientierten Schulen liegt es am Herzen, den Jugendlichen einen realistischen Eindruck der möglichen Ausbildungsberufe zu vermitteln. Denn die Ausbildungslandschaft hat sich stark verändert: Klassische Handwerksberufe haben sich weiter ausdifferenziert, die Anforderungen werden komplexer.

Ein guter Bildungspartner zeichnet sich vor allem durch ein Verständnis dafür aus, dass die Jugendlichen im Alter von 14-15 Jahren noch recht unsicher unterwegs sind. „Es braucht in den Unternehmen eine gewisse Unterstützung und sicher auch jemanden, der unsere Praktikanten und Praktikantinnen dort an die Hand nimmt“, so Hildegard Mühler, Karrierebegleiterin der Werkrealschule. Dass Sigg diesen Aspekt beherzigt, bestätigt Laurin Heine: „Mir wurde sofort geholfen, wenn ich nicht weiterwusste und ich durfte aber auch immer wieder selbstständig arbeiten. Da habe ich sofort gemerkt, wie anstrengend manche Dinge sind und dass es trotzdem Spaß macht.“ Neben handwerklichem Geschick und logischem Denken betonen die Schüler, dass ein gutes Verständnis für technische Zusammenhänge nicht schaden kann. Jetzt wissen beide genau, was zum Ausbildungsstart auf sie zukommt.

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