Seibranzer Baugebiet im Entstehen

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In Seibranz kommen ein großer Kran und große Abwasserrohre zum Einsatz. Die Dimension letzterer verdeutlichen (von links) Johan
In Seibranz kommen ein großer Kran und große Abwasserrohre zum Einsatz. Die Dimension letzterer verdeutlichen (von links) Johannes Zimmermann, Roland Bürkle, Hermann Müller und Joachim Grotz, indem sie sich davor- beziehungsweise hineinstellen. (Foto: Steffen Lang)
Redakteur Bad Wurzach

Der Startschuss für das neue Baugebiet in Seibranz ist gefallen. Bereits vor zwei Wochen rückten die Bagger an im Areal „Oberdorfstraße Erweiterung“ an. Nun informierten die Beteiligten vor Ort über die Arbeiten.

22 Bauplätze für Familieneigenheime werden in Seibranz, am Ortsausgang Richtung Talacker, entstehen. Die Grundstücke in Hanglage haben eine Größe von 450 bis 800 Quadratmeter. Insgesamt ist das Areal 1,7 Hektar groß. „14 Bauplätze haben wir bereits für örtliche Interessenten, vor allem junge Familien, vorgemerkt. Die Baugesuche sind teilweise schon mit dem Bauamt abgestimmt und die Finanzierungsbetreuungen vereinbart“, sagt Hermann Müller. Er ist der zuständige Projektleiter bei der Volksbank Allgäu-Oberschwaben (VBAO). Die VBAO ist Grundstückseigentümer und Erschließungsträger. Müller rechnet damit, dass die ersten Häuser ab Herbst 2018 gebaut werden können. Die Planungen laufen bereits seit 2015.

Derzeit laufen aber auch umfangreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz, für den die Stadt zuständig ist. Dabei werden zwei Rückhaltebecken für Niederschlags- und Hangwasser gebaut. Sie haben ein Fassungsvermögen von 155 beziehungsweise elf Kubikmeter, wie Joachim Grotz vom Ingenieurbüro Fassnacht aus Arach erläuterte.

Von ihnen aus wird das Wasser dann kontrolliert über insgesamt 41 Meter lange Stauraumkanäle in das Abwassernetz abgeleitet. Diese in Kißlegg gefertigten Rohre haben einen Durchmesser von 2,2 Metern, und jedes drei Meter lange Teilstück wiegt 3,5 Tonnen. Daher kommt ein 200 Tonnen schwerer Kran zum Einsatz, der bis zu 15 Tonnen Gewicht heben kann. Der Kanal wird einmal in 3,5 Metern Tiefe liegen, sagte Polier Johannes Zimmermann von der Firma Dobler.

Die Stadt investiere in diesen Hochwasserschuitz 800 000 bis eine Million Euro, so Bürgermeister Roland Bürkle. Seit zwölf Jahren arbeite die Stadt in Seibranz am Hochwasserschutz. Entstanden sei bereits ein Rückhaltebecken unterhalb der Schule, noch folgen werde eine Maßnahme im Bereich der Sigebrandstraße. „Dann müssen wir sehen, ob das reicht oder ob wir nachbessern müssen“, so Bürkle, der hervorhob, dass nicht nur Seibranz selbst von diesen Schutzvorkehrungen profitiert. „Auch die tiefer gelegen Orte Gospoldshofen und Bauhofen werden dadurch vor den Wassermassen geschützt.“

Der Rathauschef freute sich auch insgesamt über das Entstehen eines neuen Baugebiets. „18 Projekte haben wir mittlerweile auf den Weg gebracht, weil wir wissen, dass der Bedarf an Bauplätzen da ist.“ Teilweise erschließe dabei die Stadt selbst, teilweise, wie in Ziegelbach, Hauerz und nun in Seibranz, habe man mit der Volksbank einen Partner im Boot. „Das entlastet die Stadt vor allem personell, sodass wir bei anderen Projekten die Geschwindigkeit erhöhen können.“

Hermann Müller hob für die Volksbank, die rund 1,7 Millionen Euro investiert, hervor, dass beim Anlegen des Baugebiets „Oberdorfstraße Erweiterung“ eine gute Anbindung ans bestehende Straßennetz erreicht worden ist. „Hier entstehen für die neuen Bewohner kurze Wege ins Dorf, was vor allem für die Kinder und ihren Schulweg wichtig ist.“

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