Salvatorianer bleiben in Bad Wurzach

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Der Gottesberg in Bad Wurzach ist einer von zwei Wohnorten der Salvatorianer.
Der Gottesberg in Bad Wurzach ist einer von zwei Wohnorten der Salvatorianer. (Foto: Heinz Mauch)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Bad Wurzach

Der Orden der Salvatorianer wird vier seiner neun deutschen Niederlassungen schließen, gab der Orden am Dienstagnachmittag bekannt. Die gute Nachricht für unsere Region: Bad Wurzach ist nicht betroffen.

Dieser Teilaspekt wird in der Riedstadt mit Freude aufgenommen. „Erfreulich“ nennt es der Bad Wurzacher Superior Pater Eugen Kloos. Acht Pater und zwei Brüder leben seinen Angaben nach auf dem Gottesberg und im Kolleg. Der Orden ist mit der Stadt nicht zuletzt aufgrund des Heilig-Blutfests und des Salvatorkollegs aufs Engste verbunden.

Das ist in den Augen von Bürgermeister Roland Bürkle vielleicht auch ein Grund, warum sich der Orden für Bad Wurzach entschieden hat. Wie Pater Eugen bedauert auch Bürkle zutiefst die Schließung anderer Standorte, „umso erfreulicher ist es aber natürlich für unsere Stadt“.

„Die Salvatorianer erleben in Deutschland und in ganz Westeuropa einen gravierenden Rückgang der Ordensberufungen“, heißt es in der von Provinzial Pater Hubert Veeser unterzeichneten Pressemitteilung. Deshalb habe die deutsche Ordensprovinz der Salvatorianer in den vergangenen drei Jahren einen intensiven Personal- und Pastoralplanungsprozess durchgeführt. „Der Gemeinschaft war es dabei wichtig, nicht zu warten, bis an einzelnen Orten ein Rückzug unvermeidlich ist, sondern diese Entscheidungen noch selber steuern zu können.“ Dieser Prozess habe in der Osterwoche in einem Provinzkapitel der Deutschen Provinz in Steinfeld/Eifel seinen Abschluss gefunden.

„Aus den derzeit acht Niederlassungen wurden daher gemeinschaftlich vier benannt, die trotz des personellen Engpasses dauerhaft erhalten werden und die daher personellen Vorrang haben sollen. Diese Orte sind München-Laim (Erzdiözese München Freising), Berlin-Schmargendorf (Erzdiözese Berlin), Steinfeld-Eifel (Diözese Aachen) und Bad Wurzach-Oberschwaben (Diözese Rottenburg-Stuttgart).“ Aufgelöst werden sollen dagegen die Niederlassungen Lochau/Hörbranz-Vorarlberg (Diözese Feldkirch), Münster-St. Gottfried (Diözese Münster), Maria Steinbach (Diözese Augsburg) und Stuttgart-Giebel (Diözese Rottenburg-Stuttgart).

Einen besonderen Status als Projekt habe die Niederlassung in Gurtweil/Waldshut, dem Geburtsort von Pater Franziskus Jordan, dem Gründer der Salvatorianer. „Über die langfristige Perspektive dieser Niederlassung muss noch gesondert entschieden werden.“

Die Salvatorianer würden die nächsten Schritte transparent und gemeinschaftlich mit allen Beteiligten gestalten. Gespräche mit den Bistumsleitungen und den Gremien vor Ort hätten schon stattgefunden oder seien in Kürze geplant. „Für alle Standorte werden jeweils angepasste Zeitpläne erarbeitet, die sich an verschiedenen Orten über mehrere Jahre erstrecken werden.“

Die Salvatorianer sind eine internationale Gemeinschaft die 1881 von dem aus der Diözese Freiburg stammenden Pater Franziskus Jordan gegründet wurden. Weltweite missionarische Pastoral und Bildung sind Schwerpunkte salvatorianischen Wirkens. In Deutschland leben derzeit 59 Salvatorianer. Mit der Neustrukturierung erhofft sich die Gemeinschaft eine Bündelung der Kräfte und mehr Klarheit über die Zukunftsperspektiven der Mitbrüder.

Pater Hubert bringt in der MItteilung „sein tiefes Bedauern über diesen Schritt“ zum Ausdruck: „Es tut weh, mehrere Ort aufzugeben, an denen die Salvatorianer so lange und so erfolgreich mit den Menschen gearbeitet und gelebt haben. Leider verlangt unsere Personalsituation aber harte Entscheidungen.“

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