Schüler bringen Dorfzwist auf die Bühne

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Vor knapp 160 Zuschauern brachten die Realschüler ihr Musical auf die Bühne.
Vor knapp 160 Zuschauern brachten die Realschüler ihr Musical auf die Bühne. (Foto: Patricia Gragnato)
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Alles live, nichts aus der Konserve, ein unvergesslicher Musicalabend auf sehr hohem Niveau: So könnte man die Premiere der Realschule am vergangenen Mittwoch zusammenfassen. Der Musiksaal platzte mit circa 160 Zuschauern aus allen Nähten – gerechnet hatte man mit 140 Gästen. Und was diese dann erlebten, ging weit über eine Schulvorstellung hinaus.

Schulband und -orchester dabei

An die 70 Schüler waren mit großer Freude beteiligt, allen voran die gesamte Klasse 6b, die das Musical initiiert hatte und vollständig auf der Bühne agierte. Übrigens sehr textsicher, was vielleicht auch daran lag, dass Frederic Sporleder den Text mit den Kindern gründlich erarbeitet hatte. Begleitet wurden sie vom Schulorchester und der Schulband (beide unter der Leitung von Silke Stohr und Volker Jedelhauser, die auch Regie führten) sowie vom Schulchor, der von Laura Schröder geleitet wird. Und wie es sich für ein Musical gehört, gab es auch Tanzeinlagen, die mit Angelika Miller einstudiert wurden.

Die Vorbereitungen hatten bereits im vergangenen Jahr mit der Auswahl des Stückes begonnen; seit Januar wurde geprobt, intensiver dann im Februar bei den Musiktagen in Bonlanden und einem Probenwochenende im März; den Feinschliff erhielt das Stück im April durch wöchentliche Proben. Ein enormer Zeitaufwand sowohl für Schüler als auch für Lehrer.

Mit dem Stück selbst (von Andreas Schmittberger) wurde der Nerv der Zeit getroffen; viel Wortwitz und Humor – oft mussten die Zuschauer laut auflachen, aber dennoch auch sehr tiefgründig. Denn letztlich ging es darum, wie einfach es sein kann, zwei Gruppen von Menschen – hier die Einwohner von Ober- und Unterapfelhausen –, die friedlich und harmonisch miteinander leben, so gegeneinander aufzuwiegeln, dass es fast zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt. Verursacht hatten diesen Zwist die Ärzte der beiden Orte, da sie ihre Medikamente nicht verkaufen konnten; und das wiederum lag daran, dass alle so gesund sind, weil sie täglich vom Apfelbaum naschen, der zwischen den beiden Gemeinden steht. Getreu dem gesungenen Motto „an apple a day keeps the doctor away“. Auch die von den Ärzten untersuchten Zuschauer waren alle topfit – ein Skandal!

Streit in Oberapfelhausen

Also heckten sie einen teuflischen Plan aus; als Landvermesser verkleidet zogen sie eine Grenze, so dass der Apfelbaum nun auf der Seite von Oberapfelhausen stand; und wo eine Grenze ist, muss auch eine Mauer hin. Die Unterapfelhausener kamen nicht mehr an den Baum. Der Plan ging auf, der Streit begann, sogar Soldaten marschierten auf. Dass es nicht eskalierte, ist den beiden Dorfältesten zu verdanken, die, auch weil sie sich ewige Freundschaft geschworen hatten („Freunde gewinnt man schwer, aber man verliert sie leicht“) und einen Krieg vermeiden wollen, „bei dem niemand gewinnt“, die Ärzte entlarvten. Die Mauer wurde wieder abgebaut, den Ärzten Gnade gewährt und das Stück endete mit einer rauschenden Party.

Und der Musicalabend nach lang anhaltendem Applaus mit einer Einladung von Rektor Dietmar Schiller zum Buffet. Eine Stärkung hatten die Akteure und die vielen Helfer hinter der Bühne mehr als verdient.

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