Seltene Schönheit: Kreuzottern leben im Wurzacher Ried

Lesedauer: 3 Min
 Eine Kreuzotter schlängelt sich durchs Wurzacher Ried.
Eine Kreuzotter schlängelt sich durchs Wurzacher Ried. (Foto: NAZ)
Schwäbische Zeitung

Nicht jeder findet Schlangen so faszinierend wie einige Mitarbeiter im Naturschutzzentrum Wurzacher Ried. Jedoch verdient es schon eine gewisse Bewunderung, mit welcher Leichtigkeit diese Reptilien ganz ohne Beine über den Boden gleiten und wie perfekt sie an ihren Lebensraum angepasst sind, heißt es in einer Pressemitteilung des Naturschutzzentrums. .

Im Wurzacher Ried leben demnach zwei Arten von Schlangen. Zum einen die Ringelnatter, ungiftig und an den gelben Halbmonden am Kopf gut erkennbar, und zum anderen die Kreuzotter, die nur noch an wenigen Orten in Deutschland vorkommt. Den Namen hat ihr das elegante, dunkle Zickzack-Band auf ihrem braunen oder grauen Rücken gegeben, das wie aneinandergereihte Kreuze aussieht. Insbesondere in Moorgebieten kann die Kreuzotter auch ganz schwarz gefärbt sein und wird deshalb auch Moorviper oder Höllenotter genannt. Ihre schlitzförmige, senkrecht stehende Pupille zeigt die Zugehörigkeit zur Familie der Vipern an.

Weibchen gebären lebende Junge

Von allen Schlangen hat sie das nördlichste Verbreitungsgebiet. Verschiedene Anpassungen helfen der Kreuzotter, auch mit niedrigeren Temperaturen zurechtzukommen. Durch das Abspreizen der Rippen kann sie ihren Körper verbreitern und so mehr Sonnenwärme aufnehmen. Zudem bringen die Weibchen lebende Junge zur Welt. Sie brüten die Eier im Mutterleib aus, da diese dort ständig den wärmenden Sonnenstrahlen ausgesetzt sind. Während oder direkt nach der Geburt durchstoßen die jungen Schlangen dann die dünne Eihaut.

Kreuzottern sind sehr scheu und flüchten bei Gefahr zunächst. Treibt man sie jedoch in die Enge, richten sie sich drohend auf. Spätestens jetzt heißt es Rückzug, ansonsten droht der Zubiss. Kreuzottern haben allerdings nur einen geringen Giftvorrat. Diesen benötigen sie für die Beutejagd und verschwenden ihn nicht bei der Verteidigung. Bei einem Abwehrbiss setzen sie daher meistens kein oder nur sehr wenig Gift ein.

Übermäßige Angst ist also nicht nötig, so das Schreiben weiter. Mit Vorsicht und Respekt könne man sich durchaus freuen, wenn man bei einem Riedspaziergang eine Kreuzotter beim Sonnenbaden am Wegesrand entdeckt.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade