Schüsse auf Katzen häufen sich

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Deutlich sind auf dem Röntgenbild die Schrotkugeln im Körper der Katze zu erkennen. Dem Tierschutzverein sind aus 2011 acht Fäll (Foto: Schwind)
Carmen Schwind

Sind in Bad Wurzach Katzenhasser unterwegs? Der Verdacht liegt zumindest nahe, wenn man sich anhört, was der Tierschutzverein Bad Wurzach im vergangenen Jahr dokumentiert hat: „Wir haben festgestellt, dass im Raum Bad Wurzach sieben bis acht Fälle bei uns im Tierschutzverein dokumentiert sind, bei denen auf Katzen geschossen wurde“, berichtet der Vorsitzende Jan Schöfer. Beim jüngsten Regionaltreffen des Landestierschutzverbandes fragte der Vorsitzende bei Kollegen nach, wie viele Fälle dort bekannt seien und war erschüttert. „Die haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als sie hörten, dass wir so viele Fälle haben. In den anderen Regionen gab es im Jahr durchschnittlich ein bis zwei Fälle von angeschossenen Katzen. Die Teilnehmer fanden es sehr ungewöhnlich, dass hier bei uns so viel passiert.“

Da nicht alle Fälle dem Tierschutzverein gemeldet oder zur Anzeige bei der Polizei gebracht werden, gibt es keine genaueren Angaben. Auch sei ungewiss, um wie viele Täter es sich handle. „Es gab Katzenbesitzer, die eine Belohnung ausgesetzt hatten, um denjenigen zu ergreifen, der auf das Tier geschossen hatte“, so Jan Schöfer weiter. Er rät jedoch, immer zur Polizei zu gehen und das Geschehen dem Tierschutzverein zu melden (Hotline: 0 75 64 / 949 37 98).

Schriftführerin Dr. Eva-Maria Erteld berichtet, dass die Polizei dem Ganzen nachgehe und auch die entfernten Geschosse als Beweis hole. „Meistens handelt es sich um Schrotkugeln und Diabolo-Geschosse. Damit darf man ohne gültigen Waffenschein eigentlich nur im eigenen Keller oder auf umfriedeten Grundstücken schießen, wenn sichergestellt ist, dass die Geschosse das Grundstück nicht verlassen können“, so die Schriftführerin. Des Weiteren erinnert sie an das Tierschutzgesetz. Dort ist klar geregelt, wer ausschließlich Tiere töten darf und welche Strafe Tierquäler zu erwarten haben.

Der Tierschutzverein hatte erst zwei Fälle, bei denen ein kleines Kätzchen gleich an den inneren Blutungen gestorben ist; und die andere einen Durchschuss des Darms hatte, eine schlimme Bauchfellentzündung und eine Blutvergiftung bekam. „Der Schmerz für die Katze und den Tierbesitzer waren riesig groß“, berichtet der Vorsitzende, „und das Tier musste lange in der Klinik behandelt werden; was auch viel kostete“.

Schöfer sagt auch, dass der Freilauf für Katzen wichtig sei, und gibt Katzenbesitzern den Tipp, darauf zu achten, ob sich die Katze beim Nachhausekommen anders verhält; beispielsweise sich zurückzieht, faucht oder verstört ist. In manchen Fällen könne man die Einschüsse auch nur auf dem Röntgenbild feststellen. „Wenn die Geschosse in der Muskulatur stecken bleiben, haben die Tier starke Schmerzen. Außerdem kann der Schrot zu Bleivergiftungen führen“, erklärt Dr. Eva-Maria Erteld.

Doch nicht nur die Tiere, sondern auch die Kinder liegen den Tierschützern am Herzen. „Auf die Katzen wird ja auch geschossen, wenn sie in der Nähe eines Hauses oder im Garten sind. Und da spielen auch Kinder, die von einem Querschläger getroffen werden können“, warnt Jan Schöfer.

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