Schlangenschutz durch Pflanzenkraft

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 Die rosa Blütenpracht des Schlangen-Knöterichs ziert derzeit die Feuchtwiesen im Wurzacher Ried.
Die rosa Blütenpracht des Schlangen-Knöterichs ziert derzeit die Feuchtwiesen im Wurzacher Ried. (Foto: NAZ)
Schwäbische Zeitung

Das Naturschutzzentrum präsentiert unter der Rubrik „Moor-Momente“ regelmäßig Spannendes und Unterhaltsames aus der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt des Wurzacher Rieds. Laut Pressemitteilung werden Arten vorgestellt, die die Besucher aktuell im Ried antreffen können.

Der rosa blühende Wiesen-Knöterich mit dem walzenförmigen Blütenstand, der im Volksmund auch „Zahnbürste“ genannt wird, ziere derzeit die nassen Wiesen im Wurzacher Ried, besonders im neuen Kurpark. Er sei ein typischer Vertreter aus der Familie der Knöterichgewächse, da an den bis zu einem Meter langen Stängeln auffällige Verdickungen, die sogenannten Knoten, sitzen. Der Wiesen-Knöterich werde auch Schlangen-Knöterich genannt, da er unter der Erde eine S-förmig gebogene, wurzelähnliche Verdickung hat.

Dieses sogenannte Rhizom sei früher als Heilmittel bei Schlangenbissen eingesetzt worden. Besser sei es jedoch, Schlangenbisse und andere böse Zauber direkt abzuwehren. Dazu nagelte man das S-förmige Knöterich-Rhizom einfach an die Haustüre. Für die Pflanze diene die stärkehaltige Knolle als Speicher- und Vermehrungsorgan. In der Pflanzenheilkunde wird sie besonders bei Durchfall und Magen- und Darmkatharren oder zur Wundheilung eingesetzt.

Außerdem liefern die jungen Blätter und Stängel des Wiesen-Knöterichs ein ausgezeichnetes Wildgemüse. Der Verzehr sollte jedoch gemäßigt sein, da alle Pflanzenteile, wie auch beim Rhabarber, Oxalsäure enthalten, die zu Unverträglichkeiten führen kann.

Für die Angst vor Schlangen gebe es keinen Grund, sich zu schämen, heißt es in der Mitteilung. Vor wenigen Jahren hätten schwedische Forscher in einer Studie beschrieben, dass die Angst vor Schlangen angeboren und fest im menschlichen Gehirn verankert sei.

Ob man sich im Wurzacher Ried wirklich vor Schlangen fürchten müssen, darum geht es in nächsten Moor-Momenten. Sie handeln von der Kreuzotter.

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